Privatuniversität UMIT TIROL entwickelt gemeinsam mit Jugendlichen neue Wege bei der Endometriose-Aufklärung
Forschungsprojekt „Stimmen der Jugend“ setzt auf Co-Kreation an Tiroler Schulen
Wie müssen Informationen über Endometriose gestaltet sein, damit sie Jugendliche erreichen und für sie verständlich und relevant sind? Dieser Frage geht Wissenschaftlerin Dr.in Nina Lorenzoni vom Institut für Management und Ökonomie (IMÖG) der Privatuniversität UMIT TIROL im Forschungsprojekt „Stimmen der Jugend: Co-Kreation in der Endometriose-Aufklärung“ nach. Gemeinsam mit Gynäkologinnen des Landeskrankenhauses Hall arbeitet sie mit Schülerinnen an Tiroler Oberstufenklassen daran, neue und zielgruppengerechte Ansätze für die Endometriose-Aufklärung zu entwickeln. Endometriose ist eine chronische, entzündliche Erkrankung, von der weltweit etwa zehn Prozent der Frauen und Mädchen im gebärfähigen Alter betroffen sind.
Aktive Beteiligung und eigene Ideen stehen im Mittelpunkt
Im Mittelpunkt des im Rahmen der Tiroler Nachwuchs-Forscher*innen-Förderung (TNF) geförderten Projekts steht die aktive Beteiligung der Jugendlichen. In Workshops beschäftigen sie sich mit Gesundheitsinformation und -kompetenz, Menstruationsgesundheit und Endometriose. Anschließend entwickeln sie eigene Ideen für Informationsmaterialien und Kommunikationsangebote. Dabei können sie bestehende Materialien anpassen, neue Formate entwickeln oder selbst entscheiden, welche Themen und Kommunikationskanäle für ihre Altersgruppe besonders relevant sind.
Für Projektleiterin Dr.in Nina Lorenzoni ist der konsequente partizipative Ansatz das Herzstück des Forschungsprojektes „Stimmen der Jugend“. „Damit ist sichergestellt, dass die Perspektiven, Ideen und Herausforderungen der Zielgruppe direkt in die Entwicklung von Informationsmaterialien und Kommunikationsstrategien einfließen. Bestehende Informationslücken werden sichtbar und die Materialien können entsprechend den Bedürfnissen und dem Verständnis der Jugendlichen angepasst werden“, beschreibt Lorenzoni.
Startschuss mit Schülerinnen im Reithmanngymnasium
Der Startschuss für das Projekt erfolgte Anfang Oktober im Innsbrucker Reithmanngymnasium. In einem ersten Schritt wurde den Schülerinnen das Projekt im Rahmen des Wahlmoduls „my body, my choice“ vorgestellt. Anschließend erörterten Gynäkologinnen des Landeskrankenhaus Hall in einem Vortrag die Themen Zyklus, Menstruationsgesundheit und Endometriose und beantworteten Fragen der Schülerinnen. Aktuell arbeiten die Schülerinnen an ihren Ideen für die Informationsmaterialien und für die Kommunikationsstrategien. Mitte November werden die Ergebnisse präsentiert.
Endometriose: Früherkennung durch bessere Information
Endometriose ist eine chronische, entzündliche Erkrankung, von der etwa zehn Prozent der Frauen und Mädchen (ca. 190 Mio. weltweit) im gebärfähigen Alter betroffen sind. Typische Beschwerden können unter anderem starke Menstruations- und Beckenschmerzen, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Übelkeit und Müdigkeit sein. Aufgrund der vielfältigen Symptome und des mangelnden Bewusstseins wird die Erkrankung häufig erst spät erkannt, was zu einer Verzögerung der Behandlung führt. Zwischen dem Auftreten erster Symptome und der Diagnose liegen durchschnittlich sieben bis zehn Jahre.
„Das Forschungsprojekt setzt deshalb bereits bei Jugendlichen an. Durch die Einbindung von Schülerinnen und Lehrpersonen soll die Aufklärung über Endometriose verbessert und ein Beitrag zu Früherkennung und Abbau von Stigmata geleistet werden. Zugleich wollen wir mit dem Projekt neue Impulse für eine zeitgemäße Aufklärungsarbeit im Bereich der Frauengesundheit geben“, fasst Dr.in Nina Lorenzoni zusammen.
Im Innsbrucker Reithmanngymnasium fiel der Startschuss für das Projekt „Stimmen der Jugend: Co-Kreation in der Endometrioseaufklärung“: Im Bild (v.l.) Mag.a Anja Duschek (Leiterin des Moduls „my body, my choice“, Reithmanngymnasium), Dr.in Nina Lorenzoni (Leiterin des Forschungsprojektes, UMIT TIROL) und Gynäkologin Dr.in Maria Unterholzner (Landeskrankenhaus Hall). Foto: Wimmer
