KIFA bei den Innsbrucker Gesundheits- und Pflegetagen 2026
Im Rahmen der Innsbrucker Gesundheits- und Pflegetage 2026 präsentierte das Institut für Pflegewissenschaft der UMIT TIROL, vertreten durch Ass.-Prof. Dr. Matthias Rohringer, BEd MSc, das FFG-geförderte Forschungsprojekt KIFA (Künstliche Intelligenz für finanzielle Assistenz). Die Veranstaltung bot eine ausgezeichnete Gelegenheit, das Projekt einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen, mit potenziellen Nutzern in Austausch zu treten und wertvolle Rückmeldungen für die weitere Entwicklung des Projekts zu gewinnen. Weiters war das Institut für Pflegewissenschaft vertreten durch Ass.-Prof. Dr. Nertila Podgorica sowie Dipl.-Psych. Dr. Ines Simbrig.
Die Innsbrucker Gesundheits- und Pflegetage zählen zu den bedeutendsten Informations- und Vernetzungsveranstaltungen in Tirol rund um die Themen Gesundheit, Pflege, Vorsorge und gesellschaftliche Teilhabe. Zahlreiche Organisationen, Bildungseinrichtungen, Gesundheits- und Sozialeinrichtungen sowie Unternehmen präsentierten ihre Angebote und Projekte einem breiten Publikum. Durch die Verbindung von Informationsständen und Mitmachangeboten bot die Veranstaltung einen niederschwelligen Zugang zu aktuellen Gesundheits- und Pflegethemen und förderte den Austausch zwischen Fachwelt und Bevölkerung.
Am KIFA-Informationsstand konnten sich Besucher über die Ziele, Inhalte und den aktuellen Entwicklungsstand des Projekts informieren. Im Mittelpunkt standen Fragen zur finanziellen Selbstständigkeit älterer Menschen sowie von Menschen mit Unterstützungsbedarf und die Möglichkeiten, wie digitale Technologien und künstliche Intelligenz dazu beitragen können, Selbstbestimmung, Sicherheit und gesellschaftliche Teilhabe zu fördern. Die zahlreichen Gespräche zeigten, dass finanzielle Sicherheit, Schutz vor Betrug und die zunehmende Digitalisierung von Finanz- und Bezahlprozessen viele Menschen beschäftigen und als wichtige Zukunftsthemen wahrgenommen werden.
Besonderes Interesse galt dem innovativen Ansatz von KIFA, digitale Technologien nicht als Instrument der Kontrolle, sondern als Unterstützung zur Förderung von Autonomie und selbstbestimmter Lebensführung einzusetzen. Viele Besucher bewerteten diesen Ansatz als zeitgemäß und gesellschaftlich relevant. In den Gesprächen wurde deutlich, dass der Wunsch nach Sicherheit häufig mit dem Bedürfnis nach Selbstbestimmung verbunden ist und beide Aspekte bei der Entwicklung zukünftiger Lösungen gleichermaßen berücksichtigt werden müssen.
Zur aktiven Einbindung der Besucher wurde am Informationsstand eine kurze anonyme Befragung durchgeführt. Ziel war es, erste Einschätzungen zum Bedarf, zu potenziellen Einsatzbereichen sowie zur Akzeptanz digitaler Assistenzlösungen im Bereich finanzieller Selbstständigkeit zu gewinnen. Die Teilnahme erfolgte freiwillig mittels QR-Code direkt am Stand.
Die Ergebnisse der Befragung liefern erste interessante Hinweise für die weitere Projektentwicklung. Sämtliche Teilnehmer bewerteten die finanzielle Selbstständigkeit älterer Menschen beziehungsweise von Menschen mit Unterstützungsbedarf als wichtig oder sehr wichtig. Gleichzeitig wurde das Risiko von Überforderung, Benachteiligung oder finanzieller Ausnutzung im Umgang mit Geld überwiegend als mittel bis hoch eingeschätzt. Diese Einschätzungen unterstreichen die gesellschaftliche Relevanz des Themenfeldes und bestätigen die grundlegende Zielsetzung des Projekts.
Besonders häufig wurden Unterstützungsfunktionen genannt, die zum Schutz vor Betrug und finanzieller Ausnutzung beitragen können. Alle Befragten sahen in diesem Bereich einen potenziellen Nutzen. Ebenfalls häufig genannt wurden Funktionen zur besseren Übersicht über verfügbare finanzielle Mittel, Warnhinweise bei ungewöhnlichen Ausgaben, Unterstützung beim digitalen Bezahlen sowie die Möglichkeit zur Einbindung von Angehörigen oder Vertrauenspersonen. Die Rückmeldungen bestätigen damit zentrale Annahmen des Projekts hinsichtlich relevanter Anwendungsbereiche und Nutzerbedürfnisse.
Auch die grundsätzliche Idee einer digitalen Assistenzlösung wurde positiv aufgenommen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass digitale Unterstützung insbesondere dann Akzeptanz findet, wenn sie die Selbstständigkeit fördert, nachvollziehbar gestaltet ist und individuelle Entscheidungsspielräume wahrt. Von besonderer Bedeutung war für die Befragten die Möglichkeit, selbst darüber zu entscheiden, ob und welche Informationen gegebenenfalls an Angehörige oder Vertrauenspersonen weitergegeben werden. Der Aspekt der Selbstbestimmung wurde sowohl in den Gesprächen als auch in der Befragung wiederholt hervorgehoben.
Neben den wahrgenommenen Chancen wurden auch Herausforderungen angesprochen. Die häufigsten Rückmeldungen bezogen sich auf Fragen des Datenschutzes sowie auf die Notwendigkeit einer möglichst einfachen und verständlichen Bedienung entsprechender Technologien. Diese Aspekte stellen wichtige Anforderungen für die weitere Entwicklung der im Projekt vorgesehenen Lösungen dar und werden in den weiteren Projektphasen gezielt berücksichtigt.
Neben den Ergebnissen der Befragung erwies sich insbesondere der direkte Austausch mit den Besuchern als wertvoll. Die Gespräche ermöglichten einen unmittelbaren Einblick in Erwartungen, Bedürfnisse und mögliche Vorbehalte potenzieller Nutzer. Gleichzeitig bot die Veranstaltung die Möglichkeit, das Bewusstsein für die Bedeutung finanzieller Selbstständigkeit, digitaler Teilhabe und gesellschaftlicher Inklusion zu stärken und die Ziele des Projekts einer breiten Öffentlichkeit näherzubringen.
Die Teilnahme an den Innsbrucker Gesundheits- und Pflegetagen 2026 leistete einen wichtigen Beitrag zur Sichtbarkeit des Projekts KIFA sowie der durch die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) geförderten Forschungs- und Innovationsarbeit. Die Veranstaltung ermöglichte die Präsentation des Projekts gegenüber einer breiten Zielgruppe und lieferte wertvolle Impulse für die nutzerorientierte Weiterentwicklung der im Projekt entstehenden Lösungen.
