Modellierungsstudie der Privatuniversität UMIT TIROL stützt Ausweitung des Mammografie-Screening in Deutschland
Hall in Tirol, 21. Oktober 2026 - Das Mammografie-Screening zur Früherkennung von Brustkrebs in Deutschland wird ausgeweitet. Künftig soll das Früherkennungsprogramm für Frauen im Alter von 45 bis 74 Jahren offenstehen. Einen wichtigen wissenschaftlichen Beitrag zur Entscheidungsfindung leistete dabei eine entscheidungsanalytische Modellierungsstudie der Tiroler Privatuniversität UMIT TIROL unter der Leitung von Assoc.-Prof.in Dr.in Gaby Sroczynski, die kürzlich auch in der Fachzeitschrift „Cancers“ veröffentlicht wurde.
Die im Rahmen einer Nutzenbewertung des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) durchgeführte Studie untersuchte, wie sich unterschiedliche Altersgrenzen und Screening-Intervalle auf den Nutzen und die möglichen Schäden des Mammografie-Screenings auswirken.
Das Mammografie-Screening ist eine Röntgenuntersuchung der Brust und soll Tumore in einem frühen Stadium entdecken, bevor sie tastbar sind. Laut einer Untersuchung des Bundesamtes für Strahlenschutz in Deutschland senkt das Screening das Sterblichkeitsrisiko für Frauen, die daran teilnehmen, um 20 bis 30 Prozent.
UMIT TIROL-Modellierung unterstützt neue Altersgrenzen
Die Modellierungsstudie der UMIT TIROL verglich 14 verschiedene Mammografie-Strategien mit unterschiedlichem Alter für Beginn und Ende sowie für die Häufigkeit des Screenings. Die Ergebnisse dieser Modellierungsstudie stützten die aus randomisierten Studien abgeleitete Nutzenbewertung des IQWiG für eine Erweiterung des Mammografie-Programms auf Frauen im Alter von 45 bis 74 Jahre und konnte zusätzlich unterstützende Information liefern, die aufgrund der Datenlage in den empirischen Studien zunächst eher unsicher war.
Zunächst wurde nur die obere Altersgrenze für das Mammografie-Screening in Deutschland bis zum Alter von 75 Jahren ausgeweitet. Am 15.Oktober 2026 hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) auch für jüngere Frauen ab dem Alter von 45 Jahren das Mammografie-Screening geöffnet.
„Ich freue mich sehr, dass unsere Modellierungsstudie im Rahmen einer IQWiG-Nutzenbewertung einen wissenschaftlichen Beitrag für die Entscheidung zur Ausweitung des Mammografie-Früherkennungsprogramms liefern konnte und zukünftig der Gesundheit von Millionen von Frauen in Deutschland zugutekommt“, erklärt Assoc.-Prof.in Dr.in Gaby Sroczynski (Leiterin der Division Health Decision Science der Privatuniversität UMIT TIROL).
Univ.-Prof. Uwe Siebert vom Institut für Public Health, Medical Decision Making und Health Technology Assessment der UMIT TIROL ergänzt: ”Der Ansatz des IQWiG, Ergebnisse sowohl aus randomisierten Studien als auch aus evidenzbasierten Entscheidungsanalysen zu verwenden, ermöglicht eine explizite und transparente Darstellung der Nutzen-Schaden-Abwägungen und ist damit ein Vorbild für weitere Bewertungen von Krebsfrüherkennungsprogrammen. Wir sind stolz darauf, dass wir das IQWiG mit unserer Modellierungsexpertise unterstützen konnten, die wir in den letzten zwei Jahrzehnten an der UMIT TIROL in nationalen und europäischen Health Technology Assessments entwickelt haben.“
Die Modellierungsstudie ist in der Fachzeitschrift Cancers veröffentlicht: https://www.mdpi.com/2072-6694/18/17/2750
Sroczynski G, Hallsson LR, Mühlberger N, et al. Age Limits of Breast Cancer Screening with Mammography—A Decision-Analytic Benefit–Harm Evaluation to Inform Decision Making for the German Context. Cancers. 2026;18(17):2750. DOI: 10.3390/cancers18172750.
Die Ergebnisse der IQWiG Nutzenbewertung basierend auf empirischen Studien und unterstützt durch die Modellierungsstudie sind als Abschlussbericht auf der IQWiG Webseite veröffentlicht.
IQWiG S21-01-HTA Abschlussbericht: https://www.iqwig.de/download/s21-01_altersgrenzen-im-mammografie-screening-programm_abschlussbericht_v1-1.pdf
