Arbeitsbereich für Digitale Anthropologie
Die Dynamik digitaler Innovationen stellt moderne Gesellschaften, Gesundheits- und Pflegesysteme sowie wissenschaftliche Institutionen vor grundsätzliche Herausforderungen. In den letzten beiden Jahrzehnten hat sich die Digitalisierung von einem sektoralen Innovationsmotor zu einem allumfassenden Strukturprinzip gesellschaftlicher Organisation und Transformation entwickelt.
Diese Entwicklung betrifft nicht nur ökonomische Prozesse oder industrielle Produktionsketten, sondern inzwischen auch in großem Maße auch Gesundheitsversorgung, soziale Dienstleistungen und alltägliche Lebensführung.
Die mit der Digitalisierung einhergehenden Veränderungen haben tiefgreifende Auswirkungen auf das Verständnis von Autonomie, Teilhabe, Versorgung, Kommunikation, soziale Beziehungen, Bildung und Entscheidungsfindung, besonders in sensiblen und vulnerablen Bereichen wie Pflege, Betreuung und Versorgung sowie Pflegewissenschaft.
Arbeitsschwerpunkte
Der Arbeitsbereich schafft die wissenschaftliche Infrastruktur für eine systematische, interdisziplinäre, empirisch fundierte und konzeptuell kohärente Erforschung jener Wechselwirkungen, die sich zwischen technologischer Innovation, gesellschaftlicher Transformation und individueller Lebensgestaltung entfalten. Im Mittelpunkt steht die Analyse technologischer Wirkung und Veränderung in Bezug auf:
- menschliche Entscheidungs-, Wahrnehmungs- und Verhaltensmuster
- die Organisation von Pflege, Betreuung und Gesundheitsversorgung
- die institutionellen Rahmenbedingungen von Gesundheits- und Pflegeprofessionen
- eine alternde Bevölkerung
- neue Formen digitaler Interaktion, Kommunikation und Koordination
Die geplanten Aufgaben lassen sich wie folgt benennen:
- wissenschaftliche Analyse digitaler Transformationsprozesse mit Schwerpunkt auf Pflege und Alter(n)
- konzeptionelle Modellbildung zur digitalen Gesellschaft, mit besonderem Augenmerk auf Verantwortung, Transparenz, Steuerbarkeit und Teilhabe
- empirische Studien zu digitaler Techniknutzung, Akzeptanz, Implementierung, Wirkung sowie prognostische Studien zur Entwicklung generativer KI und deren Auswirkungen auf Gesundheits- und Pflegesysteme, des Weiteren
- der Aufbau wissenschaftlicher Lehr- und Weiterbildungsangebote im Bereich digitaler Gesundheitsversorgung und
- die Betreuung von Masterarbeiten und Dissertationen.
