Neue Forschungsprojekte zu Windenergie und Tierwohl

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Fledermäuse, Vögel, Windräder und Hightech: Zwei neue Forschungsprojekte an der Schnittstelle von Artenschutz und Windenergie

Hall in Tirol, 13. August 2026 - Das Institut für Mess- und Sensortechnik (IMS) der Privatuniversität UMIT TIROL baut seine Forschung an der Schnittstelle von Klima- und Artenschutz konsequent aus. Aufbauend auf den Erkenntnissen des Forschungsprojekts „NatForWINSENT“, welches vom deutschen Bundesamt für Naturschutz gefördert wurde, starten nun zwei neue Forschungsvorhaben: „RealBat“ und „Multisensorische Detektion von Schlagopfern“. „Ziel dieser beiden Projekte ist es, den Schutz von Fledermäusen und Vögeln an Windenergieanlagen weiter zu verbessern. Wir wollen Technologien entwickeln, die ökologische Verantwortung und wirtschaftliche Nutzung erneuerbarer Energien miteinander verbinden“, betont der Leiter des IMS der UMIT TIROL Univ.-Prof. DI Alexander Sutor.

Mit dem Projekt NatForWINSENT entwickelten die Mess- und Sensortechniker der UMIT TIROL eine innovative Methode zur dreidimensionalen Erfassung von Fledermausflugbahnen mittels Stereo-Wärmebildkameras und drohnengestützter Kalibrierung. Auf dem einzigartigen Testfeld für Windenergieanlagen WINSENT in Baden-Württemberg entstand dadurch ein weltweit beispielloser Datensatz, der detaillierte Einblicke in das Verhalten von Fledermäusen im Umfeld von Windenergieanlagen ermöglicht. Diese Forschung bildet die Grundlage für die nun folgenden Projekte.

Im Projekt „RealBat“, welches im Sommer dieses Jahres gestartet wurde, werden die gewonnenen Erkenntnisse in die Praxis überführt. Entwickelt wird eine intelligente, auf Echtzeitdaten basierende Abschaltlogik für Windenergieanlagen. Mithilfe eines Stereo-Wärmebildkamerasystems sollen Flugbahnen, Kollisionsereignisse und Schlagopfer automatisiert erkannt werden. Dadurch können Windräder künftig genau dann kurzfristig abgeschaltet werden, wenn tatsächlich ein erhöhtes Risiko für Tiere besteht. Das bedeutet einen Meilenstein für wirksamen Artenschutz bei gleichzeitig hoher Energieausbeute.

Ein weiterer wichtiger Schritt wird im Herbst dieses Jahres mit dem von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt geförderten Projekt „Multisensorische Detektion von Schlagopfern“ getan. Hier wird ein kostengünstiges Sensorsystem entwickelt, das Rotorblattvibrationen mit akustischen und optischen Messverfahren kombiniert. Der Startschuss für dieses Projekt erfolgt am ersten Oktober 2026. Ziel ist es, Kollisionen von Fledermäusen und Vögeln zuverlässig nachzuweisen und daraus wirksame Schutzmaßnahmen abzuleiten. Die Kombination mehrerer Sensortechnologien ermöglicht erstmals eine ereignisgesteuerte Überwachung im Dauerbetrieb.

Auch für Tirol besitzen diese Entwicklungen Relevanz. „Bei der Diskussion über mögliche Standorte für Windenergieanlagen stehen immer auch Natur- und Artenschutz im Fokus. „Die von uns entwickelten Technologien können dazu beitragen, potenzielle Windkraftstandorte ökologisch verträglicher zu betreiben. Intelligente Sensorsysteme ermöglichen es, Abschaltzeiten gezielt auf tatsächlich kritische Situationen zu beschränken, wodurch sowohl geschützte Tierarten als auch die Wirtschaftlichkeit von Windenergieanlagen profitieren“, ist Univ.-Prof. DI Dr. Alexander Sutor vom Nutzen des Forschungsprojektes überzeugt. Damit leistet die Forschung der UMIT TIROL einen wichtigen Beitrag für eine nachhaltige Energiewende und stärkt Tirol als Standort für innovative Umwelt- und Sensortechnologien.

Bildunterschrift: Die Wissenschaftler des Institutes für Mess- und Sensortechnik der Privatuniversität UMIT TIROL, (v.L.) Dipl.-Ing. Philipp Schindler, Institutsleiter Univ.-Prof. DI Dr. Alexander Sutor und Dipl.-Ing. Christof Happ, widmen sich in mehreren Forschungsprojekten dem Schutz von Fledermäusen und Vögeln an Windenergieanlagen. (Foto: UMIT TIROL/Kern)

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