Health Information Management

Master of Arts (90 ECTS-Credits)

Hier finden Sie Informationen zum Universitätslehrgang Health Information Management (90 ECTS-Credits, 5 Semester):

Der fünfsemestrige Universitätslehrgang Health Information Management ermöglicht eine wissenschaftlich orientierte, berufsbegleitende Weiterqualifizierung für Aufgaben im Bereich der Digitalisierung und des Informationsmanagements im Gesundheitswesen.

Die Absolvent/inn/en verfügen über ein vertieftes Wissen zum In­formations­­management im Gesundheitswesen und haben die Fähigkeit, dieses methodisch und reflektiert im beruflichen Umfeld anzu­wenden. Sie sind damit für leitende Tätigkeiten im Bereich des Informations­managements im Gesundheitswesen befähigt, wie z.B. Systemanalyse und Systemauswahl, Projektmanagement, Prozessmanagement, Einführung und Betreuung von IT-Lösungen, Produktmanagement, IT-Management sowie IT-Beratung.

Als Absolventinnen und Absolventen mit dem Abschluss „Master of Arts“ sind Sie in der Lage:

  • Prozesse in Gesundheitseinrichtungen sowie auch einrichtungsübergreifend systematisch zu analysieren, zu bewerten sowie eine IT-basierte Unterstützung strategisch zu konzipieren und operativ umzusetzen.
  • Klinische Dokumentations- und Informationssysteme sowohl einrichtungsbezogen als auch einrichtungsübergreifend zu planen und umzusetzen.
  • Projekte zur Planung, Analyse, Umsetzung, Evaluation und Betreuung moderner Gesundheitsinformationssysteme zu organisieren und in interdisziplinären Projektteams auch in leitender Position umzusetzen.
  • In interdisziplinären Teams kompetent, zielorientiert und verantwortungs­bewusst tätig zu sein oder diese zu leiten und dabei Positionen und Ergebnisse professionell zu kommunizieren und Entscheidungen zu argumentieren. 
  • Gesundheitsrelevante und medizinisch-klinische patientenbezogene Daten systematisch zu erfassen, zu verwalten, aufzubereiten und zielgerichtet mittels adäquater Methoden und Werkzeuge für Fragestellungen der Patientenversorgung oder klinischen Forschung zu analysieren.
  • Informationssysteme strategisch zu planen und dabei auch Aspekte der Informationssicherheit zu berücksichtigen.
  • Die Qualität klinischer Dokumentations- und Informationssysteme systematisch zu erheben und weiterzuentwickeln, auch unter Berücksichtigung rechtlicher Grundlagen.
  • Die Auswirkungen des Einsatzes von Dokumentations- und Informationssystemen kritisch zu evaluieren.
  • Den internationalen Stand der Forschung zu einem Thema zu suchen, zusammenzufassen, kritisch zu bewerten und zur Lösung praktischer Problemstellungen des Informationsmanagements einzusetzen und über die Erfahrungen dabei reflektieren zu können.
  • Ein wissenschaftlich ausgerichtetes Projekt systematisch zu konzipieren, methodisch stringent und unter Berücksichtigung guter wissenschaftlicher Praxis durchzuführen und darüber mündlich und schriftlich adäquat und zielgruppengerecht zu berichten.

Unsere Absolventinnen und Absolventen arbeiten z. B. in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen, in Softwarefirmen und Beratungsunternehmen, in Forschungseinrichtungen, bei Sozialversicherungen, Krankenkassen oder öffentliche Einrichtungen.

Bitte beachten Sie auch die Statements aus der Praxis von Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern.

Zulassungsvoraussetzungen für den fünfsemestrigen Universitätslehrgang sind:

  • Abgeschlossenes Hochschulstudium (mind. Bakkalaureat-/Bachelorniveau bzw. Diplom­studium) einer anerkannten in- oder ausländischen postsekundären Bildungs­­­einrichtung in Medizin oder Pflegewissenschaft, oder mit technischer, natur­wissenschaftlicher oder sozialwissenschaftlicher Ausrichtung oder einer fach­verwandten Zuordnung mit Gesundheitsbezug. Berufserfahrung im Themenfeld des Health Information Managements wird empfohlen, oder
  • Abschluss einer facheinschlägigen Berufsausbildung (z.B. diplomierte Gesundheits- und Pflegekraft, Medizinische Dokumentarin/Medizinischer Dokumentar, Fachinformatiker/in, medizinische oder pharmazeutische Assistenzberufe o.ä.) mit mindestens dreijähriger Berufserfahrung im Themenfeld des Health Information Managements und die allgemeine Universitätsreife, oder
  • Abschluss einer nicht-facheinschlägigen Berufsausbildung mit mindestens fünfjähriger Berufserfahrung im Themenfeld des Health Information Managements und die allgemeine Universitätsreife.

Wir laden alle Bewerberinnen und Bewerber nach Überprüfung der Zulassungsvoraussetzungen zeitnah zu einem persönlichen, ca. 30-minütigen Aufnahmegespräch ein. Im Aufnahmegespräch werden die Vorer­fahrungen, die persönliche Motivation und die Passung zwischen Studienprofil und Ihren Erwartungen erörtert. Das Gespräch kann persönlich, telefonisch oder online stattfinden. Im Anschluss an das Aufnahmegespräch können wir Ihnen in der Regel bereits die Zusage für einen Studienplatz machen.

Bitte kontaktieren Sie uns bei Fragen zur Zulassung – gerne beraten wir Sie individuell vorab.

Studierende mit fehlendem klinischen Hintergrund müssen innerhalb des ersten Semesters ausreichende Kenntnisse in Medizinischer Terminologie nachweisen.

Bei Unklarheiten bzgl. der Eignung der Bewerberin bzw. des Bewerbers behält sich die Studien- und Prüfungskommission das Recht vor, die Bewerberin/den Bewerber zu einem persönlichen Prüfungsgespräch (mündliche Prüfung) einzuladen.

Personen ohne allgemeine Universitätsreife (Matura, Abitur) können durch Ablegung der Studienzulassungsprüfung (Feststellung der Studienbefähigung) die Zulassung zum Universitätslehrgang Health Information Management an der UMIT TIROL erlangen.

Zur Studienzulassungsprüfung sind Personen, die das 28. Lebensjahr vollendet haben und eine eindeutig über die Erfüllung der allgemeinen Schulpflicht hinausgehende erfolgreiche berufliche oder außerberufliche Vorbildung für das angestrebte Studium nachweisen, zuzulassen.

Die Studienzulassungsprüfung umfasst Prüfungsleistungen in folgenden vier Bereichen:

  1. Deutsch (schriftlich)
  2. Englisch (mündlich + schriftlich)
  3. Grundlagen der Informatik (schriftlich)
  4. Grundlagen der Medizinsichen Informatik oder des Informationsmanagements (mündlich)

Details der Studienzulassungsprüfung sind in den Studiengangsspezifischen Bestimmungen (§ 4) geregelt, bei Interesse bitte frühzeitige Kontaktaufnahme mit Frau Univ.-Prof. Dr. Elske Ammenwerth (elske.ammenwerth@umit.at).

Im Folgenden finden Sie eine Übersicht über die Studieninhalte. Details finden sich im aktuellen Modulhandbuch.

Professionelles Projektmanagement (6 ECTS)

  • Erfolgsfaktoren für Projekte
  • Initiierung und Planung von Projekten
  • Projektauftrag und Projektziele
  • Projektorganisation und Projektumfeldanalyse
  • Projektplanung
  • Durchführung und Überwachung von Projekten
  • Team- und Sitzungsmanagement
  • Abschluss von Projekten
  • Austausch eigener Projekterfahrungen

IT-gestütztes Prozessmanagement im Gesundheitswesen (6 ECTS)

  • Systemanalyse und Systembewertung
  • Modellierung von Geschäftsprozessen
  • Spezifikation von Informationssystemen
  • Ausschreibung und Auswahl von Informationssystemen
  • Einführung und Betrieb von Informations­systemen

Angewandte Informatik (Modul nur für Studierende aus Berufen mit Gesundheitsbezug) (6 ECTS)

  • Aufbau und Funktionsweise von Digitalrechnern
  • Rechnernetze und Internet
  • Relationale Datenbankmodellierung
  • Datenbanksprache SQL
  • Überblick über den Softwareentwicklungsprozess

Klinische Entscheidungsfindung und Organisation des Gesundheitswesens (Modul nur für Studierende aus Berufen ohne Gesundheitsbezug) (6 ECTS)

  • Soziale Sicherungssysteme
  • Organisation und Finanzierung des Gesundheitssystems
  • Methoden der klinischen Entscheidungsfindung
  • Aktuelle gesundheitspolitische Diskussionen

Informationssysteme des Gesundheitswesens und ihr Management (6 ECTS)

  • Strategisches, taktisches und operatives Informations­management im Gesundheitswesen
  • Rechnerbasierte Anwendungssysteme im Gesundheitswesen
  • Modellierung von Krankenhausinformationssystemen
  • Integration und Interoperabilität in  Informations­­­systemen des Gesundheitswesens
  • Kommunikations-, Interoperabilitäts- und Terminologiestandards im Gesundheitswesen
  • Kommunikationsserver und weitere Integrationsansätze
  • Architekturformen von Krankenhausinformationssystemen

eHealth und elektronische Gesundheitsakten (6 ECTS)

  • eHealth – Grundbegriffe, Möglichkeiten und Grenzen
  • Einrichtungsbezogene und einrichtungsübergreifende elektronische Akten im Gesundheitswesen
  • Telegesundheitsdienste - Aktuelle Fallbeispiele
  • Einrichtungsübergreifende Akten im Gesundheitswesen – Aktuelle Fallbeispiele

Klinische Ordnungssysteme und semantische Interoperabilität (6 ECTS)

  • Grundbegriffe zur klinischen Dokumentation
  • Bedeutung und Herausforderungen der klinischen Dokumentation
  • Standardisierung und Strukturierung klinischer Dokumentation
  • Klinische Ordnungssysteme und semantische Interoperabilität
  • Planung klinischer Dokumentationssysteme

Informationssicherheit und Datenschutz im Gesundheitswesen (6 ECTS)

  • Grundlegende Begriffe der Informationssicherheit
  • Grundlegende IT-Bedrohungen und Gegenmaßnahmen
  • Grundlagen des IT-Risikomanagements
  • Verschlüsselung, Identität
  • Systemsicherheit, Anwendungssicherheit, Netzwerk­sicherheit
  • Datenschutz & IT-Sicherheit

Evidenzbasierte Medizinische Informatik and Evaluation of Information Systems (Modul auf Englisch) (6 ECTS)

  • Bedeutung der Evidenz-basierten Medizinischen Informatik
  • Evaluationsfragestellungen
  • Beobachtungen, Befragungen und Dokumentenanalysen als Methoden der Informationsbeschaffung
  • Studiendesigns für Evaluierungsstudien
  • Qualität von Evaluierungsstudien
  • Planung einer Evaluierungsstudie
  • Suche und kritische Bewertung von Evidenz

Requirements Engineering und Softwarequalität (6 ECTS)

  • Grundbegriffe des Requirements Engineering
  • Ermittlung von Anforderungen
  • Dokumentation von Anforderungen
  • Grundbegriffe des Software-Testens
  • Software-Qualitätssicherungstechniken

Zertifizierung und rechtliche Grundlagen von Medizinsoftware (6 ECTS)

  • Normen und ihre Bedeutung
  • Medizinproduktegesetz, Medizinprodukteverordnung EU, Medizinproduktebetreiberverordnung
  • Medizinprodukte aus Herstellersicht und aus Betreibersicht
  • Software als Medizinprodukt

Clinical Knowledge Discovery und Data Warehousing (6 ECTS)

  • Arten von Datenquellen im klinischen Umfeld
  • Datentypen, Dateiformate, Kodierungen
  • Grundlegende Fertigkeiten im Umgang mit verschiedenen Daten (Extraktion, Transformation, Laden)
  • Integration von Daten aus heterogenen Quellen
  • Aufbau von klinischen Data Warehouses und Data Marts
  • Konzeption, Durchführung und Präsentation von grund­legenden Datenanalysen und Visualisierungen
  • Einsatzmöglichkeiten der klin. Sekundärdate­n­analyse
  • Probleme und Herausforderungen der klinischen Sekundär­daten­analyse

Aktuelle Themen in der Medizinischen Informatik (6 ECTS)

  • Aktuelle Fragestellungen und Probleme des Informationsmanagements im Gesundheitswesen
  • Aktuelle theoretische Diskurse und ihre Übertragbarkeit auf aktuelle Problemstellungen
  • Fachliche Vertiefung zu einem aktuellen Thema der Medizinischen Informatik wie z.B. Human-Computer Interface Design, Assistierende Gesundheitstechnologien Gesundheits-Apps, Patient-Centred Information Systems, Patient Safety Informatics, IT Governance oder IT-Risikomanagement
  • Systematische Literatursuche und Literaturzusammenfassung
  • Schärfung des Themengebiets für die Master-Arbeit

Wissenschaftliches Arbeiten (3 ECTS)

  • Aufbau und Struktur wissenschaftlicher Arbeiten
  • Wissenschaftliches Zitieren
  • Plagiate und Plagiatsvermeidung
  • Wissenschaftliches Schreiben
  • Ethische Aspekte
  • Begleitung des Schreibens der Master-Arbeit
  • Strukturierung und Durchführung einer mündlichen, wis­sen­schaftlich orientierten Präsentation
  • Präsentationstraining

Masterarbeit und mündliche Abschlussprüfung (15 ECTS)

  • Identifikation und wissenschaftlich orientierte Lösung eines Problems des Informations­managements
  • Transfer von erlernten Methoden und Ansätzen zur Lösung eines Problems
  • Recherche und kritische Analyse wissenschaftlicher Literatur
  • Sensibilisierung für wissenschaftliche Integrität und korrektes wissenschaftliches Arbeiten
  • Konzeption und Umsetzung einer Lösung
  • Präsentation des eigenen Kompetenzgewinns in einem ePortfolio
  • Schriftliche Abschlussarbeit (Master-Arbeit) und mündliche Abschlussprüfung

Die Master-Arbeit im 5. Semester umfasst die Konzeption und Durchführung eines wissenschaftlich orientierten Projekts zur Lösung einer konkreten Problemstellung. Dabei ist eine schriftliche Masterarbeit zu erstellen und eine mündliche Abschlusspräsentation zu halten.

Die Arbeit wird nach Möglichkeit im eigenen beruflichen Umfeld oder im Rahmen eines universitären Forschungsprojekts durchgeführt.

Das Thema des Forschungsprojekts stammt aus den im Unterricht besprochenen Themen. Die Master-Arbeit wird durch eine Betreuerin oder einen Betreuer individuell begleitet.

Haben Sie weitere Fragen? Dann zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren! Gerne stehe ich als Studiengangsleiterin für ein persönliches Beratungsgespräch zur Verfügung. Eine Terminvereinbarung ist jederzeit möglich.

Kontakt

Univ.-Prof. Dr. Elske Ammenwerth, MET
Institutsleiterin

elske.ammenwerth@umit.at
t +43 50-8648-3809
f +43 50-8648-673809