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2022
9. November 2022 (Medieninformation)
Die Universität UMIT TIROL und das jordanische King Hussein Cancer Center unterzeichnen Vereinbarung zur Forschungszusammenarbeit
Die Vereinbarung gilt sechs Jahre und soll die Zusammenarbeit zwischen den Wissenschaftlern des Institutes für Public Health, Versorgungsforschung und Health Technology Assessment (HTA) der Universität UMIT TIROL und dem Center for Drug Policy and Technology Assessment des King Hussein Cancer Center (KHCC) fördern und Austauschmöglichkeiten und Forschungskooperationen zwischen den beiden Forschungseinrichtungen forcieren.
„Im Rahmen der Zusammenarbeit mit dem Center for Drug Policy und Technology Assessment des King Hussein Cancer Center wollen wir in den kommenden sechs Jahren den Austausch von Studierenden, Dozent*innen und Mitarbeiter*innen forcieren, gemeinsame Vorlesungen und Seminare organisieren und gemeinsame Forschungsprojekte aufsetzen. Wir freuen uns schon sehr über diese Forschungszusammenarbeit mit dem KHCC, welche weitere internationale Impulse für unsere Arbeit am Institut bringen wird“, sagte der Leiter des Institutes für Public Health, Versorgungsforschung und HTA, Univ.-Prof. Uwe Siebert.
Die Rektorin der UMIT TIROL – Private Universität für Gesundheitswissenschaften und -technologie, Prof. Dr. Sandra Ückert, sieht in der Vereinbarung mit dem King Hussein Cancer Center einen weiteren Baustein in der Internationalisierung der Forschungszusammenarbeit an der UMIT TIROL. „Unser Anspruch als Universität ist es, eine aktive Treiberin von Innovationen in den Bereichen Gesundheitswissenschaften und Gesundheitstechnologie mit hohen Ansprüchen in Wissenschaft und Forschung zu sein. Ein zentrales Element sind dabei ausgewiesene Forschungskooperationen mit internationalen, nationalen und regionalen Partnern. Mit der Kooperation mit dem King Hussein Cancer Center konnten wir einen weiteren renommierten internationalen Forschungspartner gewinnen“, sagte die Rektorin.
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8. November 2022
LH Mattle: „Drei Millionen Euro für universitäre Ausbildung im Bereich des öffentlichen Gesundheitswesens“
Masterstudium an der UMIT TIROL wird bis 2027/2028 mit drei Millionen Euro gefördert
Ausbildung für künftige ExpertInnen in gesundheitsrelevanten Politikfeldern
70 Studierende absolvieren aktuell Ausbildung in „Public Health“ – 12 Personen haben Studium bereits positiv abgeschlossen
Wissen und Können durch organisationsübergreifende Lehre sowie Internationalität, Praktika und Auslandsemester
Um den Wissenschafts- und Forschungsstandort Tirol zu stärken, benötigt es auch ein vielfältiges und qualitativ hochwertiges Studienangebot. Auf Antrag von Wissenschaftslandesrätin Cornelia Hagele beschloss die Tiroler Landesregierung heute, Dienstag, das Masterstudium „Public Health“ an der UMIT TIROL für die Studienjahre 2022/2023 bis 2027/2028 mit rund drei Millionen Euro zu fördern. „Nicht zuletzt die vergangenen Jahre haben uns vor Augen geführt, welchen hohen Stellenwert das öffentliche Gesundheitswesen hat. Das Masterstudium ‚Public Health‘ bereitet Studierende auf die Praxis im Gesundheitswesen vor. Denn die Herausforderungen im Gesundheitsbereich und insbesondere die immer älter werdende Bevölkerung erfordern eine übergreifende Zusammenarbeit der verschiedenen Fachgebiete im Sinne der öffentlichen Gesundheit. Dafür benötigen wir bestens ausgebildete ‚Public Health‘-Expertinnen und -Experten, die dazu beitragen, die Herausforderungen unserer Zeit im Gesundheitssystem zu stemmen“, ist LH Anton Mattle überzeugt. Dem stimmt auch LHStv Georg Dornauer zu: „Um eine nachhaltige Gesundheitsversorgung für alle Tirolerinnen und Tiroler sicherzustellen, benötigt es zum einen den wohnortnahen sowie qualitativ hochwertigen Zugang zu ärztlichen Leistungen, zum anderen aber auch die Wissenschaft und Forschung, welche regionale Besonderheiten ebenso berücksichtigen wie internationales Know-how. Mit dem Studium fördern wir die Ausbildung von Expertinnen und Experten, die ihr Know-how anschließend in gesundheitsrelevante Politikfelder sowie die Entwicklung präventiver und gesundheitsfördernder Programme einbringen werden – auch in Tirol.“
Das Masterstudium startete im Wintersemester 2019/2020. Pro Studienjahrgang stehen 35 Plätze zur Verfügung. Aktuell befinden sich insgesamt 70 Personen in der Ausbildung, 12 Personen haben das Studium bereits positiv mit Stichtag 30. September 2022 abgeschlossen. „Mit dem Studium an der UMIT TIROL nimmt Tirol eine Vorreiterrolle an universitären Weiterqualifizierungsangeboten im Bereich der öffentlichen Gesundheit ein. Die Nachfrage ist groß, die Rückmeldungen von Studierenden und Lehrenden sind äußerst positiv. Durch die Zusammenarbeit zwischen UMIT TIROL, der Medizinischen Universität Innsbruck, der Universität Innsbruck und der Tirol Kliniken kann eine Ausbildung angeboten werden, die auch im Hinblick auf die Betreuung der Praktika und Masterarbeiten sowie der Lehre überzeugt“, betont LRin Hagele. Die Inhalte des Masterstudiums sollen auch sukzessive erweitert werden: „Verschiedene Wahlfächer, Onlineangebote, mehr Internationalität, Praktikumsstellen und Auslandssemester sowie wissenschaftliche Konferenzen sollen als Teil des Studiums die Bandbreite nochmals erweitern. Im Rahmen der heute beschlossenen drei Millionen Euro können auch dahingehende Personalplanungen berücksichtigt werden.“
Über den Masterstudiengang – Praktika von Lienz bis München
Das interdisziplinäre Fachgebiet ist ein System von verschiedenen Berufszweigen, wissenschaftlichen Disziplinen sowie Organisationen. Im Rahmen von Praktika und Masterarbeiten haben Studierende Kontakte mit Einrichtungen des Gesundheitswesens im In- und Ausland. So absolvierten Studierende Praktika in nationalen und internationalen Einrichtungen wie beispielsweise den Tirol Kliniken, der Bezirkshauptmannschaft Lienz (Gesundheitsamt) oder der Gesellschaft für Therapieforschung in München. Beim Erstellen von Masterarbeiten liegt der Fokus auf regionalen, nationalen und internationalen Forschungsprojekten, sodass auch EU-Mittel im Rahmen von Förderungen abgeholt werden. Auch künftig sollen Studierende in ein EU-Forschungsprojekte eingebunden werden, sodass sie im Zuge ihrer Abschlussarbeiten mit den internationalen Partneruniversitäten in Kontakt kommen und am internationalen wissenschaftlichen und kulturellen Austausch teilhaben. Von der praxisbezogenen Ausbildung profitieren nicht zuletzt auch regionale ArbeitgeberInnen wie MED-EL.
Weitere Informationen zum Studium finden Sie hier.
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Ursula Scholl-Grissemann erhält Outstanding Paper of the Year Award
Ursula Scholl-Grissemann erhält den Outstanding Paper of the Year Award für eine Publikation im International Journal of Sports Marketing and Sponsorship. Die Studie untersucht das In-Store Kundenerlebnis (ISCX) in stationären Sportgeschäften unter Berücksichtigung der kommerziellen Einzigartigkeit des Sporthandels. Die Publikation entstand gemeinsam mit Forschungskolleg:innen der Universität Innsbruck.“
Zitation: Happ, E., Scholl-Grissemann, U., Peters, M. and Schnitzer, M. (2021), "Insights into customer experience in sports retail stores",
International Journal of Sports Marketing and Sponsorship, Vol. 22 No. 2, pp. 312-329.
LINK: https://doi.org/10.1108/IJSMS-12-2019-0137
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18. Oktober 2022
Arbeitsgespräch mit PHARMIG-Generalsekretär Mag. Alexander Herzog an der UMIT TIROL in Hall in Tirol
Zu einem Arbeitsgespräch zwischen PHARMIG und UMIT TIROL trafen sich am Donnerstag den 13. Oktober 2022 der Generalsekretär der PHARMIG, Mag. Alexander Herzog, UMIT TIROL Rektorin Prof. Dr. Sandra Ückert, UMIT TIROL Vizerektor Univ.-Prof. Dr. Bernhard Tilg, Departmentleiter Univ.-Prof. Uwe Siebert und der Verwaltungsdirektor des Univ.-Klinikums / Landeskrankenhauses Innsbruck MMag. Dr. Clemens Rissbacher.
Nach einer Vorstellung der UMIT TIROL durch Rektorin Sandra Ückert mit den Schwerpunkten Governance, Forschung, Lehre, Academy und den dbzgl. Entwicklungsschwerpunkten in der kommenden Reakkreditierungsperiode präsentierte Univ.-Prof. Siebert den Bereich Public Health / HTA / Decision Science. Dr. Rissbacher ging insbesondere auf die Themen Digitalisierung & Gesundheit, D4Health Infrastruktur und auf die Innovationspartnerschaft zwischen Tirol Kliniken, AIT und UMIT TIROL ein.
Mag. Herzog präsentierte die Aufgabengebiete der PHARMIG und betonte an dieser Stelle den enormen Nutzen, den Forschung stiftet. Die PHARMIG setzt sich daher stark für den Ausbau des Forschungsstandorts Österreich ein, denn dort, wo speziell auch im Arzneimittelbereich geforscht wird, erhalten Patientinnen und Patienten oftmals frühen Zugang zu innovativen Arzneimittel-Therapien. Ebenso sieht die PHARMIG das Problem der Fachkräfte, wo die UMIT TIROL einen ganz entscheidenden Beitrag aus Sicht Herzogs leisten könne, um dem Mangel an Fachkräften entgegenzuwirken.
In der vertiefenden Diskussion wurden Aspekte der österreichischen Gesundheitsversorgung, insbesondere Themen, die für die pharmazeutische Industrie von besonderer Relevanz sind, eingehend diskutiert. Auch das gemeinsame Interesse von UMIT TIROL und PHARMIG im Bereich der Fort- und Weiterbildung wurde eingehend erläutert.
Bildunterschrift: Arbeitsgespräch von Pharmig und UMIT TIROL in Hall in Tirol: Dr. Clemens Rissbacher, Univ.-Prof. Uwe Siebert, Rektorin Prof. Dr. Sandra Ückert, PHARMIG Generalsekretär Mag. Alexander Herzog und Vizerektor Univ.-Prof. Dr. Bernhard Tilg (© Foto UMIT TIROL).
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11.-12. Oktober 2022
EU Horizon Europe Projekt CATALYSE gestartet
Mit einem Kickoff-Meeting in Barcelona startete das EU Horizon Europe Projekt “Climate Action To Advance Healthy Societies in Europe” (CATALYSE).
CATALYSE ist ein Horizon Europe Projekt der Europäischen Union (Förderungsnummer 101057131), welches unter der Führung des Barcelona Institute for Global Health (ISGlobal) in den nächsten 5 Jahren (09/2022 – 08/2027) durchgeführt wird.
Link: https://www.isglobal.org/en/-/catalyse-project-horizon-europe
Das EU Horizon Europe Projekt CATALYSE wird von einem Konsortium von 20 Organisationen aus 12 Ländern durchgeführt.
Das Institut für Public Health, Medical Decision Making und HTA (IPH) an der UMIT TIROL ist Teil dieses exzellenten und interdisziplinären Konsortiums.
Das übergeordnete Ziel von CATALYSE ist es, neue Erkenntnisse zu gewinnen, Daten zu generieren und neue Instrumente zu entwickeln zur Untersuchung: 1) der Beziehungen zwischen den durch den Klimawandel verursachten Veränderungen in den Umweltrisiken, der Ökosysteme und der menschlichen Gesundheit; 2) des gesundheitlichen Nutzens von Klimamaßnahmen; 3) der Rolle von Gesundheitsdaten bei der Entscheidungsfindung; und 4) der gesellschaftlichen Auswirkungen des Klimawandels auf die Gesundheitssysteme.
Das IPH (Institutsvorstand: Univ.-Prof. Uwe Siebert) an der UMIT TIROL ist an mehreren Arbeitspaketen beteiligt und hat die Federführung in zwei Aufgaben im Arbeitspaket "Adaptation and Mitigation in Health Systems". Die Arbeitsgruppe am IPH (unter der Leitung von Assoc.-Prof. Dr. Gaby Sroczynski, MPH) befasst sich mit der Bewertung der wirtschaftlichen Auswirkungen von Anpassungsstrategien an den Klimawandel im Gesundheitssektor wie beispielsweise dem Schutz von Arbeitnehmern vor hitzebedingten Krankheiten. Die Ergebnisse sollen Entscheidungsträgern (z. B. Gesundheitsministerien, Krankenkassen, Privatsektor) als Grundlage für Entscheidungen u. a. für die Ressourcenallokation dienen. Eine weitere Aufgabe umfasst die Entwicklung von Schulungsmaterial für Fachkräfte im Gesundheitswesen (z.B. Medizinisches Personal, Arbeitsschutz/-medizin, Entscheidungsträger im Bereich „Öffentliche Gesundheit“) zur Unterstützung der Umsetzung von Strategien zur Anpassung und Mitigation im Klimawandel.
Mehr dazu lesen Sie unter: https://www.umit-tirol.at/page.cfm?vpath=departments/public_health/eu-horizon-europe-catalyse
#CATALYSEHorizon #UMIT #ClimateChange
Foto Kickoff-Meeting am 11. Und 12. Oktober 2022
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6.-7. Oktober 2022
EU Horizon Europe Projekt 4D-PICTURE Kick-Off
Mit einem Kickoff-Meeting in Rotterdam startete das EU Horizon Europe Projekt “Design-based Data-Driven Decision-support Tools: Producing Improved Cancer Outcomes Through User-Centred Research” (4D-PICTURE).
4D-PICTURE ist ein Horizon Europe Projekt der Europäischen Union (Förderungsnummer 101057332). Unter der Führung des Erasmus University Medical Center (Erasmus MC) wird ein Konsortium von 16 Organisationen aus 8 verschiedenen Europäischen Ländern dieses multidisziplinäre Projekt in den nächsten 5 Jahren (10/2022 – 09/2027) durchführen.
Link: https://cordis.europa.eu/project/id/101057332
Das Institut für Public Health, Medical Decision Making und HTA (IPH) an der UMIT TIROL ist Teil dieses exzellenten und interdisziplinären Konsortiums.
Das übergeordnete Ziel von 4D-PICTURE ist es, Entscheidungshilfen zu verbessern, die Krebspatienten bei komplexen Behandlungsentscheidungen unterstützen. Bestehende Entscheidungshilfen berücksichtigen nur selten die Lebensqualität oder individuelle Präferenzen, und ihr Einsatz in der klinischen Praxis bleibt begrenzt.
Um dieses Ziel zu erreichen, sollen Entscheidungshilfen und Gesprächsleitfäden für Patientinnen oder Patienten mit Brustkrebs, Prostatakrebs oder Melanom entwickelt werden. Zum Einsatz kommen soll die sogenannte MetroMapping-Methode, ein Ansatz, der die Behandelnden wie auch die Krebspatientinnen und -patienten in die Lage versetzt, sich an der Entscheidungsfindung über eine Behandlung zu beteiligen. Ein solches Vorgehen soll zu besser informierten und individuell passenderen Entscheidungen führen, und somit zu besseren Gesundheitsergebnissen.
Das IPH (Institutsvorstand: Univ.-Prof. Uwe Siebert) an der UMIT TIROL ist an mehreren Arbeitspaketen beteiligt und hat die Federführung im Arbeitspaket "Evaluation". Die Arbeitsgruppe am IPH koordiniert von Assoc.-Prof. Dr. Gaby Sroczynski, MPH (Ko-Koordinatorin: Dr. Lara R. Hallsson, MPH) befasst sich mit der Bewertung von kurz- und langfristigen gesundheitsökonomischen Auswirkungen der Anwendung von MetroMapping empirisch im Rahmen einer Evaluationsstudie und mittels entscheidungsanalytischer Modellierung.
Mehr dazu lesen Sie unter:
https://www.umit-tirol.at/page.cfm?vpath=departments/public_health/eu-horizon-europe-4d-picture
#4DPICTURE #UMIT
Foto Kickoff-Meeting am 06. und 07. Oktober 2022
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24. September 2022
National Cancer Screening Committee recommends implementation of organized colorectal cancer screening program
The UMIT TIROL modeling team around Assoc.-Prof. Dr Beate Jahn made a significant contribution to this recommendation with her studies.
In a recently published report, the National Committee for Cancer Screening, an advisory body to the Austrian Ministry of Health, recommended the introduction of an organized colorectal cancer screening program in Austria. After a benefit assessment, the committee concluded that a colorectal cancer screening program using stool blood testing and colonoscopy shows substantial benefits.
UMIT TIROL Professor Uwe Siebert, who is a member of the National Committee for Cancer Screening and the Oncology Advisory Board of the Ministry of Health states “The process of developing screening recommendations based on systematic and explicit decision-analytic modeling is a huge step forward into the direction of evidence-based and transparent decision making”.
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24. August 2022
International guest lecture on healthcare management at UMIT TIROL
Joseph S. Pliskin, Ph.D, Adjunct Professor of Health Policy and Management, Harvard T.H. Chan School of Public Health, USA, and Professor Emeritus Ben Gurion University of the Negev, Israel visited UMIT TIROL for collaboration in the field of Healthcare Management and Health Decision Science. He also provided a visiting professor lecture as part of a cross-departmental lunch seminar with the title "Novel Principles of Healthcare Management: Doing More with the Same Resources". The visiting professor invitation was initiated by Assoc.-Prof. Beate Jahn who leads the scientific evaluation of several disease management and screening programs in cardiology and oncology at the Department of Public Health, Health Services Research and Health Technology at UMIT TIROL initiated and coordinated this invitation.
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28. Juli 2022
Altersgrenzen im Mammografie-Screening: Abschlussbericht der ersten IQWiG Nutzenbewertung mit Modellierung veröffentlicht
Im Rahmen einer Nutzenbewertung zu den Altersgrenzen im Mammografie-Screening in Deutschland hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) zum ersten Mal eine entscheidungsanalytische Modellierungsstudie in Auftrag gegeben. Unter der Leitung von Assoc.-Prof. Dr. Gaby Sroczynski hat das Team (Nikolai Mühlberger, Lára Hallsson, Felicitas Kühne, Beate Jahn) am Institut für Public Health, Medical Decision Making und Health Technology Assessment (Institutsleiter: Univ.-Prof. Uwe Siebert) an der UMIT TIROL eine modellbasierte Nutzen-Schaden-Abwägung für verschiedene Altersgrenzen im Mammografie-Screening in Deutschland durchgeführt.
In der Modellierungsstudie wurde Evidenz aus verschiedenen Quellen zusammengeführt und eine explizite Abwägung des Zusatznutzens durch bessere Heilungschancen gegenüber dem potenziellen Zusatzschaden durch Überdiagnosen für verschiedene Screeningstrategien mit der Mammographie durchgeführt. Die Ergebnisse der Modellierungsstudie stützen die aus randomisierten Studien abgeleitete Nutzenbewertung des IQWiG für eine Erweiterung des Mammografie-Programms auf die Altersgruppe 45-49-jährige Frauen. Die Modellierung konnte insbesondere für die Erweiterung auf 70-74-jährige Frauen zusätzlich unterstützende Information liefern, die aufgrund der Datenlage in den empirischen Studien zunächst eher unsicher war.
Die Ergebnisse der IQWiG Nutzenbewertung basierend auf empirischen Studien und unterstützt durch die Modellierungsstudie sind jetzt als Abschlussbericht veröffentlicht.
IQWiG S21-01-HTA Abschlussbericht
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25. Juli 2022
Ergebnisse der FARKOR-Studie in einem virtuellen Pressegespräch vorgestellt
Menschen, mit Darmkrebs in der Familie, erkranken häufiger jung an Darmkrebs. Für sie kann die Früherkennungsuntersuchung bereits früher als mit 50 Jahren, wie es aktuell in Deutschland empfohlen wird, sinnvoll sein. Dies zeigen die Ergebnisse des bayernweiten Modellprojekts FARKOR, die im Rahmen eines virtuellen Pressegesprächs vorgestellt wurden.
FARKOR steht für „Vorsorge bei familiärem Risiko für das kolorektale Karzinom“. Im Rahmen dieses Modellprojekts in Deutschland, das vom Innovationsfonds der Bundesregierung gefördert wurde, hat das Institut für Public Health, Medical Decision Making und Health Technology Assessment an der UMIT TIROL eine modellbasierte gesundheitsökonomische Evaluation durchgeführt. Unter der Leitung von Assoc.-Prof. Dr. Gaby Sroczynski hat das Team am Institut (Assoc.-Prof. N. Mühlberger, Dr. L. Hallsson und Assoc.-Prof. B. Jahn sowie Institutsleiter Prof. Uwe Siebert) verschiedene Früherkennungsstrategien in der Darmkrebsvorsorge von Personen mit identifiziertem familiärem Risiko für Darmkrebs in Deutschland evaluiert. Die Ergebnisse von FARKOR überraschen: unter Abwägung von potenziellem gesundheitlichem Nutzen, Schaden und Kosten der evaluierten Strategien erscheint eine Früherkennung mittels Darmspiegelung im Abstand von 10 Jahren oder alternativ eine mittels immunchemischen Tests auf Blut im Stuhl (iFOBT) im Abstand von 2 Jahren - jeweils im Alter von 30 bis 70 Jahren – sinnvoll in Bezug auf vermiedene Todesfälle und ist kosteneffektiv.
Weitere Pressemeldungen:
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18. Juli 2022
Fortsetzung der Kooperation mit den Tirol Kliniken
Am 18. Juli fand an der UMIT TIROL ein Vernetzungstreffen mit Spitzenvertretern und Qualitätsexpertinnen und -experten der Tirol Kliniken statt. Dabei wurde vereinbart, die seit dem Jahr 2018 laufende Kooperation auf dem Gebiet der klinischen Risiko- und Patientensicherheitsforschung fortzusetzen. In diesem Rahmen stellte der Projektleiter PD Dr. med. Wolfgang Buchberger, MSc die Ergebnisse der bisher durchgeführten Projekte vor.
Im Rahmen des von den Tirol Kliniken und der Tiroler Wissenschaftsförderung geförderten Versorgungsforschungsprojekts „Qualitätssicherung mit Routinedaten im Krankenhausumfeld“ wurden 18 Indikatoren des Austrian Inpatient Quality Indicator (A-IQUI) Systems in Hinblick auf ihre Sensitivität und Spezifität in der Detektion von behandlungsbedingten unerwünschten Ereignissen (Adverse Events) untersucht. Als Goldstandard diente eine systematische Analyse von Krankengschichten mit dem Global Trigger Tool (GTT). Insgesamt wurden 161 unerwünschte Ereignisse (davon 81 für das mit dem Indikator erfassten Outcome kausal) entdeckt. Häufigste Ursachen waren im Krankenhaus erworbene Infektionen (32,3%), chirurgische Komplikationen (14,3%), Blutungskomplikationen (10,6%) und sonstige meist multikausale Komplikationen (19,9%). Über alle Indikatoren betrug die Sensitivität in Bezug auf die Vorhersage eines unerwünschten Ereignisses 68,08% bei einer Spezifität von 69,55%, einem positiven prädiktiven Wert von 36,65% und einem negativen prädiktiven Wert von 89,62%, wobei sich zwischen den einzelnen Indikatoren erhebliche Unterschiede zeigten.
Das Forschungsprojekt „Evaluierung des klinischen Risikomanagements am a.ö. LKH (Univ.-Kliniken) Innsbruck“ untersuchte den Einfluss eines umfassenden klinischen Risikomanagements (KRM) auf die Reduktion von behandlungsbedingten Patientenschäden. Im Vergleich zu den Jahren vor der Einführung des KRM wurde zwei Jahre nach der vollständigen Implementierung ein durchschnittlicher jährlicher Rückgang der Schäden um 60,1 % (95 % CI: 57,1- 63,1) festgestellt. Im Durchschnitt sank die Schadensrate um 5 % pro 10% Rollout des KRM (Incidence Rate Ratio: 0.95; 95% CI: 0.93- 0.97).
Im Rahmen der fortgesetzten Kooperation sollen u.a. Indikatoren für kritische Ereignisse (Sentinel Indikatoren) und Haftpflichtfälle in Hinblick auf zugrundeliegende unerwünschte Ereignisse und die Ableitung von Präventionsmaßnahmen untersucht werden. Darüber hinaus sollen Qualitätsexpertinnen und -experten der Tirol Kliniken in der systematischen Analyse von Krankengeschichten mit dem Global Trigger Tool geschult werden.
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5. Juli 2022
Harvard T.H. Summer School Chan School of Public Health in Boston back in person
Professor Uwe Siebert from the Department of Public Health, Health Services Research and Health Technology Assessment at UMIT TIROL has been teaching the course RDS 286 Decision Analysis in Clinical Research in the Harvard summer program for 9 years. As a co-faculty, Assoc. Prof. Beate Jahn teaches the introduction to cost-effectiveness analysis.
After 2 years of online classes due to the COVID pandemic, the Summer School of the Harvard Chan School of Public Health took place in person again this year. The course was accepted with enthusiasm, and this year, scientists and students from all over the world came to further their training in the field of clinical decision analysis.
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Abschlussbericht des Projekts „Optimierung der ärztlichen und therapeutischen Versorgung in den Tiroler Pflegeheimen“ vorgestellt
Das interdisziplinäre Forschungsprojekt wurde im Auftrag der Landes-Zielsteuerung unter der Gesamtleitung von PD Dr. med. Wolfgang Buchberger, MSc durchgeführt und umfasste acht Teilprojekte, die departmentübergreifend von den Instituten für Qualität und Effizienz in der Medizin (Leitung: PD Dr. Wolfgang Buchberger, MSc), Pflegewissenschaft (Leitung: Univ.-Prof. Dr. Gerhard Müller, MSc) und Public Health, Medical Decision Making und HTA (Leitung: Univ.-Prof. Uwe Siebert) bearbeitet wurden. Ziel des Projekts war eine umfassende Analyse der ärztlichen und therapeutischen Versorgung in den Tiroler Pflegeheimen sowie ihrer Auswirkungen auf die intra- und extramurale Versorgung und das Rettungs- und Notarztsystem.
Im Rahmen der Studie zeigte sich unter anderem, dass zwar 83,6% der Transferierungen von Bewohnerinnen und Bewohnern von Pflegeheimen an Krankenhausnotaufnahmen akut notwendig waren, dass jedoch 44,3% aller stationären Aufnahmen und sogar 60,6% der stationären Aufnahmen aus Notaufnahmen bei optimierter Versorgungsqualität im Pflegeheim vermeidbar gewesen wären. Die häufigsten Ursachen für vermeidbare Krankenaustransferierungen waren Stürze und Traumata (32,2%), Atemwegsinfekte (22,2%), Infekte des Urogenitaltrakts (10,9%), akutes Nierenversagen (5,2%) und chronische Herzinsuffizienz (5,1%). Die Kosten für vermeidbare Krankenhaustransferierungen wurden mit 7,1 Mio. Euro pro Jahr berechnet.
Aus der Gegenüberstellung der realen Versorgungssituation mit evidenzbasierten Merkmalen einer guten Versorgung sowie aus der Analyse der Auswirkungen der bestehenden Versorgungssituation auf andere Sektoren des Gesundheitssystems wurden acht Maßnahmen abgeleitet und detailliert beschrieben. Diese umfassen u.a. regelmäßige organisierte Visiten mit Pflegepersonen und Hausärztinnen und Hausärzten, den Ausbau der fachärztlichen Visiten, strukturierte Prozesse zwischen Pflegeheim und Krankenhaus, sowie die Einführung von ärztlichen Koordinatorinnen und Koordinatoren und eines akutgeriatrischen Konsiliardienstes. Der Schwellwert, ab dem die Kosten für qualitätsverbessernde Maßnahmen in den Tiroler Pflegeheimen durch Einsparungen durch vermeidbare stationäre Krankenhausbehandlungen und Krankentransporte sowie Rettungseinsätze kompensiert werden, liegt bei 14% bis 19% des erhobenen Reduktionspotentials.
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- Einbindung der lokalen Bevölkerung und Interessengruppen durch Co-Creation Workshops zur Entwicklung eines "Menüs" von Verschreibungen in der Natur
- Überprüfung der wissenschaftlichen und ethischen Aspekte der geplanten Beobachtungsstudien und klinischen Studien
- Erzeugen von Aufmerksamkeit durch wissenschaftliche Veröffentlichungen und andere Verbreitungsstrategien
- Schulung des „Circle of Friends” Modells durch unsere finnischen Partner, eine moderierte Gruppenintervention zur Unterstützung naturbasierter sozialer Verschreibungen
- Erarbeitung und Planung lokaler, auf die jeweilige Region zugeschnittener, Kommunikationsstrategien
- Teambildung in der Natur durch Aktivitäten zur sozialen Vernetzung sowie Meditation und Achtsamkeit
- ein naturbasiertes soziales Verschreibungs-Menü zu entwickeln, welches an die jeweilige RECETAS-Pilotstadt angepasst ist: Barcelona, Cuenca (Ecuador), Helsinki, Marseille, Melbourne, Prag.
- Konzeption der Interventions- und klinischen Studien, die in den Pilotstädten durchgeführt werden und Erstellung von Protokollen für Machbarkeitsstudien, um die Studienkonzepte und die Akzeptanz der Studienbedingungen zu testen
- Mitgestaltung von Aktivitäten in der Natur, die zur Bekämpfung der Einsamkeit in den Städten getestet werden
- Anpassung dieser Maßnahmen an die Besonderheiten und Zielgruppen der einzelnen Pilotstädte
- Rekrutierung der Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer
- Untersuchung der Schwierigkeiten bei klinischen und Interventionsstudien durch wissenschaftliche Workshops
- Verbreitung neuer Erkenntnisse in der wissenschaftlichen Gemeinschaft
- Das Konsortium hat einen Publikationsausschuss gegründet, der die Verbreitungsaktivitäten auf Konsortiumsebene monitort und einen transparenten und integrativen Prozess zur Unterstützung aller Konsortiumsmitglieder schafft. Das Konsortium ist darum bemüht, junge Forscherinnen und Forscher und Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler zu unterstützen.
- Nach der Teilnahme am 26. „Nordic Congress of Gerontology“ im Juni wird das RECETAS-Konsortium im Oktober an der 18. „International Conference on Urban Health“ in Valencia, Spanien, teilnehmen.
- Mobilisierung der Interessengruppen und Behörden
- Fortsetzung des Aufbaus von Verbindungen zwischen verschiedenen Akteuren aus den Bereichen Gesundheit, soziale Aktivitäten und Natur
- Entwicklung einer Plattform zur Unterstützung der Umsetzung naturbasierter sozialer Interventionen und Verschreibungen
- Kommunikation mit Verbänden, Ärztinnen und Ärzten, lokalen Behörden, Politikerinnen und Politikern usw., um Bewusstsein zu schaffen und sie in das Projekt zu integrieren
Kontakt: Sibylle.Puntscher@umit-tirol.at
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20. Mai 2022
RECETAS|Lange Nacht der Forschung
Am 20. Mai 2022 fand die Lange Nacht der Forschung mit mehr als 2.700 Stationen in ganz Österreich statt, um Forschung und Wissenschaft hautnah erleben zu können und einen offenen Dialog mit der Gesellschaft zu führen.
Ein breites Spektrum an Themen von Gesellschaft, Umwelt, Gesundheit, Naturwissenschaften, Technik und Energie bis hin zu Wirtschaft, Digitalisierung und Kultur wurde von dem Wissenschaftsevent abgedeckt.
Das Ziel der Veranstaltung war, wissenschaftliche Themen auf innovative, verständliche und unterhaltsame Weise bei freiem Eintritt zu präsentieren. Insgesamt nahmen 135.000 Besucherinnen und Besucher an der Langen Nacht der Forschung teil, wovon mehr als 800 Interessentinnen und Interessenten an die UMIT TIROL kamen.
Das Forschungsprojekt RECETAS wurde an einem interaktiven Stand des Instituts für Public Health, Medical Decision Making und Health Technology Assessment vorgestellt. Hier wurde ein Poster über RECETAS gezeigt und das Ziel des Projekts mit den Besucherinnen und Besuchern diskutiert. Zudem wurde der RECETAS-Flyer verteilt, um zum Nachdenken über Einsamkeit und naturbasierte soziale Verschreibungen anzuregen und die Öffentlichkeit für diese Themen zu sensibilisieren.
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30. April 2022
Ein neuer RECETAS Newsletter ist online!
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30. April 2022
IPH stellt Ergebnisse über Empfehlungen zum Studiendesign von Zulassungsstudien in ISO Standards zu kardiovaskulären Medizinprodukten auf CORE-MD „project board meeting“ vor.
Frau Dr. Petra Schnell-Inderst, die Projektleiterin von CORE-MD an der UMIT, hat am 25.4.2022 auf dem project board meeting in Leiden, Niederlande Ergebnisse aus dem systematischen Review zu Empfehlungen für das Design von Zulassungsstudien von Medizinprodukten vorgestellt. Neben den Vertretern der verschiedenen Arbeitspakete aus dem Horizon 2020 CORE-MD-Projekt nahmen auch ein wissenschaftlicher Expertenrat und Vertreter der Europäischen Kommission teil.
Die Standards der International Organization for Standardization (ISO) spielen eine wichtige Rolle in der internationalen und europäischen Gesetzgebung für Medizinprodukte. In der Europäischen Union können die Hersteller durch das Einhalten harmonisierter Standards die Konformitätsvermutung für ihr Medizinprodukt erhalten. Die Konformitätsvermutung ist Voraussetzung für die Zulassung. Ein Standard wird zu einem harmonisierten Standard, wenn die EU-Kommission eine Standardisierungsanfrage stellt und damit die Konformität mit der EU-Gesetzgebung, in diesem Fall der „Medical Device Regulation“ überprüft wird. Wir haben uns die Standards zu kardiovaskulären Hochrisiko-Medizinprodukten angesehen, die Empfehlungen zum Design für die Studien für die Zulassung abgeben.
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13. April 2022
Health Technology Assessment-Bericht zur Ergotherapie bei Personen mit kognitiven Einschränkungen online!
Der Health Technology Assessment (HTA) -Bericht war vom Deutschen Institut für Medizinische Information und Dokumentation (DIMDI) in Auftrag gegeben worden.
Der HTA-Bericht untersuchte die medizinische Wirksamkeit, Kosteneffektivität sowie patientenbezogene, soziale und ethische Aspekte der Ergotherapie bei Personen mit kognitiven Störungen. Personen mit mittlerer oder schwerer Demenz waren aus der Betrachtung ausgeschlossen. Der HTA-Bericht identifizierte und bewertete systematische Übersichtsarbeiten zum Thema. Zur Bewertung der medizinischen Wirksamkeit wurden in den vorliegenden HTA-Bericht insgesamt neun systematische Übersichtsarbeiten zu insgesamt 45 randomisierten Studien eingeschlossen. Zur Bewertung von Kosten und Kosteneffektivität konnte keine systematische Übersichtsarbeit identifiziert werden. Zur Bewertung von Patienten- und sozialen Aspekten wurden fünf systematische Übersichtsarbeiten zu insgesamt 104 Studien, zur ethischen Bewertung neun Dokumente eingeschlossen.
Es konnte nicht sicher belegt werden, dass die Ergotherapie eine wirksame Therapie im Vergleich zu Interventionen ohne Ergotherapie darstellt, umgekehrt kann die Wirksamkeit der Beschäftigungstherapie aber auch nicht ausgeschlossen werden. Systematische Übersichtsarbeiten für den deutschsprachigen Raum waren nicht vorhanden. Zur Kosteneffektivität wurden keine systematischen Übersichtsarbeiten gefunden. Systematische Übersichtsarbeiten zu Erfahrungen von Patienten und betreuenden Angehörigen konnten nur für Patienten nach Schlaganfall oder Schädel-Hirntrauma gefunden werden, ohne dass anhand der Publikationen geklärt werden konnte, ob die Ergotherapie Bestandteil der Therapie war. Da es in den Übersichtsarbeiten jedoch in erster Linie um das Erleben der verschiedenen Krankheitsphasen ging, haben wir angenommen, dass diese Erfahrungen auch auf Patienten, die mit Ergotherapie behandelt wurden, übertragbar ist.
Grundsätzlich scheinen sowohl die Patienten als auch die betreuenden Angehörigen nach Schlaganfall oder Schädel-Hirn-Trauma dieser Patienten bestimmte Phasen während der Rehabilitation und nach der Entlassung zu durchlaufen, bei denen das medizinische Fachpersonal mehr oder weniger zu einer erfolgreichen Bewältigung beitragen kann. Ein entscheidender Einschnitt stellt die Entlassung nach Hause dar. Sie ist mit einem Übergang zu verstärkter Kontrolle und Selbstmanagement durch die Patienten, aber auch mit dem Verlust der geschützten, unterstützenden Umgebung in der Rehabilitationseinrichtung und mit Unsicherheit verbunden. Die Rückgewinnung einer aktiven, selbstbestimmenden Rolle ist ein Prozess, der den Therapeuten abverlangt, das richtige Maß an Unterstützung von und Patienten sowie Angehörigen zu finden.
Patienten in den Studien wünschten sich individuelle und ausreichende Informationen, insbesondere zur Ursache der Krankheit, dem individuellen Fortschritt, der Bewertung des Behandlungsplans und Entscheidungen über Entlassung und Nachbehandlung. Sie wünschten sich, dass ihren psychosozialen Bedürfnissen mehr Aufmerksamkeit gewidmet würde: ihre Rollen wieder zu gewinnen, die praktischen Erfordernisse des Managements zu Hause, Vorbereitung für eine Rückkehr zur Arbeit, sich an die Lebenssituation anzupassen und der Übergang zur Unabhängigkeit.
Die Autonomie von Patientinnen und Patienten und ihre Einschränkung durch die Folgen der Krankheit sowie daraus resultierende Spannungen mit den und für die Therapeutinnen und Therapeuten sind das zentrale Thema der ethischen Analyse. Aufgrund sensomotorischer, kommunikativer und / oder kognitiver Einschränkungen kann die Äußerungsfähigkeit von Patientinnen und Patienten eingeschränkt sein. Speziell kognitive Einschränkungen und eine eingeschränkte Wahrnehmung der eigenen Defizite können auch die Entscheidungsfähigkeit betreffen. Dies stellt besonders für Fachpersonal aus der Ergotherapie eine Herausforderung dar, weil die klientenzentrierte Zielsetzung einen zentralen professionellen Standard des beruflichen Selbstverständnisses von Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten darstellt.
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31. März 2022
Auszeichnung exzellente Lehrpersonen 2021
Der Preis zur Förderung guter Lehre an der Tiroler Privatuniversität UMIT TIROL, der auf den Qualitätsdimensionen des „Leitbild Lehre an der Tiroler Privatuniversität UMIT TIROL“ aufbaut, ist Ausdruck für die Wertschätzung und Anerkennung guter Lehre sowie des Engagements der Lehrpersonen an der Tiroler Privatuniversität UMIT TIROL. Die ersten drei Plätze der Lehrenden werden an Top-Lehrende des Departments für Public Health, Versorgungsforschung und Health Technology Assessment vergeben
Der erste Platz wird an Dipl.-Stat. Raffaella Matteucci Gothe verliehen. Sie wurde für exzellente Lehre für die Lehrveranstaltung „Quantitative Methoden IV – Logistische Regressionsverfahren“ von der UMIT TIROL-Lehrepreis-Jury ausgezeichnet.
Frau MMag. Dr. Elisabeth Nöhammer wurde für Ihre Lehrveranstaltung/Modul Gesundheitsförderung und Prävention einstimmig auf den zweiten Platz für den UMIT TIROL Preis für Exzellente Lehre gereiht.
Frau Dr. Lára R. Hallsson, MPH wurde mit dem dritten Platz des UMIT Tirol-Lehrepreis 2021 ausgezeichnet. Das eingereichte Lehrkonzept ist ein hervorragendes Beispiel für eine erfolgreiche Kombination von asynchronen und synchronen Lernelementen.
Raffaella Matteucci-Gothe: „Der UMIT Teaching Award ist für mich eine sehr geschätzte Auszeichnung. Die Auszeichnung bestätigt, dass meine Bemühungen zur Umsetzung des Leitbildes der UMIT TIROL in der Lehre erfolgreich waren. Ich bin stolz darauf, dass meine Bemühungen von den Studierenden positiv erlebt und als Bereicherung ihrer Ausbildung angesehen werden. Ich bin aber davon überzeugt, dass wir Preisträger als Lehrende keine Ausnahme in unserem Lehrkörper sind, denn meiner Erfahrung nach ist der „Spirit der guten Lehre“ an unserer Hochschule außergewöhnlich stark ausgeprägt.“
Elisabeth Nöhammer: „Das Online-Lehrsetting war für uns alle eine Herausforderung, daher freut es mich besonders, dass die Studierenden sowohl von den Inhalten als auch von der didaktischen Herangehensweise des Moduls profitiert haben.“
Lara Hallsson: "Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung, da sie zeigt, dass auch im Distanzsetting sehr gute partizipative-kooperative Lehre mit aktiver Interaktion und Kommunikation stattfinden kann."
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March 31, 2022
ECICC - European Commission Initiative on Colorectal Cancer: Inclusion into the ECICC Expert Pool
Prof. Uwe Siebert, Assoc.-Prof. Beate Jahn and Assoc.-Prof. Dr. Gaby Sroczynski from the Institute of Public Health, Medical Decision Making and Health Technology Assessment at UMIT TIROL have been invited to serve as experts for the ECICC - European Commission Initiative on Colorectal Cancer. Professor Uwe Siebert said “We are proud to contribute to this leading European initiative and to inform recommendations with our long-standing expertise on medical decision analysis in screening interventions. The fact that three members of our institute have been invited to this important panel shows the competence in evidence-based prevention and public health we have built up at UMIT TIROL over the last 2 decades”.
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March 30, 2022
Invited Talk – Statistics in Science and Society
Assoc.-Prof. Beate Jahn was invited to co-chair the Panel Discussion ‘Statistics in Science and Society: Mind the gap – from Theory to Practice’ with leading representatives from international statistical bureaus and climate and health researchers at the DAGStat 2022 Joint Statistical Meeting.
Since data and statistics play a vital role in science and society, data of sufficient quality are required to support decision making using decision-analytic modelling. This panel discussion builds on the recently published paper ‘On the role of data, statistics and decisions in a pandemic’ by Beate Jahn et al. (https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35432617/) by reflecting required changes to be better prepared for future pandemics and challenges.
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March 22, 2022
UMIT TIROL Wissenschaftler sind Mitautoren der Studie "Daten und Statistik als Grundlage für Entscheidungen eine Diskussion am Beispiel der Corona Pandemie"
Univ.-Prof. Uwe Siebert und Assoz. Prof. Dr. Beate Jahn vom Institut für Public Health, Medical Decision Making und HTA sind Mitautoren der Stellungnahme "Daten und Statistik als Grundlage für Entscheidungen eine Diskussion am Beispiel der Corona Pandemie". Die Stellungnahme wurde kürzlich von der Deutschen Arbeitsgemeinschaft Statistik (DAGStat) veröffentlicht. Autoren der 30-seitigen Stellungnahme waren Vertreter von zehn Universitäten, vom Statistischen Bundesamt und von der SMDM (Society for Medical Decision Making).
Die Stellungnahme bezieht sich auf die Rolle von Daten, Statistiken und Modellen zur evidenzbasierten Entscheidungsfindung am Beispiel der aktuellen Corona-Pandemie. Viele abgeleitete zukünftige Maßnahmen und Empfehlungen aus dem Dokument sind auch für Situationen abseits der Corona-Pandemie anwendbar und können die Vorsorgeaktivitäten bei Pandemien und Krisen unterstützen. “Wenn wir die Macht der Zahlen voll ausschöpfen wollen, müssen Daten national und international systematisch gesammelt werden. Außerdem müssen die Daten und die daraus entwickelten entscheidungsanalytischen Modelle und deren Ergebnisse transparent und offen kommuniziert werden. Ganz zentral ist dabei eine fächerübergreifende Zusammenarbeit und die Fähigkeit Daten kritisch zu beurteilen”, fasst Univ.-Prof. Uwe Siebert zentrale Empfehlungen aus der Stellungname zusammen. “Entscheidungen in der Krise werden letztendlich von der Politik getroffen. Zu diesen Entscheidungen können wissenschaftlich fundierte Daten, die zeitnah verfügbar sind, einen wesentlichen Beitrag leisten”, sagt Siebert abschließend.
UMIT TIROL Wissenschaftlerin Assoz. Prof. Dr. Beate Jahn hat in der Diskussion zur Stellungnahme am Beispiel des Forschungsprojektes TAV-COVID aufgezeigt, wie evidenzbasierte zeitnahe Entscheidungsfindung unter Berücksichtigung von Datenunsicherheit unterstützt werden kann. “Beim Projekt TAV-COVID wurden unter Einbeziehung von nationalen und internationalen Experten für Österreich in Frage kommende Impfstrategien, Zielgruppen für die Impfung und Zielkriterien für eine Impfung gesammelt. Auf Basis dieser Informationen wurden dann mit Hilfe eines dynamischen, österreichischen Populationsmodelles verschiedene Impfszenarien simuliert und die Ergebnisse als Entscheidungsgrundlage präsentiert“, sagte Jahn. Und weiter: „Ich denke, dass wir mit den Ergebnissen unserer Studie einen wertvollen Beitrag zur Entscheidungsunterstützung für eine Impfstrategie liefern konnten“.
Die Deutschen Arbeitsgemeinschaft Statistik (DAGStat) ist die Dachorganisation von 13 wissenschaftlichen Fachgesellschaften aus dem Bereich der Statistik sowie des Statistischen Bundesamtes. Die vollständige Stellungnahme kann auf der Homepage der DAGStat www.dagstat.de abgerufen werden.
Das UMIT TIROL Institut für Public Health, Medical Decision Making und Health Technology Assessment hat in den vergangenen Jahren mit Partnern im Rahmen des COMET Projektes DEXHELPP unter der Leitung von Simulationsforscher Dr. Niki Popper von der TU Wien intensiv an der Entwicklung des österreichischen Populationsmodelles GEPOC (Anmerkung: generic population concept) mitgewirkt. Mithilfe dieses Populationsmodells können Aktionen von einzelnen Individuen simuliert werden, um Rückschlüsse auf Bevölkerungsebene ziehen zu können. Es können Kontaktnetzwerke wie Schulen, Familie oder Arbeitsumfeld für jede einzelne Region in Österreich abgebildet und damit gezielte Strategien zur Eindämmung der Pandemie evaluiert werden.
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24. Februar 2022
Novum: Erste Nutzenbewertung des IQWiG mit unterstützender entscheidungsanalytischer Modellierung: Altersgrenzen im Mammografie-Screening
Im Rahmen der Nutzenbewertung des Mammografie-Screenings in Deutschland hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) zum ersten Mal eine entscheidungsanalytische Modellierungsstudie in Auftrag gegeben. Unter der Leitung von Assoc.-Prof. Dr. Gaby Sroczynski haben die Expertinnen und Experten am Institut für Public Health, Medical Decision Making und Health Technology Assessment (Institutsleiter: Univ.-Prof. Uwe Siebert) an der UMIT TIROL Evidenz aus verschiedenen Quellen zusammengeführt und eine modellbasierte Nutzen-Schaden-Abwägung für verschiedene Altersgrenzen im Mammografie-Screening in Deutschland durchgeführt. Dadurch konnten die Effekte des Screenings auch über den Zeitraum hinaus ermittelt werden, der durch die bislang vorliegenden Studien abgedeckt wird, was für die Beurteilung von patientenrelevanten Outcomes von großer Bedeutung ist. Außerdem wurde dem Prinzip der Health Decision Science folgend eine explizite Abwägung des Zusatznutzens durch bessere Heilungschancen bei Früherkennung gegenüber dem potenziellen Zusatzschaden durch Überdiagnosen vorgenommen und transparent berichtet. Die vorläufigen Ergebnisse der IQWiG Nutzenbewertung basierend auf empirischen Studien und unterstützt durch die Modellierungsstudie sind jetzt als Vorbericht veröffentlicht.
Zur IQWiG-Pressemeldung: https://www.iqwig.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilungen-detailseite_61376.html
Zum IQWiG S21-01-Vorbericht: https://www.iqwig.de/download/s21-01_vorbericht_altersgrenzen-im-mammografie-screening-programm_v1-0.pdf
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31. Januar 2022
Dr. Stephan Böse-O'Reilly zum Delegierten der International Pediatric Association (IPA) ernannt
Dr. Stephan Böse-O'Reilly wurde als Delegierter für Europa in die 'Strategic Advisory Group (SAG) on Environmental Health' der International Pediatric Association (IPA) berufen. Als Kinderarzt und Experte für Umwelt und Gesundheit wird er sich in dieser strategischen Arbeitsgruppe des internationalen pädiatrischen Dachverbands für Umwelt und Gesundheit speziell für Kinder einsetzen.
2021
13. Dezember 2021
Soziale Interaktion auf Rezept
Artikel "Soziale Interaktion auf Rezept" (Social Prescribing) über das EU Horizon 2020 Projekt "RECETAS"
publiziert am 13. December 2021 in TOP TIROL https://www.top.tirol/wirtschaftsmeldungen/forschung-innovation/soziale-interaktion-auf-rezept
Das Projekt RECETAS untersucht die Auswirkungen von sozial verschriebenen gemeinsamen Aktivitäten in der Natur auf Einsamkeit und Wohlbefinden.
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17. September 2021
UMIT Autumn School bildet Epidemiologie-Expertinnen und Experten aus
Nicht nur theoretisches Wissen sondern auch die praktische Anwendung epidemiologischer Prinzipen stand bei der elften UMIT-Autumn School für Klinische Epidemiologie an der UMIT – Universität für Gesundheitswissenschaften, Medizinische Informatik und Technik im Vordergrund. Auf Grund der COVID-Situation fand die Autumn School dieses Jahr ONLINE statt.
Unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Albert Hofmann, der an der Harvard School of Public Health den Vorsitz des Departments für Epidemiologie innehat und dort aktiv forscht und lehrt, und Univ.-Prof. Uwe Siebert, dem Vorstand des UMIT-Departments für Public Health, Versorgungsforschung und Health Technology Assessment, nutzten die internationalen Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine Woche lang die Möglichkeit, ihr Wissen in Epidemiologie zu vertiefen.
Das Forschungsfeld klinische Epidemiologie liefert wichtige Informationen für Beschäftigte und Entscheidungsträger im Gesundheitswesen, die bei der Identifizierung von Risikofaktoren helfen können und einen Beitrag zu optimalen präventiven, diagnostischen und therapeutischen Strategien für Einzelpersonen und die Bevölkerung leisten.
Die einzelnen Vorlesungen und Online-Workshops der UMIT Autumn School deckten dabei sowohl die wichtigsten Methoden, Elemente und Studiendesigns der klinischen Epidemiologie wie auch die praxisorientierten Anwendung epidemiologischer Grundsätze zu aktuellen Volkskrankheiten wie Krebs- und Herzkreislauferkrankungen ab. Der facettenreiche berufliche Hintergrund der 24 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 9 Ländern – sie stammten aus Gesundheitsforschung, akademischen Institutionen, dem öffentlichen Gesundheitswesen und der Industrie – ermöglichte zudem fruchtbare Diskussionen, die „aktuellste Forschungsergebnisse mit innovativen wie vielversprechenden Lösungsansätzen zu epidemiologischen Fragestellungen kombinierte“, zeigte sich Gastgeber Univ.-Prof. Uwe Siebert/UMIT – Universität für Gesundheitswissenschaften, Medizinische Informatik und Technik vom Erfolg der Autumn School überzeugt.
Die Autumn School in Klinischer Epidemiologie ist Teil des in Europa einzigartigen „International Continuing Education Program in HTA & Decision Science (HTADS)“, das aus sieben separat belegbaren Zertifikatskursen, dem internationalen Master-Studium in HTA, Evidence-based Health Care and Decision Science und dem internationalen englischsprachigen Doktoratsprogramm in HTA besteht.
www.umit-tirol.at/htads
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14. Oktober 2021
RECETAS Website ist online!
Anmeldung zum RECETAS Newsletter:
https://recetasproject.us5.list-manage.com/subscribe?u=c6604b95537e42c52006432c2&id=c0470f10bb
16. Juni 2021
EU Horizon 2020: Universität UMIT TIROL leitet Arbeitspaket Risiko, Nutzen, Kosten beim Projekt RECETAS
13 Organisationen aus neun Ländern evaluieren im RECETAS-Projekt, ob naturbasierte soziale Maßnahmen Einsamkeit reduzieren und das psychische Wohlbefinden in Städten fördern können
Kann die Verschreibung sozialer Aktivitäten in natürlichen Räumen Gefühle von Einsamkeit reduzieren und die Lebensqualität im städtischen Bereich verbessern? Das EU-Projekt RECETAS (Re-imagining Environments for Connection and Engagement: Testing Actions for Social Prescribing in Natural Spaces) soll hierzu Antworten liefern. Dieses Forschungs- und Innovationsprojekt wird von einem Konsortium, bestehend aus 13 Institutionen aus neun verschiedenen Ländern, durchgeführt und vom Barcelona Institute for Global Health (ISGlobal) koordiniert, einer von der Stiftung "la Caixa" unterstützten Organisation. Das Projekt läuft über fünf Jahre und wird mit fünf Millionen Euro von der Europäischen Union durch ihr Horizon 2020 Programm finanziert. Die Universität UMIT TIROL wurde aufgrund ihres internationalen Rufs und ihrer Kompetenz in den Bereichen Data Science, Kausalitätsforschung und Modellierung von Public Health Maßnahmen mit einem eigenen Arbeitspaket beauftragt, welches mit knapp 800.000 EUR gefördert wird.
Unter „sozialer Verschreibung“ versteht man Maßnahmen, bei denen das Gesundheitspersonal gemeinsam mit einsamen Menschen Aktivitäten identifiziert, welche Gesundheit und Lebensqualität verbessern können. In RECETAS wird evaluiert, wie die soziale Verschreibung naturbasierter Aktivitäten die Einsamkeit von Stadtbewohnern verbessern kann.
"Wir werden partizipative Prozesse nutzen, um die Öffentlichkeit und andere Stakeholder in das Interventionsdesign einzubeziehen", erklärt Jill Litt, ISGlobal-Forscherin und Projektleiterin. "Das Projekt umfasst neuartige Methoden wie die Analyse sozialer Netzwerke, wirtschaftliche Machbarkeitsstudien und randomisierte Studien. Das Ziel von RECETAS ist neben dem wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn das Erarbeiten von praktischen Angeboten an Gesundheitsdienstleister, Pflegefachkräfte, soziale Einrichtungen und Gemeinden", fügt sie hinzu.
UMIT TIROL Forscherin Ass.-Prof. Priv.-Doz. Dr. Ursula Rochau, Leiterin des Arbeitspakets zur Evaluation der Nutzen-, Risiko- und ökonomischen Aspekte der naturbasierten sozialen Strategien erklärt: „Die UMIT TIROL leistet in RECETAS einen wichtigen Beitrag zu dem relativ neuen Feld der Interventionen, die in der Natur stattfinden und vom Gesundheitssektor organisiert werden. Wir werden die Langzeitwirkungen verschiedener naturbasierter sozialer Aktivitäten auf die Endpunkte Einsamkeit und Lebensqualität abschätzen und die gesundheitsökonomische Komponente beleuchten.“ Departmentleiter und UMIT TIROL Prof. Siebert ergänzt „Ich freue mich, dass unser Public Health Institut seine wissenschaftliche Expertise in Data Science und Modellierung in RECETAS einbringen kann. Gerade für Tirol mit seiner einzigartigen Natur und dem wirtschaftlichen Potenzial bietet dieses innovative Projekt wichtige Perspektiven in der naturbasierten und sozialen Gesundheitsversorgung.“
Allein in Europa gaben vor der COVID-19-Pandemie mehr als 75 Millionen Erwachsene an, dass sie sich maximal einmal im Monat mit Familie oder Freunden treffen, und 30 Millionen fühlten sich häufig einsam. Es ist erwiesen, dass Einsamkeit unsere produktive Lebensspanne verkürzt und für die Gesundheit ähnlich gefährlich sein kann wie Rauchen oder Übergewicht. Die gute Nachricht ist jedoch, dass Einsamkeit durch gezielte Maßnahmen modifizierbar ist.
In Städten kann die nahe gelegene Natur therapeutische Vorteile bieten und soziale Interaktion fördern. Investitionen in naturbasierte Lösungen und grüne Infrastruktur, die die rasante Urbanisierung und ihre negativen Umweltfolgen in den Städten abmildern sollen, können auch zur Verbesserung der Gesundheit und des Wohlbefindens genutzt werden, auch in Ausnahmesituationen wie bei den Einschränkungen im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie.
Eines der Hauptmerkmale des RECETAS-Projekts ist der interdisziplinäre Ansatz, der neben betroffenen Bürger*innen Expertinnen und Experten aus verschiedenen Bereichen zusammenbringt, unter anderem aus Public Health, der Psychologie, der klinischen Medizin, dem Ingenieurwesen, der Gesundheitsökonomie, der Wirtschaft, dem Rechtswesen, Data Science und Entscheidungswissenschaft.
Um die Forschungsziele zu erreichen, wird RECETAS drei Beobachtungsstudien und drei randomisierte kontrollierte Studien in sechs Städten weltweit durchführen: Barcelona, Marseille, Prag, Helsinki, Cuenca und Melbourne. Diese Studien werden einen wichtigen Beitrag zu den stetig wachsenden Erkenntnissen über das Potenzial naturbasierter, sozialer Interventionen zur Förderung von Gesundheit und Wohlbefinden leisten. Gleichzeitig zielen diese Lösungen darauf ab, den Druck auf bereits angespannte Gesundheitssysteme zu reduzieren.
Leitung des Arbeitspakets zu Nutzen, Risiken und Kosten:
Ass.-Prof. Priv.-Doz. Mag. Dr. Ursula Rochau, ursula.rochau@umit-tirol.at
Prof. Uwe Siebert, public-health@umit-tirol.at
Die 13 teilnehmenden Organisationen sind:
- Agence des Villes et Territoires durables en Mediterranée (AViTeM, France)
- Agència de Salut Pública de Catalunya (ASPCAT, Spain)
- Aketh Investments Services (AIS, Spain)
- Assistance Publique Hôpitaux de Marseille (AP-HM, France)
- Barcelona Institute for Global Health (ISGlobal, Spain)
- Charles University (CU, Czech Republic)
- Fundació Salut i Envelliment UAB (FSIE-UAB, España)
- UMIT - Private University for Health Sciences, Medical Informatics and Technology (UMIT TIROL, Austria)
- RMIT University (Australia)
- University of Cuenca (UC, Ecuador)
- University of Helsinki (UH, Finland)
- University of the West of England (UWE, UK)
- Visible Network Labs (VNL, USA)
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11. Juni 2021
300 Teilnehmer beim SMDM Spring Event „Preparedness for Pandemics“
Ein großer Erfolg war die virtuelle Europäische Jahrestagung der Society for Medical Decision Making (SMDM), die unter dem Generalthema „Preparedness for Pandemics“ stand. Den Programm-Chairs der Veranstaltung, UMIT TIROL -Wissenschaftlern Assoz.-Prof. Dr. Beate Jahn, Dr. Silke Siebert und Univ.-Prof. Uwe Siebert sowie Prof. Dr. Tobias Kurth von der Charité – Universitätsmedizin Berlin, ist es gelungen, für die Veranstaltung so renommierte Vortragende wie die Direktorin des European Centre for Disease Prevention and Control, Dr. Andrea Ammon und den Special WHO-Envoy und früheren UN-Berater Dr. David Nabarro zu gewinnen.
„Ziel der Veranstaltung war es, sich mit Forscherinnen und Forschern, Gesundheitspersonal, Entscheidungsträgern und andere Stakeholdern aus aller Welt zum wichtigen Thema Preparedness in Bezug auf Pandemien auszutauschen. Mit über 300 registrierten Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 43 Ländern rund um den Globus ist uns das auch sehr gut gelungen“, freute sich UMIT TIROL-Professorin Dr. Beate Jahn, die derzeit auch Vizepräsidentin der SMDM ist.
Für den Leiter des UMIT TIROL-Departments für Public Health, Medical Decision Making und Health Technology Assessment Univ.-Prof. Uwe Siebert war der internationale Austausch zum Thema Preparedness bei Pandemien sehr aufschlussreich. „Wir haben auf dieser Tagung alle sehr viel voneinander gelernt – unter anderem wie wichtig der Zusammenschluss verschiedener Regionen und Länder bei der gemeinsamen Vorbereitung und Reaktion auf eine Pandemie ist, aber auch wie notwendig eine Analyse und ausdrückliche Kommunikation der Unsicherheiten und Abwägungen ist“, sagte Siebert. Die Impuls-Statements, der interaktive Workshop zum Thema, die Diskussionen und der virtuelle Austausch im Rahmen der Veranstaltung hätten geholfen, neue Kontakte in diesem interdisziplinären Forschungsfeld zu knüpfen und für die Zukunft neue weltweite Netzwerke zwischen Forschenden und Entscheidungsträgern zu schaffen, sagte Siebert abschließend.
Videoaufnahme des Events (in Kürze) hier
7. Juni 2021
COVID-19 Entscheidungsmodelle Webinar-Aufzeichnungen verfügbar!
Haben Sie das COVID-19 Decision Modeling Webinar des SMDM verpasst? Wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu können, dass die Aufzeichnungen jetzt kostenlos auf der SMDM-Website zum Abruf bereitstehen. Klicken Sie hier, um die Videos anzusehen.
Wir hoffen, dass Sie diese Videos genießen.
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24. April 2021
Selbstbestimmtes Sterben möglich
Juristin Ass.-Prof. Dr. Magdalena Flatscher-Thöni beantwortete rechtliche Fragen zum selbstbestimmten Sterben. In einem Interview mit der Tiroler Tageszeitung erklärte Juristin Magdalena Flatscher-Thöni von der UMIT TIROL, warum nach dem Urteil des Verfassungsgerichtshofs (VfGH) Regelungen für selbstbestimmtes Sterben erforderlich sind.
Ass.-Prof. Dr. Flatscher-Thöni ist Koordinatorin des Programms für 'Health Policy, Administration, Economics and Law' am Institut für Public Health, Medical Decision Making und Health Technology Assessment der UMIT TIROL.
Juristin Magdalena Flatscher-Thöni von der UMIT in Hall erklärt, warum es nach dem Urteil des Verfassungsgerichtshofs (VfGH) Regelungen braucht.
- Was besagt das Urteil des VfGH?
Bis spätestens Jänner 2022 muss es Menschen in Österreich erlaubt sein, aus freiem Willen Hilfe von Dritten in Anspruch zu nehmen, um sich zu töten. Der VfGH befand, dass der Straftatbestand der „Hilfeleistung zum Selbstmord“ gegen das Recht auf Selbstbestimmung verstößt und verfassungswidrig ist. Die freie Selbstbestimmung umfasst nicht nur die Freiheit zur Selbsttötung, sondern auch das Recht, die Hilfe eines (bereiten) Dritten zu beanspruchen. Tötung auf Verlangen bleibt weiter strafbar. - Was heißt das?
Suizidbeihilfe wird legalisiert. Menschen mit Sterbewunsch können die Hilfe eines Dritten in Anspruch nehmen. Dieses Recht auf selbstbestimmtes Sterben in Würde war bisher in Österreich nicht gegeben. - Wie groß ist der Spielraum?
Der VfGH weist darauf hin, dass die freie Selbstbestimmung am Lebensende durch soziale und ökonomische Umstände beeinflusst werden kann. Angesprochen werden Lebenssituationen wie eine prekäre wirtschaftliche Lage oder die Rücksichtnahme auf pflegende Angehörige. Der Gerichtshof fordert den Gesetzgeber auf, in der Neuregelung Maßnahmen vorzusehen, die einen potenziellen Missbrauch verhindern, sodass Betroffene ihre Entscheidung zur Selbsttötung nicht unter dem Einfluss anderer fassen. - Was kann die Patientenverfügung regeln?
In der schriftlichen Willenserklärung lehnt der künftige Patient eine medizinische Behandlung ab. Die Verfügung wird wirksam, wenn der Patient im Zeitpunkt der Behandlung nicht selbst entscheiden kann. Die auszuschließenden Behandlungen bestimmt der künftige Patient, basierend auf medizinischer Aufklärung. Lebensverlängernde Maßnahmen können abgewählt werden. Wichtig ist, dass die abgelehnte Behandlung konkret beschrieben sind. - Wer entscheidet, wenn es keine Verfügung gibt?
Grundsätzlich steht die Selbstbestimmtheit des Patienten im Vordergrund. Ist die notwendige Einwilligungsfähigkeit nicht mehr gegeben, besteht neben der Patientenverfügung die Möglichkeit, durch einen Vorsorgebevollmächtigten vertreten zu werden. Eine Vertrauensperson, die auch über schwerwiegende medizinische Angelegenheiten entscheiden kann. Liegt beides nicht vor, gibt es verschiedene Formen der Erwachsenenvertretung.
Das Interview führte Alexandra Plank
Den Artikel finden sie in: TT - Tiroler Tageszeitung, 24.04.2021, Ausgabe 114, Seite 13
Siehe hierzu auch: https://www.tt.com/artikel/17642770/vfgh-oeffnet-tuer-zur-sterbehilfe
8. März 2021
Women in Leadership, Knowledge is Empowerment
Weltfrauentag am 08.03.2021
Jedes Jahr steht der Weltfrauentag unter einem anderen Motto. Dieses Jahr lautete das Motto von UN-Women „Women in leadership: Achieving an equal future in a covid19 world“.
In Anlehnung daran, fand am 08.03.2021 eine von Makademia, Club Alpbach Tirol und Juvenilia Club Innsbruck organisierte Paneldiskussion statt.
Im Fokus stand dabei eine wichtige Facette von Leadership: Wissen.
Wissen ist nicht nur wichtig für Gleichberechtigung, sondern auch für female leadership. Was ist überhaupt female leadership? Warum ist es wichtig? In welchen Bereichen kann es wie aussehen?
Darüber diskutierten neben Magdalena Flatscher-Thöni auch Sarah Dingler, Sarah Burtscher und Barbara Schneider-Muntau.
24. November 2020
Wissenschaftler der Privatuniversität UMIT TIROL präsentieren Entscheidungsgrundlage für gezielte COVID-19 Impfstrategie
Stufenweises Vorgehen: Vorrangiges Impfen von Älteren und vulnerablen Personen verhindert am effektivsten Hospitalisierungen und Todesfälle.
Im Rahmen eines COVID-19 Symposiums an der John Hopkins University haben am Wochenende Priv.-Doz. Dr. Beate Jahn und Univ.-Prof. Uwe Siebert vom Institut für Public Health, Medical Decision Making und Health Technology Assessment der Tiroler Privatuniversität UMIT TIROL die Ergebnisse des Forschungsprojektes „Gezielte Impfstrategien für COVID-19: Eine Computersimulationsstudie zur Bewertung von Impfszenarien unter Berücksichtigung begrenzter Impfkapazitäten (TAV-COVID)“ vorgestellt und mit internationalen Wissenschaftlern diskutiert. An diesem virtuellen Symposium – Key Note Speaker war der führende Experte und Berater für Infektionskrankheiten der US-Regierung Dr. Anthony Fauci - nahmen weltweit 3000 Personen teil.
Ziel des Forschungsprojektes TAV-COVID, eine Kooperation zwischen UMIT TIROL, TU Wien und dwh GmbH, ist es eine evidenzbasierte Entscheidungsgrundlage zu erarbeiten, welche Personengruppen mit einem COVID-Impfstoff prioritär behandelt werden sollen um den Gesamtnutzen für die Bevölkerung zu maximieren. Dies geschieht vor dem Hintergrund, dass anfangs mit einer begrenzten Impfstoffverfügbarkeit gerechnet werden muss.
Im Projekt wurden unter fachlicher Beratung durch ein ‚Standing Policy and Expert Panel‘ für Österreich in Frage kommende Impfstrategien, Zielgruppen für die Impfung und Zielkriterien für eine Impfung gesammelt. Auf Basis dieser Informationen wurden dann mit Hilfe eines in den letzten Jahren gemeinsam von TU Wien, Universität UMIT TIROL und weiteren Partnern im Rahmen des COMET Projektes DEXHELPP entwickelten, dynamischen, österreichischen Populationsmodelles verschiedene Impfszenarien simuliert und die Ergebnisse jetzt beim Symposium an der John Hopkins University vorgestellt. Die Forschungsgruppe wurde begleitend durch das Expert Panel sowie durch internationale Fachexperten beraten und es wurden gemeinsam Evidenz-Statements für die politische Entscheidungsunterstützung in Österreich abgeleitet.
Priorisierung der Älteren und vulnerablen Gruppen reduziert Hospitalisierungen und Todesfälle am stärksten
Im Rahmen des Projektes wurde eine Vielzahl von möglichen Szenarien simuliert. Dabei wurde in der ersten Stufe von einer Verfügbarkeit des Impfstoffes für zunächst 200.000 Personen ausgegangen. In einer weiteren Stufe wurde eine Impfstoffverfügbarkeit für über zwei Millionen Personen zugrunde gelegt. Die Fragestellung lautete: Welche Auswirkung hat die Impfung unterschiedlicher Zielgruppen auf verschiedene Endpunkte und welche Priorisierungsfolge in Abhängigkeit von der Impfstoffverfügbarkeit lässt sich daraus ableiten?
Die Projektleiterin Priv.-Doz. Dr. Beate Jahn fasst die Forschungsergebnisse wie folgt zusammen: „Wenn zunächst erst wenig Impfstoff zur Verfügung steht und man das Ziel verfolgt, Hospitalisierungen bzw. Todesfälle so gering wie möglich zu halten, gelingt dies am besten, wenn man beim Impfen die Personengruppe, die älter als 65 Jahre ist, priorisiert. Danach folgt die Personengruppe, die im Ansteckungsfall ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf hat. Andere Kriterien sprechen für die Priorisierung des Gesundheitspersonals. Hierzu gehören der Systemerhalt und die Schutzwürdigkeit beruflich besonders stark exponierter Personen.“
Dr. Niki Popper, Simulationsforscher und Leiter der Forschungsgruppe Simulation an der TU Wien ergänzt: „Geht man von einer Verfügbarkeit eines nicht sterilisierenden Impfstoffs für ca. 2,5 Millionen Personen aus, vermeidet das Impfen der Älteren gefolgt von vulnerablen Personen ca. ein Drittel der Hospitalisierungen und Todesfälle im Vergleich zu keiner Impfung.“ Jahn führt weiter aus: „Ein vorrangiges Impfen des Gesundheitspersonals führt in dieser Stufe zu vergleichbaren Ergebnissen. Eine sterilisierende Impfung führt zu einer effektiveren und nachhaltigeren Reduktion der Hospitalisierungen und Todesfälle von über 60 Prozent und insbesondere zu einer größeren Reduktion der Infektionen“.
Univ.-Prof. Dr. Wiedermann-Schmidt, ein Mitglied des projektbegleitenden Standing Policy and Expert Panel und Mitglied des nationalen Impfgremiums, betont die wichtige Grundlage evidenzbasierter Medizin bei der Erstellung von nationalen Impfempfehlungen: „Bei der Impfempfehlung gegen COVID-19 und allen künftigen Impfempfehlungen ist der Einsatz von Modellierungen ein nicht mehr wegzudenkender Teil der Evidenzgenerierung. Daher bin ich besonders froh über die Zusammenarbeit mit diesem Forschungsteam, und darüber, dass auch Mitglieder des nationalen Impfgremiums beratend in dieses Projekt mit eingebunden wurden.“
Für den Leiter des UMIT TIROL-Institutes für Public Health, Medical Decision Making und HTA, Univ.-Prof. Uwe Siebert, stellen die Ergebnisse des Forschungsprojektes TAV-COVID eine sehr gute Basis für nachvollziehbare evidenzbasierte Entscheidungen zur Impfstrategie dar: "Wir freuen uns, wenn die Ergebnisse unseres Forschungsprojekts einen Beitrag zur politischen Entscheidungsunterstützung für eine zielgerichtete Impfstrategie in Österreich leisten können. Ohne die Zusammenarbeit mit dem Wiener Unternehmen dwh GmbH als technischem Umsetzungspartner, unserem Policy and Expert Panel und die durch österreichische Förderungen unterstützen Vorarbeiten wäre dieses Projekt nicht in dieser Zeit möglich gewesen. Auch der Austausch mit dem wissenschaftlichen Panel an der John Hopkins University hat gezeigt, dass unser Team international wegweisende Forschung leistet“, sagt Siebert.
Weitere Informationen:
Link Video des COVID-19 Symposiums with Beate Jahns Präsentation der TAV-COVID Studie "Gezielte Impfstrategien für COVID-19" (Zeit 1:25) und Uwe Sieberts Reflexion zu den präsentierten Themen (Zeit 1:43): https://youtu.be/stuvTQLX71w
Link zum PDF Dokument Executive Summary (long abstract) of the TAV-COVID Expert Meeting, November 17, 2020: Targeted COVID-19 Vaccination Strategies: An Agent-based Modeling Evaluation Considering Limited Vaccination Capacities (TAV-COVID)
Rückfragen & Kontakt:
Ass.-Prof. Priv.-Doz. Dipl.-Math. oec. Dr.rer.soc.oec. Beate Jahn, Principal Investigator TAV-COVID, UMIT TIROL Department für Public Health, Versorgungsforschung und Health Technology Assessment,
Tel: +43 (0)508648-3923, e-mail: beate.jahn@umit-tirol.at
Univ.-Prof. Uwe Siebert, Co-Principal Investigator TAV-COVID, Chair, UMIT TIROL Department für Public Health, Versorgungsforschung und Health Technology Assessment
Tel: +43 (0)508648-3931, e-mail: uwe.siebert@umit-tirol.at
29. September 2020
Wissenschaftler der Privatuniversität UMIT TIROL erarbeiten evidenzbasierte Entscheidungsgrundlage für gezielte COVID-19 Impfstrategie
Aktuell verdichten sich die Berichte, dass spätestens im Frühjahr 2021 die ersten COVID-Impfstoffe verfügbar sind. Allerdings ist schon heute klar, dass der oder die Impfstoffe, die alle Phasen der strengen Zulassungskriterien erfolgreich durchlaufen haben, zunächst ein knappes Gut sein werden. Es stellt sich daher die Frage, wer soll prioritär mit dem Impfstoff versorgt werden. Sollen es zuerst die Älteren, Personen, die zur Risikogruppe gehören, oder doch besser Ärzte oder Pflegepersonal oder gar die Kinder und Jugendlichen sein?
Im Rahmen des Forschungsprojektes „Gezielte Impfstrategien für COVID-19: Eine Computersimulationsstudie zur Bewertung von Impfszenarien unter Berücksichtigung begrenzter Impfkapazitäten (TAV-COVID)“ wollen nun Wissenschaftler des Institutes für Public Health, Versorgungsforschung und Health Technology Assessment der Tiroler Privatuniversität UMIT TIROL zusammen mit den Entscheidungsträgern eine evidenzbasierte Entscheidungsgrundlage für eine gezielte COVID-19-Impfstrategie für Österreich erarbeiten. „Ziel unseres Forschungsprojektes, das wir gemeinsam mit dem Team von Dr. Niki Popper von der TU Wien durchführen, ist es, eine evidenzbasierte wissenschaftliche Anleitung zur optimalen Auswahl gezielter Impfstrategien zu erzeugen. Die Ergebnisse sollen die Basis für nachvollziehbare Entscheidungen für die Behörden sein, um entsprechende Genehmigungen einzuleiten, öffentliche Informationskampagnen vorzubereiten und entsprechende Impfstellen vor der ersten Impfstofflieferung einzurichten“, sagte dazu der Leiter des UMIT TIROL-Institutes Univ.-Prof. Uwe Siebert.
Im Rahmen des Projektes werden in einem ersten Schritt unter fachlicher Beratung durch ein "Standing Policy and Expert Panel" für Österreich in Frage kommende Impfstrategien, Zielgruppen für die Impfung und Zielkriterien für eine Impfung gesammelt. „Auf Basis dieser Informationen und in enger Zusammenarbeit mit klinischen Fachexperten der Medizinischen Universitäten Innsbruck und Wien simulieren wir mit Hilfe des österreichischen Populationsmodelles GEPOC (Anmerkung: generic population concept), das von Dr. Niki Popper von der TU Wien auch unter Mitwirkung der Universität UMIT TIROL entwickelt wurde, verschiedene Impfszenarien. Internationale Simulationsexperten werden einen Teil der Validierung übernehmen“, erklärt Projektleiterin Univ.-Doz. Dr. Beate Jahn vom UMIT TIROL-Department für Public Health, Versorgungsforschung und HTA.
Mithilfe des Populationsmodells GEPOC können Aktionen von einzelnen Individuen simuliert werden, um Rückschlüsse auf Bevölkerungsebene ziehen zu können. Es können Kontaktnetzwerke wie Schulen, Familie oder Arbeitsumfeld für jede einzelne Region in Österreich abgebildet und gezielte Impfstrategien in Kombination mit weiteren Eindämmungsnaßnahmen entwickelt werden.
Das Forschungsprojekt „Gezielte Impfstrategien für COVID-19: Eine Computersimulationsstudie zur Bewertung von Impfszenarien unter Berücksichtigung begrenzter Impfkapazitäten (TAV-COVID)“ geht aus der SMDM COVID-19 Decision Modeling Initiative (CDMI) der Society for Medical Decision Making (SMDM) hervor. Die Initiative wurde im Jahr 2020 zur Bekämpfung der globalen Coronavirus-Pandemie ins Leben gerufen wurde. Unter weltweit 60 Bewerbern wurde das Forschungsprojekt der Universität UMIT TIROL in einem kompetitiven Wettbewerb als eines von neun Projekten ausgewählt.
„Weiterführende Analysen zu Wechselwirkungen zwischen COVID-19 und Influenza werden im FFG geförderten Projekt (COVID-19 Emergency-Call) „CIDS - Concurrent Infectious Disease Simulation“ unter der Leitung der dwh GmbH in Zusammenarbeit mit unserer UMIT Forschungsgruppe, dem DEXHELPP Netzwerkverbund und der TU Wien durchgeführt.“ erläutert Dr. Jahn.
Weitere Informationen zu diesem und assoziierten Projekten:
Webseite TAV-COVID: https://umit-tirol.at/tavcovid19
Webseite FFG-Project CIDS: https://projekte.ffg.at/projekt/3882551
Rückfragen & Kontakt:
Tel: +43 (0)508648-3923, e-mail: beate.jahn@umit-tirol.at
Univ.-Prof. Uwe Siebert, Co-Principal Investigator TAV-COVID, Chair, UMIT TIROL Department für Public Health, Versorgungsforschung und Health Technology Assessment
Tel: +43 (0)508648-3931, e-mail: uwe.siebert@umit-tirol.at
10. September 2020
UMIT TIROL veröffentlicht das erste Populationsmodell zur Bewertung von Nutzen und Schaden einer universellen Jodsalzprophylaxe
Ein kürzlich publizierter Artikel von Schaffner et al. in Thyroid fasst die Ergebnisse einer Studie zusammen, in der Nutzen und Schaden der universellen Salzjodierung untersucht wurden. Jod ist ein Mikronährstoff, der essentiell für die Produktion von Schilddrüsenhormonen ist. Eine Unterversorgung mit Jod kann verschiedene Jodmangelerkrankungen zur Folge haben. Während der Schwangerschaft ist Jod von entscheidender Bedeutung für die Gehirnentwicklung des Fötus. Ein übermäßiger Jodkonsum kann jedoch ebenfalls zu Schilddrüsenerkrankungen führen. Die UMIT-Studie zeigt, dass die Anreicherung von Speisesalz mit Jod die gesunden Lebensjahre in einer Bevölkerung mit mäßigem Jodmangel erhöht, so dass die Bevölkerung als Ganzes von der Jodsalzprophylaxe profitiert.
Eine Forschergruppe der UMIT TIROL entwickelte ein Populationsmodell, das die Häufigkeit und die Folgen von Jodmangelerkrankungen mit und ohne obligatorische Jodsalzprophylaxe in der deutschen Bevölkerung simuliert. In die Analyse wurde nicht nur die derzeit lebende Bevölkerung, sondern auch deren Nachkommen eingeschlossen.
Die Ergebnisse der Studie legen nahe, dass die deutsche Bevölkerung – mit ca. 80 Millionen Einwohnern – innerhalb von 120 Jahren 5 Millionen Lebensjahre bzw. 33 Millionen gesunde Lebensjahre durch die Jodsalzprophylaxe gewinnt. Obwohl die Bevölkerung insgesamt gesehen an Gesundheit gewinnt, scheint eine allgemeine Jodsalzprophylaxe nicht für alle Individuen von Vorteil, da sie im selben Zeitraum 2,7 Millionen zusätzlichen Fälle von Hyperthyreose auslösen könnte.
Die vollständige Studie finden Sie hier: https://www.liebertpub.com/doi/10.1089/thy.2020.0062
Die Koordinatorin und Erstautorin der Studie Monika Schaffner geht davon aus, dass diese Studie entscheidend zur Verbesserung der Gesundheit der europäischen Bevölkerung beitragen wird: „Wir haben ein Populationsmodell entwickelt, das für andere Länder angepasst und aktualisiert werden kann, sobald neue Daten verfügbar sind. Unsere Ergebnisse werden Angehörige der Gesundheitsberufe und politische Entscheidungsträger dabei unterstützen, sich für die Prävention von Jodmangel und dessen Folgen einzusetzen.“
Koautor und Assoziierter Professor der UMIT Univ.-Doz. Dr. Nikolai Mühlberger, MPH, wies darauf hin, dass diese Studie ein wichtiger Schritt hin zu evidenzbasierten, gesundheitspolitischen Entscheidungen in Europa sei. „Nutzen und Schaden der Jodsalzprophylaxe müssen sorgfältig gegeneinander abgewogen werden, bevor über die Umsetzung oder Fortsetzung eines Präventionsprogramms in der gesamten Bevölkerung eines Landes entschieden wird“, sagt Mühlberger. Die Public Health Expertin und Assistenzprofessorin Dr. Ursula Rochau fügt hinzu: "Unsere Arbeit bringt Jod und Jodmangelerkrankungen in die Köpfe der Menschen zurück. Wir regen informierte und evidenzbasierte Diskussionen über Jodmangel an",
UMIT Professor Uwe Siebert, Leiter des Departments für Public Health, Versorgungsforschung und Health Technology Assessment an der UMIT, weist auf die wichtige Rolle von Populationsmodellen in der Unterstützung von Entscheidungen hin: „Während der COVID-19 Krise hat die Öffentlichkeit gesehen, wie Public Health Fragen mit Hilfe von Populationsmodellen beantwortet werden können und müssen. Als eines der größten Public Health Departments in Europa ist es unsere Aufgabe, der Öffentlichkeit ehrliche und transparente evidenzbasierten Informationen zu Nutzen und Risiken von Public Health Interventionen zu liefern“.
Die Modellierungsgruppe der UMIT evaluiert die langfristig auftretenden Nutzen, Schäden und die Wirtschaftlichkeit von Präventions- und Früherkennungsprogrammen, identifiziert Hindernisse nationaler und internationaler Präventionsprogramme und informiert die Öffentlichkeit und gesundheitspolitische Entscheidungsträger über die Nutzung wissenschaftlicher Evidenz zur Verbesserung der Gesundheit in der Bevölkerung.
Über EUthyroid
EUthyroid umfasst 31 Partner aus 27 Ländern. Ausgestattet mit einem Budget von 3 Millionen Euro wird diese Forschungszusammenarbeit einen signifikanten Beitrag zur Analyse der Präventionsmaßnahmen gegen Jodmangel in Europa leisten.
Das Forschungskonsortium „EUthyroid - Towards a EUthyroid Europe’ (No. 634453) war eines von nur 67 erfolgreich geförderten Forschungsprojekten – von mehr als 2.200 Einreichungen – beim 1. Call des neuen Framework Programmes der Europäischen Kommission Horizon 2020. www.euthyroid.eu
Kontakt: Univ.-Prof. Uwe Siebert, Email: public-health@umit-tirol.at, Tel .: + 43-50-8648-3930
8. November 2019
Deutsche Bundesärztekammer beruft Wissenschaftler der Tiroler Privatuniversität UMIT TIROL in den Ausschuss Gesundheitskompetenz, Prävention und Bevölkerungsmedizin.
Ass.-Prof. Dr. med. Stephan Böse-O'Reilly, MPH, vom Department für Public Health, Versorgungsforschung und Health Technology Assessment (HTA) der Tiroler Privatuniversität UMIT TIROL wurde in den Präventionsausschuss der deutschen Bundesärztekammer für die Wahlperiode 2019-2023 berufen.
Für Ass.-Prof. Dr. Stephan Böse-O’Reilly bedeutet dies die Möglichkeit, noch aktiver als bisher an der Schnittstelle zwischen Politik und Wissenschaft mitwirken zu können: in diesem Fall in der ärztlichen Standespolitik und Präventionsforschung im Rahmen von Public Health. „Ich kann in den Ausschuss wissenschaftliche Erkenntnisse, beispielsweise zu den Ursachen der massiven Zunahme übergewichtiger Kinder, einbringen. Diese Erkenntnisse werden dann zu Empfehlungen an die Politik weiterverarbeitet, im geschilderten Fall zur Kennzeichnungspflicht ungesunder und dickmachender Lebensmittel. Somit kann ich einen Beitrag leisten, diesem Trend zu immer mehr übergewichtigen Kindern Einhalt zu gebieten“.
Der Leiter des UMIT TIROL-Departments für Public Health, Versorgungsforschung und HTA Univ.-Prof. Uwe Siebert gratulierte Herrn Böse-O’Reilly zu dieser Berufung: „Die Berufung sehe ich als Bestätigung für die einflussreiche Arbeit, die bei uns am Department in Forschung, Lehre und Politikberatung geleistet wird“, sagte Siebert.
Die Deutsche Bundesärztekammer ist eine wichtige Stimme im Gesundheitssystem. Sie ist die Spitzenorganisation der ärztlichen Selbstverwaltung und vertritt die berufspolitischen Interessen der deutschen Ärztinnen und Ärzte. Sie wirkt aktiv am gesundheitspolitischen Meinungsbildungsprozess der Gesellschaft mit und entwickelt Perspektiven für eine bürgernahe und verantwortungsbewusste Gesundheits- und Sozialpolitik.
Für Rückfragen: Ass.-Prof. Priv.-Doz. Dr. med. Stephan Böse-O'Reilly, MPH, Department für Public Health, Versorgungsforschung und HTA, stephan.boeseoreilly@umit-tirol.at, +43(0)50-8648-3878
23. Oktober 2019
Internationale Fachgesellschaft SMDM beruft Wissenschaftlerin der Tiroler Privatuniversität UMIT TIROL zur Vizepräsidentin
Gestern wurde Assistenzprofessorin Dr. Beate Jahn vom Department für Public Health, Versorgungsforschung und Health Technology Assessment (HTA) der Tiroler Privatuniversität UMIT TIROL eine große Ehre zuteil. Bei der 41. Jahrestagung der Society for Medical Decision Making (SMDM) im US-amerikanischen Portland wurde sie als SMDM-Vizepräsidentin für den Zeitraum 2019-2022 berufen.
Die Society for Medical Decision Making ist weltweit eine der wichtigsten internationalen Fachgesellschaften, die sich mit medizinischer Entscheidungsfindung und Gesundheitsversorgung auseinandersetzt. Dabei stehen systematische und integrierte Ansätze im Fokus, welche die Gesundheit von Individuen und Populationen verbessern. Die internationale Fachgesellschaft fördert Fortbildung und den Austausch zwischen Wissenschaftlern, Gesundheitsdienstleistern, Entscheidungsträgern und der Öffentlichkeit.
Ass.-Prof. Dr. Beate Jahn fühlt sich durch die Wahl sehr geehrt und betont: „Ich danke den SMDM-Mitgliedern, die mir ihr Vertrauen und ihre Unterstützung gegeben haben. Als Vizepräsidentin werde ich die erfolgreiche Umsetzung der strategischen SMDM-Ziele in Bezug auf Patienteneinbindung, Zusammenarbeit mit klinischen Fachvertretern und Interessensgruppen sowie den internationalen Einfluss unserer Fachgesellschaft fördern. Innerhalb dieser Ziele ist für mich die Ausbildung und Weiterentwicklung unseres wissenschaftlichen Nachwuchses zu Führungskräften von morgen von grundlegender Bedeutung.“
Der Leiter des UMIT TIROL-Departments für Public Health, Versorgungsforschung und HTA Univ.-Prof. Uwe Siebert gratulierte Jahn zu dieser besonderen Berufung: „Diese Auszeichnung würdigt Beate Jahns herausragenden Beitrag zur SMDM und zur Entscheidungsforschung im Gesundheitswesen durch ihre wissenschaftliche Arbeit, ihr Engagement für Internationalisierung und Einfluss der SMDM sowie ihren Einsatz in der Lehre weltweit. Wir sind stolz darauf, dass eine Wissenschaftlerin unserer Universität als Vizepräsidentin der SMDM aktiv sein wird und die Entscheidungswissenschaften im Gesundheitswesen unter Berücksichtigung der Anliegen und Werte der Patientinnen und Patienten weiter vorantreiben wird. Die Berufung sehe ich auch als Bestätigung für die herausragende Arbeit, die bei uns am Department in Forschung und Lehre geleistet wird“, sagte Siebert.
Die Tiroler Privatuniversität UMIT TIROL ist auch federführend an der Organisation der 18. Europäischen SMDM-Konferenz beteiligt, die vom 14. Juni bis 16. Juni 2020 in Berlin stattfindet. Ass.-Prof. Dr. Beate Jahn, Dr. Silke Siebert und Univ.-Prof. Dr. Siebert stellen gemeinsam mit Univ.-Prof. Dr. Tobias Kurth von der Charité Berlin ein Programm zusammen, das die Forschung mit evidenzbasiertem Handeln für Patienten, Anbieter und politische Entscheidungsträger verknüpft.
Für Rückfragen: Ass.-Prof. Dr. Beate Jahn, Department für Public Health, Versorgungsforschung und HTA, beate.jahn@umit-tirol.at, +43(0)50-8648-3923
30. September 2019
FARKOR - Vorsorge bei familiärem Risiko für das kolorektale Karzinom
Etwa zehn Prozent der jährlichen Darmkrebs-Neuerkrankungen werden in Deutschland vor dem 50. Lebensjahr erkannt. Dem Großteil dieser Fälle liegt ein familiäres oder erbliches Risiko zugrunde. Hier setzt das bayernweite Modellprojekt FARKOR an mit dem Ziel, ein familiäres Darmkrebsrisiko bei den Versicherten in Bayern früh - im Alter von 25 bis 50 Jahren - zu erkennen und durch eine risikoangepasste Darmkrebsvorsorge eine Darmkrebs-Erkrankung zu verhindern.
FARKOR wird vom DLR Innovationsfonds gefördert und von den bayerischen Krankenkassen, der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB), dem Institut für medizinische Informationsverarbeitung, Biometrie und Epidemiologie (IBE) der Ludwig-Maximilians Universität (LMU) München, dem Institut für Public Health, Medical Decision Making und Health Technology Assessment (IPH) der UMIT-Private Universität für Gesundheitswissenschaften, Medizinische Informatik und Technologie und der Felix Burda Stiftung durchgeführt.
Die Arbeitsgruppe um Frau Ass.-Prof. Dr. Sroczynski und Herrn Prof. Dr. Siebert begleitet das Projekt wissenschaftlich durch eine gesundheitsökonomische Bewertung der Relation von Nutzen, Schaden und Kosten des Programms und analysiert mit Hilfe entscheidungsanalytischer Modelle konkrete Ausgestaltungsstrategien eines zukünftigen Programms im Rahmen der bundesweiten Regelversorgung in Deutschland.
Im Fokus der Initiative „Sprich drüber!“ der Felix Burda Stiftung, der bayerischen Krankenkassen und der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns stehen alle Versicherten im Alter von 25 bis 49 Jahren. Sie werden im Rahmen des Projekts von ihrem Arzt angesprochen und erhalten erstmals die Möglichkeit, durch die Erhebung einer ausführlichen Familienanamnese über eine eventuell in der Familie vorliegende Veranlagung für Darmkrebs informiert zu werden. Deutet die Familienanamnese auf das Vorliegen eines familiären Risikos hin, können diese Betroffenen in Bayern eine kostenfreie Vorsorgedarmspiegelung oder alternativ einen immunchemischen Stuhltest in Anspruch nehmen.
Im neuen Awareness-Video der Aktion „Sprich drüber!“ sprechen sechs junge bayerische Darmkrebs-Patienten über ihre Diagnose. Sie fordern den Zuschauer auf, mit der eigenen Familie über Darmkrebs in der Verwandtschaft zu sprechen.
Pressemeldung und Video siehe:
https://www.mynewsdesk.com/de/felix-burda-stiftung/pressreleases/nicht-nur-schoene-dinge-werden-vererbt-2918213
1. Juni 2019
Univ.-Prof. Dr. Daniela Schmid verstärkt Department Public Health
Mit 1. Juni wurde Univ.-Prof. PD Dr. Daniela Schmid nach einem intensiven, mehrstufigen Berufungsverfahren als Universitätsprofessorin für Quantitative Methoden in Public Health und Versorgungsforschung an die Tiroler Privatuniversität UMIT TIROL berufen. In ihrer neuen Funktion beschäftigt sich Schmid in der Forschung mit dem Themenfeld statistisch-epidemiologische Methoden mit einem Schwerpunkt in gesundheitsfördernden und präventiven Maßnahmen. Im Bereich der Lehre wird sie die Koordination des Master-Studiums Public Health (MPH) übernehmen, das erstmals im Herbst 2019 an der Universität UMIT TIROL angeboten wird.
12. April 2019
Überreichung des Gesamtzertifikats HTADS an Prof. Myeong Soo Lee
28. März 2019
EUREGIO-Projekt „Environment, Food and Health (EUREGIO-EFH)“
Erster Workshop zum Thema Fettleibigkeit und gesundes Altern in der Europaregion Tirol Südtirol Trentino fand an der Universität UMIT TIROL statt
Gesundheitsversorger, Ärzte, Forscher und Vertreter von Einrichtungen des Gesundheitswesens trafen sich vergangene Woche an der Tiroler Privatuniversität UMIT TIROL in Hall, um beim ersten Workshop des EUREGIO-Projektes „Environment, Food and Health (EUREGIO-EFH)“ die sozioökonomischen Auswirkungen von Fettleibigkeit und gesundem Altern zu diskutieren. Dazu wurden von den Organisatoren Ass.-Prof. Dr. Beate Jahn vom Tiroler Privatuniversität UMIT TIROL-Institut für Public Health und Univ.-Prof. Dr. Bernhard Streicher vom Tiroler Privatuniversität UMIT TIROL-Institut für Psychologie internationale Referenten eingeladen, die mit den Teilnehmern Präventionsstrategien und Aktuelles zum Thema Ernährung diskutierten. Im Rahmen des Workshops wurde über den aktuellen Stand des Projektes "EUREGIO - EFH" berichtet, an dem – koordiniert von der Edmund Mach-Stiftung - neun Forschungspartner aus Tirol, Südtirol und Trentino an einer wissenschaftlichen Grundlage für Lösungsansätze zur Bekämpfung von Übergewicht und gesundem Altern in hoher Lebensqualität arbeiten.
Die im Rahmen des Workshops vorgelegten Daten sind alarmierend. So beträgt die Inzidenz von Übergewicht und Adipositas bei Erwachsenen im Trentino 35 Prozent, in Bozen 33 Prozent und in Tirol 40 Prozent. „Mit diesen Zahlen liegen wir zwar unter dem Durchschnitt der Referenzländer Italien und Österreich, bei denen die Inzidenz 42 Prozent bzw. 47 Prozent beträgt; nichtsdestotrotz sind effektive, nachhaltige Maßnahmen, die auf den Lebensstil und die Arbeitsbedingungen in den EUREGIO-Regionen zugeschnitten sind, erforderlich um die Inzidenz und damit das Gesundheitsrisiko bei fettleibigen und übergewichtigen Menschen zu senken“, fasst Ass.-Prof. Dr. Beate Jahn vom UMIT TIROL-Institut für Public Health, Medical Decision Making und HTA zukünftige Herausforderungen, die am Workshop diskutiert wurden, zusammen.
Jahn will im Rahmen des EUREGIO-EFH Projektes zentrale Gesundheitsfaktoren im Zusammenhang mit der Ernährung identifizieren. „Wir wollen beispielsweise den Konsum lokaler Produkte mit hoher Nährstoffqualität und einer kontrollierten Lieferkette – etwa Suppen mit Getreide, lokales Gemüse und Hülsenfrüchte, Snacks auf Apfelbasis, Brombeeren und Himbeeren, alpiner Käse, Süßwasserfisch und mageres Fleisch - bewerten. Dabei soll nicht nur untersucht werden, ob solche lokalen Produkte die Gewichtsabnahme unterstützen, sondern auch ob sie bei der Verbesserung der entzündlichen und metabolischen Parameter im Zusammenhang mit Fettleibigkeit von Vorteil sind“, sagte Jahn.
Der Sozialpsychologe und Leiter des Risikolabors an der Tiroler Privatuniversität UMIT, Univ.-Prof. Dr. Bernhard Streicher will im Rahmen des EUREGIO-EFH Projektes typische Risikowahrnehmungsmuster in Bezug auf Gesundheits- und Krankheitsrisiken in den EUREGIO-Regionen identifizieren und analysieren. „Wir erfassen im Rahmen des Projektes zentrale Faktoren, die zu einem (Nicht-) Einhalten eines gesunden Lebensstils führen. So gehen wir beispielsweise der Frage nach, warum fettleibige und übergewichtige Menschen ihr Gesundheitsrisiko unterschätzen“, sagt Streicher.
13. Januar 2019
Führende internationale Wissenschaftler veröffentlichen einen Bericht über die Bewertung wissenschaftlicher Technologien als Grundlage für Entscheidungen im Gesundheitswesen
In der Fachzeitschrift „Value in Health“ wurde kürzlich ein Bericht zur guten Praxis von wissenschaftlicher Technologiebewertung, der von der Arbeitsgruppe für Medizintechnologiebewertung der internationalen Fachgesellschaft ISPOR erstellt wurde, veröffentlicht. Der Leiter des Departments für Public Health, Versorgungsforschung und Health Technology Assessment an der Tiroler Privatuniversität UMIT TIROL, Univ.-Prof. Uwe Siebert, der auch am Oncotyrol - Zentrum für Personalisierte Krebsmedizin wissenschaftlich tätig ist, hat als Experte und Wissenschaftler an diesem Bericht mitgearbeitet.
„Wissenschaftliche Technologiebewertung mittels Health Technology Assessment (HTA) dient als Hilfestellung bei der Entwicklung klinischer Leitlinien und unterstützt Entscheidungsträger bei den Fragen, welche medizinischen Maßnahmen empfohlen, welche Arzneimittel, Medizinprodukte, Vorsorgemaßnahmen und andere Gesundheitsleistungen eingeführt und ob und in welcher Höhe Kosten dafür übernommen werden. Das Instrument HTA ist nun seit mehr als zwei Jahrzehnten im Einsatz und wurde jetzt von einer internationalen Arbeitsgruppe für Medizintechnologiebewertung der ISPOR auf den Prüfstand gestellt.“ Ziel der Arbeitsgruppe sei es laut Siebert gewesen, die wissenschaftlich basierte Beratung von Entscheidungsträgern im Gesundheitswesen zu optimieren und allfällige Defizite zu beseitigen.
Dabei wurden in der internationalen Arbeitsgruppe vier Fragen untersucht: Wie wird der HTA-Prozess geregelt, wie wird Information gefunden, analysiert und interpretiert, wie werden die Ergebnisse verwendet und im Kontext der Entscheidung gewichtet und wie werden die Entscheidungen umgesetzt und überwacht.
„Das Ergebnis, zu dem die Wissenschaftler in der Arbeitsgruppe kamen, zeigt klar, dass es im Entscheidungsfindungsprozess für gesundheitspolitische Entscheidungen und auch bei der Integration sozialer Werte und Patientenpräferenzen in der Bewertung medizinischer Maßnahmen noch Lücken gibt. Den Entscheidungsträgern im Gesundheitswesen fehlen klare Empfehlungen für den Umgang mit HTA“, stellte Siebert zu den Ergebnissen der Arbeitsgruppe fest. „Das Department für Public Health, Versorgungsforschung und HTA an der Tiroler Privatuniversität UMIT TIROL wird in Kooperation mit nationalen und internationalen Partnern weiterhin dazu beitragen, diese Lücken zu schließen.“ so Siebert, der medizinische Entscheidungsanalyse auch in Harvard lehrt. „Gerade mit unserem modernen UMIT-Programm für HTA und medizinische Entscheidungsfindung leisten wir einen wichtigen Beitrag für die Ausbildung verschiedener Player im Gesundheitswesen, was langfristig unseren Patientinnen und Patienten zugutekommt.“ weist Prof. Siebert auf die Rolle der UMIT TIROL in der Ausbildung hin.
ISPOR (International Society for Pharmacoeconomics and Outcomes Research) ist die weltweit führende Fachgesellschaft für Gesundheitsökonomie und Outcomesforschung. Ziel der Gesellschaft ist es, die Exzellenz in diesem Bereich zu fördern und damit die Entscheidungsfindung für die Gesundheit weltweit zu verbessern.
Weitere Information zum HTADS Programm: http://www.umit-tirol.at/htads
Referenz:
Finn Børlum Kristensen, MD, PhD, Don Husereau, MSc, BScPharm, Mirjana Huić, MD, PhD, Michael Drummond, DPhil, MCom, BSc, Marc L. Berger, MD, Kenneth Bond, MA, Federico Augustovski, MD, MS, PhD, Andrew Booth, PhD, John F.P. Bridges, PhD, Jeremy Grimshaw, MBCHB, PhD, FRCGP, Maarten J. IJzerman, PhD, Egon Jonsson, PhD, Daniel A. Ollendorf, PhD, Alric Rüther, Dr. med., Uwe Siebert, MD, MPH, MSc, ScD, Jitendar Sharma, PhD, Allan Wailoo, PhD, MSc, MA. Identifying the Need for Good Practices in Health Technology Assessment: Summary of the ISPOR HTA Council Working Group Report on Good Practices in HTA. Value in Health, January 2019, 22(1,):13–20.
4. Dezember 2018
Macht uns die moderne Stammzellforschung gesund und unsterblich? Wie kann die Alterung von Gefäßen verzögert werden? Und welcher rechtliche Rahmen ist der Fortpflanzungsmedizin in Österreich gesetzt? In einem Pressegespräch präsentierten Expertinnen und Experten der Tiroler Hochschulen ausgewählte Zukunftsfragen des Life & Health Science Cluster Tirol.
Anfang Dezember tagten in Innsbruck die im Bereich der Lebens- und Gesundheitswissenschaften in Tirol tätigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Sie haben sich vor kurzem im Life & Health Science Cluster Tirol zusammengeschlossen, um wichtige Fragen der Zukunft gemeinsam zu erforschen. Die modernen Life & Health Sciences sind Kernthema und Kernkompetenz der Medizinischen Universität Innsbruck, wie Rektor W. Wolfgang Fleischhacker in der Pressekonferenz betonte. „Mit Stichtag von gestern forschen an der Medizinischen Universität Innsbruck 1.247 Wissenschafterinnen und Wissenschafter. Der Cluster ist für uns besonders wichtig, denn Kooperation ist ein Erfolgsfaktor der modernen Wissenschaft.“
Mehr als 200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus neun Hochschulen - neben den acht Tiroler Hochschulen ist auch die Fachhochschule Vorarlberg im Cluster vertreten - aus dem Bereich der Grundlagenforschung, über angewandte Forschung und Klinik bis zur Nachsorge, Ethik und Recht sind darin vernetzt. „Die Tiroler Hochschulkonferenz, ein Zusammenschluss aller Tiroler Hochschulen, hat alle Forscherinnen und Forscher der Tiroler Hochschulen im Bereich der Lebens- und Gesundheitswissenschaften eingeladen, eine gemeinsame Initiative zur Stärkung des Standorts Tirol in Forschung und Lehre auf den Weg zu bringen“, sagt der Vorsitzende der Tiroler Hochschulkonferenz, Rektor Tilmann Märk. „Daraus ist der Life & Health Science Cluster Tirol entstanden, der die Aktivitäten in Tirol koordiniert und bündelt und in Zukunft die zentrale Anlaufstelle im Bereich Lebens- und Gesundheitswissenschaften in Tirol sein wird.“
31. Juli 2018
Die UMIT unterstützt die Krakauer Erklärung zu Jod
Das EUthyroid Konsortium veröffentlichte vor kurzem einen Artikel im European Thyroid Journal zu den Forderungen der Krakauer Erklärung zu Jod. Jod ist ein essentieller Mikronährstoff, der für die Produktion von Schilddrüsenhormonen benötigt wird. Während der Schwangerschaft ist Jod für die Entwicklung des kindlichen Gehirns wichtig. Das EUthyroid-Konsortium fordert in seiner Deklaration die politischen Entscheidungsträger, Politiker im Gesundheitswesen und Wissenschaftler dazu auf, bestimmte wirksame Strategien zur Verhinderung von Jodmangelerkrankungen in ganz Europa umzusetzen.
Der Name "Krakauer Erklärung" bezieht sich auf die Stadt, in der die Erklärung unterzeichnet wurde. Das internationale Dokument wurde bereits von mehr als 280 Einzelpersonen und 65 Organisationen unterzeichnet. Auch für interessierte Privatpersonen ist es möglich die Krakauer Erklärung zu unterschreiben: https://www.iodinedeclaration.eu.
Das EUthyroid-Konsortium entwickelte einen Ansatz, um verschiedene Entscheidungsträger und Interessengruppen zu adressieren und miteinzubeziehen. Die Krakauer Erklärung wurde unter dem Schirm des Förderprogramms EUthyroid entwickelt, welches durch das Forschungs- und Innovationsprogramm "Horizont 2020" der Europäischen Union gefördert wird (Nr. 634453).
Zu den Forderungen der Krakauer Erklärung gehören:
- Methoden der Prävention von Jodmangelerkrankungen: Politische Entscheidungsträger sollten die obligatorische universelle Salzjodierung vereinheitlichen, um den freien Handel mit angereicherten Lebensmitteln in Europa zu gewährleisten.
- Kontrolle der Prävention von Jodmangelerkrankungen: Nationale Regierungen und Gesundheitsbehörden müssen in regelmäßigen Abständen eine einheitliche Überwachung und Evaluierung von Präventionsprogrammen für Jodmangelerkrankungen durchführen, um eine optimale Jodversorgung der Bevölkerung sicherzustellen.
- Unterstützung der Prävention von Jodmangelerkrankungen: Wissenschaftler sollten zusammen mit Mitarbeitern des Gesundheitswesens, Patientenorganisationen, der Industrie und der Allgemeinbevölkerung die notwendigen Maßnahmen unterstützen, um die Nachhaltigkeit von Präventionsprogrammen für Jodmangelerkrankungen sicherzustellen.
Die Projektkoordinatorin Mag. Monika Schaffner erklärte: "Wir hoffen, dass die Krakauer Erklärung politische Entscheidungsträger in ganz Europa bei der Umsetzung von evidenzbasierten Maßnahmen zur Prävention von Jodmangel und dessen Folgen unterstützen wird. Die Zusammenarbeit von Forschern und anderen Interessensgruppen aus ganz Europa spielt dabei eine große Rolle."
Ass.-Prof. Mag. Dr. Ursula Rochau wies darauf hin, dass Jodmangel eine Gefahr für die öffentliche Gesundheit darstellt, die seit langem bekannt ist, aber fast in Vergessenheit geraten ist. „Es ist wichtig, europäische wissenschaftliche Erkenntnisse und politische Kräfte zu vereinen, um eine angemessene Jodversorgung der europäischen Bevölkerung zu gewährleisten“, so Rochau.
"Wir freuen uns, im Rahmen des EUthyroid-Konsortiums einen Beitrag zu diesem wichtigen Public Health Thema leisten zu können. Aus europäischer Perspektive ist es essenziell, die Forschung im Bereich Jodmangel zu harmonisieren und die Überwachung von Jodmangelerkrankungen in Europa zu verbessern. Die UMIT trägt zu diesem Projekt bei, indem sie Informationen über Nutzen, Schaden und Kosten von Präventionsprogrammen für Jodmangelerkrankungen bereitstellt", erklärt Professor Uwe Siebert, Leiter des Departments für Public Health, Versorgungsforschung und Health Technology Assessment der UMIT.
Forschende an der UMIT konnten substantiell zu dem EUthyroid-Projekt beitragen, indem sie die Langzeiteffektivität und Kosteneffektivität von Präventionsprogrammen für Jodmangelerkrankungen evaluierten und Barrieren gegen nationale und internationale Präventionsprogramme für Jodmangelerkrankungen aufdeckten. Die UMIT unterstützt die Krakauer Erklärung zu Jod, um eine optimale Jodversorgung der europäischen Bevölkerung zu gewährleisten.
Über EUthyroid
EUthyroid umfasst 31 Partner aus 28 Ländern und ist mit € 3 Millionen budgetiert. EUthyroid wird einen wesentlichen Beitrag zur Analyse der derzeitigen Präventionsmaßnahmen gegen Jodmangel in Europa leisten. Das Forschungskonsortium EUthyroid war eines von nur 67 erfolgreich geförderten Forschungsprojekten, bei mehr als 2.200 Einreichungen beim 1. Call des neuen Framework Programmes der Europäischen Kommission Horizon 2020.
www.euthyroid.eu
Kontakt: Univ.-Prof. Uwe Siebert, public-health@umit-tirol.at, Tel .: + 43-50-8648-3930
31. Januar 2018
Landeck wird Pilotregion für Diabetes-Studie des Landes Tirol
Im Rahmen der Diabetes-Landeck-Studie wird erstmals in einer Region in Österreich die Versorgungsstruktur von Diabetes Mellitus vollständig erhoben. Im Rahmen eines Kick-Off Meetings, zu dem alle niedergelassenen Ärzte des Bezirkes Landeck eingeladen waren, fiel jetzt der Startschuss für diese Studie, die von Assoc.-Prof. Dr. Wilhelm Oberaigner vom UMIT-Institut für Public Health, Medical Decision Making und HTA im Auftrag des Landes Tirol verantwortlich geleitet wird.
Erklärtes Ziel der Diabetes Landeck-Studie ist es über einen Zeitraum von drei Jahren ein lückenloses Register mit allen Patienten mit Diabetes Mellitus aufzubauen und damit die Versorgungsstruktur im Bezirk Landeck vollständig abzubilden. „Das Diabetes-Register-Landeck ist dann in der Folge eine qualitativ hochwertige Datengrundlage für gesundheitspolitische Entscheidungsprozesse und für die Planung und Steuerung einer kosteneffektiven Versorgung von Diabetes-Patienten in ganz Tirol“, erklärte Studienleiter Wilhelm Oberaigner von der Tiroler Privatuniversität UMIT TIROL. Wesentlich für eine erfolgreiche Durchführung der Studie ist die enge Kooperation mit allen Hausärzten und niedergelassenen Internisten im Bezirk. Dr. Hans-Robert Schönherr ist der verantwortliche Prüfarzt und sein über lange Jahre aufgebautes Netzwerk ist ein Garant für den Erfolg der Studie.
Für den Tiroler Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg, der die Studie in Auftrag gegeben hat, sollen die aus der Studie gewonnenen Ergebnisse primär dazu dienen, die Betreuung der Patienten mit Diabetes Mellitus in Tirol umfassend zu beurteilen. Darauf aufbauend können die zuständigen Stellen im Land das Konzept für die Versorgung der Diabetes-Patienten optimieren. „Mit den gewonnenen Daten aus der Diabetes-Studie-Landeck können wir gesicherte, nachvollziehbare, verantwortungsbewusste und gut informierte Entscheidungen in diesem relevanten Bereich des Gesundheitssystems treffen. Wir können zu einer verbesserten Betreuung der Diabetes Mellitus Patienten beitragen, Risikofaktoren und Komplikationen vermindern und die Lebensqualität der Patienten im ganzen Land erhöhen“, sagte der Landesrat zur Diabetes-Studie-Landeck.
Die Diabetes-Landeck-Studie ist ein weiterer Baustein für die Umsetzung des Projektes „DiabCare Tirol“, das in der Pilotregion Landeck mit Hilfe der Telemedizin und in enger Kooperation mit dem Bezirkskrankenhaus Zams, mit den Tirol Kliniken, mit der Tiroler Gebietskrankenkasse, dem Austrian Institute of Technology (AIT) und der Tiroler Privatuniversität UMIT TIROL ein engmaschiges Versorgungsnetz für Diabetespatienten aufbauen will.
Diabetes Mellitus – umgangssprachlich auch Zuckerkrankheit genannt - ist eine chronische Stoffwechselerkrankung, die durch einen erhöhten Blutzuckerspiegel gekennzeichnet ist. Schätzungen gehen davon aus, dass zwischen sieben und acht Prozent der Bevölkerung an Diabetes leiden, die Tendenz ist steigend. Im Diabetesregister Tirol des Institutes für klinische Epidemiologie der Tirol Kliniken GmbH sind derzeit 1300 Diabetes-Patienten mit Wohnbezirk Landeck registriert, die hauptsächlich vom Krankenhaus Zams betreut werden.
Bildunterschrift: Studienleiter Wilhelm Oberaigner, Tiroler Privatuniversität UMIT TIROL-Rektorin Sabine Schindler, Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg und der Leiter der Universitätsklinik für Innere Medizin Herbert Tilg stellten die Diabetes-Landeck-Studie vor. (Foto Tiroler Privatuniversität UMIT TIROL).
30. Oktober 2017
UMIT TIROL-Professor Uwe Siebert erhält SMDM-Preis und wird nächster SMDM-Präsident
Während der 39. Jahrestagung der Society for Medical Decision Making (SMDM) in Pittsburgh, Pennsylvania, erhielt Professor Uwe Siebert den SMDM Preis für herausragende Dienste und wurde außerdem als Präsident der SMDM für 2017-2018 eingeführt.
Ziel der SMDM ist es, durch systematische und integrierte Ansätze in der medizinischen Entscheidungsfindung und Gesundheitsversorgung, die Gesundheit von Individuen und Populationen zu verbessern. Die Fachgesellschaft fördert Fortbildung und den Austausch zwischen Wissenschaftlern, Gesundheitsdienstleistern, Entscheidungsträgern und der Öffentlichkeit.
Professor John B. Wong (Tufts University, Boston), der Vorsitzende des Preiskomitees, würdigte bei der Preisüberreichung an Uwe Siebert dessen außergewöhnliche Leistungen und Leadership bei der Weiterentwicklung der wissenschaftlichen und edukativen Aktivitäten der Gesellschaft.
Bei der Entgegennahme der Auszeichnung sagte Uwe Siebert:” Ich fühle mich sehr geehrt und empfinde tiefe Demut, diesen renommierten Preis zu erhalten. Ich sehe diesen Preis auch als Anerkennung für die vielen Menschen, die meinen Weg beeinflusst und mich bei der Gestaltung meiner Forschung und Lehre unterstützt haben.“
Auf derselben Tagung übergab die scheidende Präsidentin Angie Fagerlin (University of Utah, Salt Lake City) das Amt an Uwe Siebert, der zum neuen Präsidenten der SMDM gewählt worden ist.
Zu seinen Plänen während der Präsidentschaft sagte er:“ Ich möchte die Kräfte unserer Fachgesellschaft in den analytischen Evaluationsmethoden und der patientenorientierten und partizipativen Entscheidungsfindung vereinen, um den Transfer unserer Forschungsergebnisse in praktische Informationen für Patientinnen und Patienten, Versorger und Entscheidungsträger zu erleichtern.
Bezugnehmend auf das Ziel der SMDM, den internationalen Austausch zu fördern, fuhr er fort: “Nachdem ich in Südamerika, Westafrika, Europa und Nordamerika gelebt und gearbeitet habe, denke ich, dass wir verstärkt an mobilen und webbasierten Fortbildungs- und Austauschprogramme arbeiten müssen, um auch diejenigen zu erreichen, die unsere Konferenzen nicht besuchen können, und um von ihren Erfahrungen zu lernen.“
Tiroler Privatuniversität UMIT TIROL-Rektorin Professor Sabine Schindler gratulierte: “Dieser Preis würdigt den herausragenden Beitrag in den Gesundheits- und Entscheidungswissenschaften, den Uwe Siebert durch seine Forschung, seine Lehre und seinen Leadership Service leistet. Wir sind stolz darauf, dass er der SMDM als Präsident dienen wird und sich weiterhin durch interdisziplinäre Aktivitäten für eine rationale und evidenzbasierte medizinische Entscheidungsfindung einsetzen wird.“
31. März 2017
Prostatakrebsfrüherkennung: Studie von Tiroler Wissenschaftlern spricht für ein differenziertes Vorgehen
Eine von Forschern der Tiroler Privatuniversität UMIT TIROL, des Oncotyrol-Zentrums, der Medizinischen Universität Innsbruck und der Universität Toronto im „BMC Public Health“ publizierte Simulationsstudie wirft ein kritisches Licht auf Untersuchungen zur Früherkennung von Prostatakrebs und beleuchtet deren Nutzen und Risiken.
„Wie die meisten medizinischen Verfahren können Früherkennungsuntersuchungen nicht nur Chancen sondern auch Risiken mit sich bringen. Dies rückt zunehmend in das Bewusstsein der Bevölkerung.“ erklärt Univ.-Prof. Uwe Siebert, Leiter des Departments für Public Health, Versorgungsforschung und Health Technology Assessment an der UMIT TIROL. Ein wesentliches Risiko der Prostatakarzinomfrüherkennung besteht in der Überdiagnose und Übertherapie. Darunter versteht man die Diagnose und Behandlung von klinisch unbedeutenden Tumoren, die zu Lebzeiten keine Beschwerden verursachen und ohne eine gezielte Früherkennungsuntersuchung nicht entdeckt werden.
Derzeit existiert leider noch keine zuverlässige Methode, um klinisch unbedeutende von klinisch relevanten Tumoren zu unterscheiden. Infolgedessen kann es vorkommen, dass auch klinisch unbedeutende Tumoren behandelt werden, was die betroffenen Patienten unnötigen und leider nicht seltenen Langzeitkomplikationen wie Impotenz, Inkontinenz und Darmbeschwerden aussetzten kann.
Das von den Forschern im Rahmen eines Oncotyrol-Forschungsprojekts für personalisierte Medizin entwickelte Simulationsmodell errechnet die positiven und negativen Auswirkungen der Früherkennungsuntersuchung auf die Lebenszeit und Lebensqualität der teilnehmenden Männer und analysiert unter welchen Gegebenheiten der mögliche Schaden der Früherkennungsuntersuchung den möglichen Nutzen überwiegt. Projektkoordinator Ass.-Prof. Dr. Nikolai Mühlberger fasst die Studienerkenntnisse wie folgt zusammen: „Die Ergebnisse unserer Studie weisen darauf hin, dass die Teilnahme an den Früherkennungsuntersuchungen das Risiko an Prostatakarzinom zu versterben verringert und die Lebenserwartung der an der Untersuchung teilnehmenden Männer verlängert. Bei gleichzeitiger Berücksichtigung der Auswirkungen der Früherkennungsuntersuchung auf die Lebensqualität ergibt sich allerdings, dass vorwiegend Männer mit einem erhöhten familiären Prostatakarzinomrisiko von der Früherkennung profitieren, während bei Männern mit durchschnittlichem Risiko der Gesamtschaden durch die Früherkennung überwiegen kann. Darüber hinaus ergab unsere Modellrechnung, dass der Nutzen der Früherkennung bei Männern mit erhöhtem Risiko auch sehr stark von ihrer eigenen Bewertung der möglichen behandlungsbedingten Nebenwirkungen abhängt.“
Die ungünstige Nutzen-Schaden-Bilanz der Früherkennungsuntersuchung bei Männern mit nicht erhöhtem Prostatakarzinomrisiko begründet sich vor allem durch ein höheres Risiko der Überdiagnose in dieser Gruppe. Nach Schätzungen der Studie würden bis zu 8 von 10 durch die Früherkennungsuntersuchung entdeckte Tumoren zu Lebzeiten keine Beschwerden verursachen, wogegen das Verhältnis bei Männern mit erhöhten familiären Risiko bei 6 von 10 liegt. „Das Dilemma ist, dass man unmöglich vorhersagen kann ob es sich bei einer Tumordiagnose um einen Fall von Überdiagnose handelt oder nicht. Bei der Früherkennungsuntersuchung diagnostizierte Männer müssen sich also bewusst für oder gegen eine in ihrem Fall möglicherweise unnötige und risikobehaftete Behandlung entscheiden. Diese Entscheidung sollte nur in Kenntnis der potentiellen Chancen und Risiken getroffen werden.“, betont Ass. Prof. Dr. Nikolai Mühlberger.
Ein zunehmend propagierter Ansatz zur Verringerung unnötiger Behandlungsrisiken ist die sogenannte „aktive Beobachtung“ bei der in einem Frühstadium entdeckte Tumoren zunächst nur beobachtet und erst bei festgestelltem Fortschreiten behandelt werden. Auch dieser Ansatz wurde in Rahmen der aktuellen Simulationsstudie analysiert. Dabei konnte gezeigt werden, dass aktive Beobachtung durchaus auch zu einer Verschlechterung des Nutzens der Früherkennung beitragen kann, insbesondere wenn notwendige Behandlungen über ein bestimmtes Maß hinausgeschoben werden. Demzufolge erfordert auch aktive Beobachtung ein risikoadaptiertes Vorgehen und eine sorgfältige Wahl der Kriterien für den Behandlungsbeginn.
Die urologischen Experten im Forschungsteam, Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Horninger und Univ.-Prof. Dr. Helmut Klocker, sehen in der Studie einen wichtigen Beitrag zum bedachteren Einsatz der Prostatakarzinomfrüherkennung. Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Horninger, der Leiter der Abteilung für Urologie an der Medizinischen Universität Innsbruck erklärt: „Die Studie verdeutlicht das Problem der Überdiagnose und zeigt die Abhängigkeit des Nutzens der Prostatakarzinomfrüherkennungsuntersuchung von persönlichen Risikofaktoren und Bewertungen. Sie leistet damit einen Beitrag zur Verbesserung der Patientenaufklärung und dem gezielteren Einsatz der Früherkennungsuntersuchung, die uns allen am Herzen liegt.“
Für Rückfragen kontaktieren Sie bitte: Prof. Uwe Siebert,
public-health@umit-tirol.at, Tel.: +43-50-8648-3930
Weiterbildung im Bereich Open Innovation in Science
Am Freitag, den 21.04.2017 war die Abschlussfeier für die erste Weiterbildung im Bereich Open Innovation in Science. Wir gratulieren herzlich unserer Mitarbeiterin Ass.-Prof. MMag. Dr. Elisabeth Nöhammer zum erfolgreichen Abschluss.
Weitere Informationen finden Sie HIER
LOIS - Closing Event Celebration of Openness
The LBG celebrated the completion of its pioneer training program LOIS – Lab for Open Innovation in Science at k47. LOIS faculty and participants shared their experiences and provided insight into the uniqueness of the program.
State Secretary Harald Mahrer, Markus Nordberg of CERN, Ulrike Schmidt of the Max Planck Institute of Psychiatry and Marion Poetz, Scientific Director of the LOIS were among the special guests.
The next LOIS will start in May 2018 – more info soon at: ois.lbg.ac.at!
25. Januar 2016
Joint Action Programme EUnetHTA - Joint Action 3 (2016-2019)
Das Institut für Public Health, Medical Decision Making und Health Technology Assessment (IPH) der Tiroler Privatuniversität UMIT TIROL nimmt im Rahmen der Joint Action Programme der Europäischen Union (EU) am European Network for Health Technology Assessment (EUnetHTA) Joint Action 3 (JA3) teil (2016-2019). Joint Action Programme der EU unterscheiden sich von anderen von der EU geförderten Projekten. Es handelt sich hier um eine länderübergreifende Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten, bei der die teilnehmenden Partnerinstitutionen von den entsprechenden Behörden der Mitgliedstaaten ernannt werden müssen.
Die Tiroler Privatuniversität UMIT TIROL wurde vom Bundesministerium für Gesundheit in Österreich für diese JA3 benannt. Das IPH hat bereits an Joint Action 1 (2010-2012) und an Joint Action 2 (2012-2015) teilgenommen und war dort maßgeblich an der Weiterentwicklung der Berichtsstruktur des EUnetHTA HTA Core ® Model und der Methodik der Erstellung von HTA-Berichten beteiligt. „In dieser JA3“, erklärt Dr. Petra Schnell-Inderst, die Leiterin der Arbeitsgruppe Health Technology Assessment am Institut, „wird das IPH an Arbeitspaketen zur gemeinsamen Produktion von HTA-Berichten durch mehrere EU-Länder und zu wissenschaftlichen Werkzeugen mitarbeiten.“ „Wir freuen uns, nun bereits in der dritten Phase maßgeblich an der Joint Action dieses wichtigen europäischen Netzwerks mitzuwirken, und damit zu qualitativ hochwertigen Standards, besser informierten Entscheidungen und einer effizienteren Nutzung der HTA-Ressourcen im europäischen Gesundheitssystem beitragen zu können“, fügt Departmentleiter Univ.-Prof. Uwe Siebert hinzu.
Weblinks: EUnetHTA: http://www.eunethta.eu EUnetHTA HTA Core ® Model:
(http://eunethta.eu/sites/5026.fedimbo.belgium.be/files/HTACoreModel3.0.pdf)
Methodik der Erstellung von HTA-Berichten (Methodenleitlinie für Medizinprodukte):
http://www.eunethta.eu/outputs/wp7-sg3-therapeutic-medical-devices-guideline
26.-27. September 2016
International Conference "Healthcare in Europe - A Safe Haven?
In Kooperation und mit Unterstützung der Medizinischen Universität Innsbruck + 'ethucation' (MUI), der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck (LFUI), dem Management Center Innsbruck (MCI) sowie der European Association of Health Law (EAHL) organisieren Magdalena Flatscher-Thöni und Verena Stühlinger vom Institut für Public Health, Medical Decision Making und HTA (Tiroler Privatuniversität UMIT TIROL) eine internationale Konferenz in Innsbruck zum Thema "Healthcare in Europe - a safe haven? 'Standard of care' from a multidisciplinary perspective".
Mit international ausgewiesenen Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Fachrichtungen soll über Standards in der Gesundheitsversorgung und Fragen des Zugangs zu Gesundheitsdienstleistungen in Europa diskutiert werden. Univ.-Prof. Dr. Herbert Tilg (Universitätsklinik für Innere Medizin I, Innsbruck inneremed1.tirol-kliniken.at/page.cfm?vpath=index) wird zum Thema "Choosing wisely: Über- und Unterversorgung als Herausforderungen moderner Medizin" sprechen. Dr. Ineta Ziemele, von 2005-2015 Richterin am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (www.echr.coe.int), wird über den Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen vor dem Hintergrund der Europäischen Menschenrechtskonvention sprechen.
Call for papers: bis zum 15. Mai 2016 können Abstracts für Präsentationen eingereicht werden. Nähere Informationen dazu finden sich am Konferenz-Flyer unter: http://standardofcare2016innsbruck.mci.edu/data/images/160302_Einladungsflyer_V3.pdf
15. März 2016
Antrittsvorlesung Univ.-Prof. Dr. Harald Stummer
Univ. Prof. Dr. Harald Stummer systematisierte in seiner Antrittsvorlesung am 15.3. Herausforderungen im Gesundheitswesen. Fragen des Systems und der Berufsgruppenzuständigkeiten wurden ebenfalls thematisiert wie auch ärtzliches und Patientenverhalten. Etwas über 60 Interessierte, darunter auch u.a. Ärztekammerpräsident Dr. Artur Wechselberger (siehe Foto) disktutierten auch im Anschluss der Veranstaltung noch bis in die Nacht hinein. Präsident Wechselberger kommentierte die Veranstaltung mit "Prof. Dr. Stummer hat in seiner Antrittsvorlesung einen breiten Überblick über die Problemstellung der Gesundheitsversorgung in Österreich gegeben. Besonders interessant waren seine Ansätze für zukunftsträchtige Lösungen abseits der stereotypen und hemmenden Kostendiskussionen."
9. Oktober 2015
Ass.-Prof PD Dr. Boese O'Reilly in the PBS NewsHour in the US: Extracting gold with mercury exacts a lethal toll
In Indonesia, the use of mercury in small-scale gold mining has tragic health consequences for those living near mining operations. Toxic plumes and other forms of exposure cause neurological problems, bone deformities, vision loss, deafness and even death. The NewsHour's P.J. Tobia reports in collaboration with photographer Larry C. Price and the Pulitzer Center on Crisis Reporting about the work of UMIT TIROL Ass-Prof. PD Dr. Stephan Boese O'Reilly [PBS NewsHour October 9, 2015, 6:30pm EDT].
See Video at: www.pbs.org/newshour/bb/extracting-gold-mercury-exacts-lethal-toll/
22. April 2015
Internationaler Zertifikatskurs bildet HTA-Experten aus
Mit dem zukunftsweisenden Forschungsfeld des Health Technology Assessments, kurz HTA, setzten sich die Teilnehmer eines Zertifikatskurses an der Tiroler Privatuniversität UMIT TIROL in Hall in Tirol auseinander. Der Kurs „Introduction to Health Technology Assessment“ ist Teil des in Europa einzigartigen „International Continuing Education Program in HTA & Decision Science (HTADS)“, das aus fünf separat belegbaren Zertifikatskursen und dem internationalen englischsprachigen Doktoratsprogramm in HTA besteht.
23 Interessierte aus 9 Ländern tauchten in die Grundlagen und Methoden des Health Technology Assessments ein – einem Prozess zur systematischen Bewertung von medizinischen Technologien, Prozeduren, Hilfsmitteln oder Organisationsstrukturen, der evidenzbasierte Empfehlungen zu gesundheitsspezifischen Interventionen formuliert. Untersucht werden dabei Kriterien wie Wirksamkeit, Sicherheit und Kosten, jeweils unter Berücksichtigung sozialer, rechtlicher, wirtschaftlicher und ethischer Aspekte.
Das internationale Kurspublikum – die Teilnehmer stammten aus Österreich, Deutschland, Schweiz, Bulgarien, Serbien, Litauen, Albanien, Mazedonien und den USA – vertiefte sein Wissen mithilfe hochkarätig besetzter Vorträge, Fallanalysen, interaktiver Diskussionen und angewandter Computersessions.
30. Januar 2015
Sekundärdatenforschung in Tirol erhält Fördermittel aus dem TWF
Anlässlich der Vergabe der Fördermittel des „Tiroler Wissenschaftsfonds 2014“ fand am Freitag, den 30.01.2015, an der Theologischen Fakultät der Universität Innsbruck im Kaiser-Leopold-Saal ein Festakt statt, bei dem die heuer erfolgreichen Fördernehmer/innen von Landesrat Bernhard Tilg ihre Förderurkunden überreicht bekamen. Die erfolgreichen Tiroler Privatuniversität UMIT TIROL-Antragsteller wurden von Frau Rektorin Prof. Dr. Sabine Schindler anmoderiert und kurz vorgestellt.
Frau Assist.-Prof. Dr. Magdalena Flatscher-Thöni erhielt TWF-Fördermittel für die explorative Studie in Tirol "Ethische und Rechtliche Herausforderungen in der stationären Altenpflege". Der vorliegende interdisziplinäre Projektantrag ist in Zusammenarbeit mit dem Department für Pflegewissenschaft und Gerontologie, Institut für Pflegewissenschaft (Ass. Prof. Dr. Daniela Deufert) entstanden und spiegelt den interdisziplinären Charakter des Forschungsvorhabens wider. Durch das Projektteam kann einerseits das notwendige Fachwissen und die methodische Kompetenz, die für ein erfolgreiches Erarbeiten des Forschungsziels notwendig ist, abgedeckt werden. Andererseits reflektiert das Team auch den interdisziplinären Ansatz, der der Themenstellung selbst immanent ist.
Herr Dipl.-Komm.wirt Dr. med. Holger Gothe, stellv. Vorstand des Departments für Public Health und HTA, erhielt TWF-Fördermittel für die gesundheitsökonomische Evaluation des Stroke-Card-Projekts der Medizinischen Universität Innsbruck anhand von Routinedaten der TGKK. Unmittelbar nach der Entgegennahme der Urkunde zeigte sich Dr. Gothe hoch erfreut: "Ich bin sehr froh, dass mit dieser TWF-Förderung die Sekundärdatenforschung in Tirol eine erste Anerkennung erfährt."
Frau Assist.-Prof. Dr. Elisabeth Nöhammer erhielt TWF-Fördermittel für das Projekt "Steuerung von beruflichen E-Mails außerhalb der Arbeitszeiten". Laut Frau Dr. Nöhammer vereinfachen zwar E-Mails den Arbeitsalltag, sie können aber auch zur Belastung werden. Viele Arbeitnehmer/innen bearbeiten berufliche E-Mails auch außerhalb der Arbeitszeit - warum und welche Steuerungsmöglichkeiten hilfreich wären, soll in ihrem Projekt untersucht werden.
Fotonachweis: Christian Wucherer
Continuing Education Program on Health Technology Assessment and Decision Science (HTADS)
The international Continuing Education Program on HTADS is designed to provide excellent quality education and comprehensive training in the key issues of Health Technology Assessment and Decision Science for anyone involved in the health sector. Currently the HTADS Continuing Education Program comprises a Doctoral Program in Health Technology Assessment (HTA) and four certified courses.
The following certified courses take place regularly:
- M1 - Winter School in Clinical Epidemiology
- M2 - Introduction to Health Technology Assessment
- M3 - Modeling Approaches for HTA: A Practical Hands-on Workshop
- M4 - Causal Inference in Observational Studies and Clinical Trials Affected by Treatment Switching: A Practical hands-on Workshop
For further information about the content of each program and on specific dates, please visit our HTADS website: http://www.umit-tirol.at/htads
25. Juli 2014
Internationale Auszeichnung für Entscheidungsanalyse geht an Tirolerin
Zum ersten Mal wurde eine Tiroler Forscherin mit dem renommierten „Lee B. Lusted Award for Outstanding Presentation“ ausgezeichnet. Aus mehr als 130 Einreichungen ging der Studierendenbeitrag von UMIT TIROL-Mitarbeiterin Christina Kurzthaler, MSc, auf der europäischen Tagung der Society of Medical Decision Making (SMDM) in Antwerpen als Sieger hervor.
Ihre statistisch-mathematische Arbeit im Bereich Entscheidungsanalyse / Health Technology Assessment (HTA) trug den Titel: “Combining Markov states: A comparison of analytical and heuristic methods for deriving the hazard rates of a collapsed Markov state.” Thema der Präsentation war der methodische Vergleich analytischer und heuristischer Methoden zur Beschreibung klinisch relevanter Zustände und ihrer exakten Formulierung in einem entscheidungsanalytischen Modell für Hepatitis C, welches am Institut für Public Health, Medical Decision Making und HTA der Tiroler Privatuniversität UMIT TIROL entwickelt wurde.
Die Preisträgerin zeigte sich in einer ersten Stellungnahme überglücklich: „Ich freue mich sehr über den Preis und bin stolz darauf, dass ein methodisches Thema damit ausgezeichnet wurde. Besonders anregend waren die Diskussionen mit dem multidisziplinären Projektteam und nun bin schon gespannt auf den SMDM-Kongress in Miami, zu dem ich anlässlich meines Preises eingeladen wurde.“
„Nach der Auszeichnung auf der internationalen HTAi-Tagung ist dies bereits der zweite Preis für ein „best paper“ auf einer internationalen Tagung, der in diesem Jahr an Mitarbeiterinnen des Departments für Public Health und HTA an der UMIT geht“, freut sich auch Departmentleiter Prof. Uwe Siebert über die internationale Anerkennung, die seinem Forscherteam zuteil wird.
12. Juli 2014
Biomarker kritisch betrachtet – Preis für heimische Forscher
Internationale Anerkennung wurde vor kurzem einem Tiroler Forscherteam zuteil, das der Tiroler Privatuniversität UMIT TIROL – Universität für Gesundheitswissenschaften, Medizinische Informatik und Technik in Hall in Tirol, dem Oncotyrol-Center for Personalized Cancer Medicine in Innsbruck, und dem Center for Health Decision Science der Harvard School of Public Health, USA, angehört.
Auf dem größten internationalen Kongress für Health Technology Assessment, der HTAi in Washington, D.C., wurde das Poster der Gruppe mit dem ersten Preis für hervorragende wissenschaftliche Forschungsleistung ausgezeichnet. Die Arbeit mit dem Titel “Systematic Review of the Clinical Effectiveness of Biomarkers as Cancer Screening Test Offered as Self-Pay Healthcare Service” beschäftigt sich mit dem Patientennutzen von individuell zu bezahlenden Vorsorgeuntersuchungen im Krebsbereich.
Die Autoren – Agnes Luzak, Petra Schnell-Inderst, Stefanie Bühn, Anja Mayer-Zitarosa und Uwe Siebert – zogen in ihrer vergleichenden Studie teils beunruhigende Schlüsse. „Das gesteigerte Interesse an individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) führt oft zur Anwendung von Biomarker-Tests ohne notwendige medizinische Indikation. Dabei kommen immer wieder falsch-positive Resultate vor, die zu fehlerhafter Diagnose und Behandlung führen und dadurch dem Patienten/der Patientin mehr schaden als nutzen“, fasst Dr. Petra Schnell-Inderst zusammen, die den Preis stellvertretend für die Autorengruppen entgegennahm. Daher lautet die Empfehlung der Forschergruppe an mündige Patienten, „nicht wahllos Screenings und Labortests in Anspruch zu nehmen, sondern zuerst umfassende Informationen über den erwiesenen Nutzen und die Unsicherheiten der Testergebnisse für Biomarker einzuholen.“ ergänzt Prof. Uwe Siebert.
7. April 2014
Internationaler Zertifikatskurs bildet HTA-Experten aus
Mit dem zukunftsweisenden Forschungsfeld des Health Technology Assessments, kurz HTA, setzten sich die Teilnehmer eines Zertifikatskurses an der Tiroler Privatuniversität UMIT TIROL in Hall in Tirol auseinander. Der Kurs „Introduction to Health Technology Assessment“ ist Teil des in Europa einzigartigen „International Continuing Education Program in HTA & Decision Science (HTADS)“, das aus fünf separat belegbaren Zertifikatskursen und dem internationalen englischsprachigen Doktoratsprogramm in HTA besteht.
Vom 2. bis 5.April 2014 tauchten 30 Interessierte aus elf Ländern in die Grundlagen und Methoden des Health Technology Assessments ein – einem Prozess zur systematischen Bewertung von medizinischen Technologien, Prozeduren, Hilfsmitteln oder Organisationsstrukturen, der evidenzbasierte Empfehlungen zu gesundheitsspezifischen Interventionen formuliert. Untersucht werden dabei Kriterien wie Wirksamkeit, Sicherheit und Kosten, jeweils unter Berücksichtigung sozialer, rechtlicher, wirtschaftlicher und ethischer Aspekte.
Das internationale Kurspublikum – die Teilnehmer stammten aus Österreich, Deutschland, Schweiz, Belgien, Bulgarien, Rumänien, Frankreich, Serbien, Albanien, Mazedonien und Indien – vertiefte sein Wissen mithilfe hochkarätig besetzter Vorträge, Fallanalysen, interaktiver Diskussionen und angewandter Computersessions.
Infos über dieses in Europa einzigartige Programm finden sich unter: www.umit-tirol.at/htads
31. März 2014
UMIT TIROL-Forscher präsentieren Screening-Modell beim Kongress für Evidenbasierte Medizin
Zur 15. Jahrestagung des Deutschen Netzwerks für Evidenzbasierte Medizin versammelten sich Mitte März rund 350 EbM-Interessierte in Halle an der Saale, um sich mit dem Schwerpunktthema „Prävention zwischen Evidenz und Eminenz“ zu befassen. Mit dabei waren auch zwei Forscher des Departments für Public Health und HTA der UMIT TIROL, die beim Symposium die internationale Fachwelt begeisterten.
In der offiziellen Pressemeldung hieß es dazu: „Uwe Siebert und Gaby Sroczynski von der Universität Hall in Tirol spielten anhand einer Modellrechnung 18 verschiedene Strategien zur Gebärmutterhalsfrüherkennung durch. Auf diese hohe Zahl an Varianten kamen sie spielend, indem sie die beiden Untersuchungen Pap-Test und HPV-Test mit verschiedenen Startzeitpunkten und Screeningintervallen kombinierten. Die HPV-Impfung als weitere relevante Größe berücksichtigten sie dabei noch nicht einmal. Das Ergebnis der Modellrechnungen: Das derzeit in Deutschland angebotene Screening mit jährlichem Pap-Test ab 20 Jahren schnitt deutlich schlechter ab als viele andere Strategien. […] Siebert wies jedoch auf die vielen Unsicherheiten hin, die dem Modell zugrunde lägen. Immerhin erlaube ihre Berechnungen die Aussage, welche Strategie sich intensiver zu erforschen lohne.“
Zur gesamten Kongress-Nachlese geht’s hier.
2. Februar 2014
Winter School in Clinical Epidemiology with international audience
Internationally well known Professor Albert Hofman (Chair, Dept. of Epidemiology, Erasmus University Center Rotterdam) and Professor Uwe Siebert (Chair, Dept. of Public Health and Health Technology Assessment, Tiroler Privatuniversität UMIT TIROL) teached theoretical prinicples of clinicial epidemiology and their application in modern health care research to an international audience.
12 students from the ERAWEB academic exchange program welcomed the chance to learn more about Epidemiology.
Joint Action Programme EUnetHTA - Joint Action 3 (2016-2019)
Das Institut für Public Health, Medical Decision Making und Health Technology Assessment (IPH) der UMIT nimmt im Rahmen der Joint Action Programme der Europäischen Union (EU) am European Network for Health Technology Assessment (EUnetHTA) Joint Action 3 (JA3) teil (2016-2019). Joint Action Programme der EU unterscheiden sich von anderen von der EU geförderten Projekten. Es handelt sich hier um eine länderübergreifende Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten, bei der die teilnehmenden Partnerinstitutionen von den entsprechenden Behörden der Mitgliedstaaten ernannt werden müssen.
Die UMIT wurde vom Bundesministerium für Gesundheit in Österreich für diese JA3 benannt. Das IPH hat bereits an Joint Action 1 (2010-2012) und an Joint Action 2 (2012-2015) teilgenommen und war dort maßgeblich an der Weiterentwicklung der Berichtsstruktur des EUnetHTA HTA Core ® Model und der Methodik der Erstellung von HTA-Berichten beteiligt. „In dieser JA3“, erklärt Dr. Petra Schnell-Inderst, die Leiterin der Arbeitsgruppe Health Technology Assessment am Institut, „wird das IPH an Arbeitspaketen zur gemeinsamen Produktion von HTA-Berichten durch mehrere EU-Länder und zu wissenschaftlichen Werkzeugen mitarbeiten.“ „Wir freuen uns, nun bereits in der dritten Phase maßgeblich an der Joint Action dieses wichtigen europäischen Netzwerks mitzuwirken, und damit zu qualitativ hochwertigen Standards, besser informierten Entscheidungen und einer effizienteren Nutzung der HTA-Ressourcen im europäischen Gesundheitssystem beitragen zu können“, fügt Departmentleiter Univ.-Prof. Uwe Siebert hinzu.
Weblinks: EUnetHTA: http://www.eunethta.eu EUnetHTA HTA Core ® Model:
(http://eunethta.eu/sites/5026.fedimbo.belgium.be/files/HTACoreModel3.0.pdf)
Methodik der Erstellung von HTA-Berichten (Methodenleitlinie für Medizinprodukte):
http://www.eunethta.eu/outputs/wp7-sg3-therapeutic-medical-devices-guideline
September 5, 2013
GMDS Poster Award Goes to UMIT Research Team
International recognition received a decision science team of the Department of Public Health and HTA at UMIT these days. Its poster "Overview and Evaluation of Decision-analytic Models for the Treatment of Multiple Myeloma" was placed first in the category "Epidemiology" at the annual conference of GMDS - German Society of Medical Informatics, Biostatistics and Epidemiology in Lübeck.
Dr. Ursula Rochau, MSc
June 26, 2013
Alumni Roundtable with Kathryn Bouskill (PhD candidate Emory University/Atlanta) in Vienna
"The perception of cancer: An intercultural comparison study" was the topic of the talk the newly associated researcher Kathryn Bouskill gave at the UMIT study center in Vienna. An interested audience took the chance to question the medical anthropologist on her study outcomes and her new project, which focuses on breast cancer patients in Austria.
June 2013
Expert Workshop on Cancer Screening: Benefit of Early Detection vs. Overdiagnosis and Overtreatment
International lecturers approached the difficult question of balance in Cancer Screening at the fully booked-up one-day workshop at UMIT. As the workshop was a collaboration of four divisions from the GMDS (German Association for Medical Informatics, Biometry and Epidemiology), Oncotyrol - Center for Personalized Cancer Medicine Austria and the Austrian Network of Evidence Based Medicine it gained high visibility and attracted more than 50 participants from D-A-CH.
June 2013
Hands-on Workshop for Simulation Techniques in HTA Thrills International Audience
The fifth UMIT Certificate Course„Modeling Approaches for HTA: A Practical Hands-on Workshop“ thrilled an international audience with a practice-orientediIntroduction in Modelling and Simulation Techniques that are used in Health Technology Assessments and Decision Analysis.
During the three day course, the 22 participants from 12 countries gained an insight of theoretical principles of evaluation processes in healthcare and its implementation using real-life examples of chronic diseases.
March 2013
UMIT Certificate Course attracts participants from more than 10 countries
The international certificate course„Introduction to Health Technology Assessment“ gave 24 participants from 10 countries an insight into the principles and methods of Health Technology Assessment and combined lectures, hands-on lab sessions and interactive group work in a unique and highly inspirational way.
The course's highlight was the integrated symposium "HTA from Different Perspectives", where three international speakers - Stefan Lange/ HTA-Organisation IQWiG, Flora Giorgio/ European Commission and Karl Krobot/Pharmaceutical Industry - approached the topic from diverse point of views and engaged in a lively discussion with the interested audience.
February 2013
UMIT Winter School Educates Epidemiology Experts
The practical aspects of epidemiological principles were the focus point of the third Winter School in Clinical Epidemiology at UMIT - University for Health Sciences, Medical Informatics and Technology.
Key-Lecturer Univ.-Prof. Dr. Albert Hofmann form Harvard University and Erasmus University Rotterdam and Univ.-Prof. Uwe Siebert, UMIT Department Chair of Public Health and HTA, gave the international attendees compact in-depth training in epidemiological know-how and its implementation, using widespread diseases - cancer and cardiac cycle afflictions - as examples.
Department of Public Health and HTA supports ERAWEB exchange program
Erasmus Mundus Western Balkans – ERAWEB – is an international academic mobility program involving six EU universities and eight Western Balkan universities, focusing on the Health and Life Sciences. With a continuing education program in health technology assessment and decision science, modern infrastructure and internationally acknowledged researchers and scholars, the Department of Public Health and HTA at UMIT – University for Health Sciences, Medical Informatics and Technology positions itself as strong partner for the ERAWEB academic exchange project.
Exchange students from ERAWEB can enroll for several programs at UMIT – either for a full master program in Health Sciences or HTA & Decision Science or a PhD program in Public Health or Health Technology Assessment. It is also possible to take only specific program modules (HTA, Health Economics, Markov modeling). Further, participants can register for classes from the HTADS continuing education program (www.umit.at/htads) or join the department’s internal seminars in Causal Inference in Epidemiology and Medical Decision Making, the Decision Modeling Research Week, a Meta-Analysis Workshop or the Outcomes Research & Evaluation of Personalized Medicine Workshop.
Additionally, students can participate in ongoing international research projects at the department, i.e. EU-funded research projects , HTAs for governmental institutions or projects for Oncotyrol – Center for Personalized Cancer Medicine.
More information: erasmus-westernbalkans.eu
Disclaimer: This project has been funded with support from the European Commission. This communication Commission cannot be held responsible for any use which may be made of the information contained therein.
November 8, 2012
UMIT/Oncotyrol Scientists win ISPOR-Prize
Dr. Ursula Rochau recognized with Best Student Poster Award
With the scientific presentation of newest findings in the fields of breast cancer and Chronic Myeloid Leukemia, two posters from UMIT were distinguished with the honorable mention 8% ribbon at the 15th Annual European Congress of the International Society for Pharmacoeconomics and Outcomes Research in Berlin.
Marking it as top-scientific contribution of the conference, the poster from Dr. Ursula Rochau – “Decision-Analytic Model for the First-Line Therapy of Chronic Myeloid Leukemia” - was recognized with the Best Student Poster Award for its clear and interesting summary of a complex topic and the visually attractive scientific presentation.
A second poster by Beate Jahn, titled “Application of Real World Data to Inform a Breast Cancer Decision - Analytic Model in Austria and the U.S - PRELIMINARY OUTCOMES of data collection” too received the coveted ribbon, depicting the first successful result of the newly formed cooperation between UMIT and the University of Utah.
More Information: www.ispor.org
November 7, 2012
UMIT-Forscher referieren in Brasilien
Zwei wissenschaftliche Mitarbeiter der UMIT-Studienzentrale Wien – Dr. Margret Jäger/Department of Public Health und HTA sowie Ass.-Prof. Dr. Gerhard Müller/Department für Pflegewissenschaft konnten im Rahmen ihrer Forschungsreise nach Brasilien Universitätskontakte und Kooperationen vertiefen und zwei Vorträge an unterschiedlichen Institutionen halten. Mehr Informationen erhalten Sie hier.
October 17, 2012
Prof. Harald Stummer in den Evaluierungsbeirat der Sozialversicherung der Gewerblichen Wirtschaft berufen
Seit 2012 gibt es erstmalig in Österreich in einer Sozialversicherung ein Bonus-System für das Erreichen oder Halten von vereinbarten Gesundheitszielen. Ziel des Projektes „Selbständig Gesund“ ist es, die Eigeninitiative und das gesundheitsbewusste Verhalten der Patienten zu fördern. Mehrere internationale Anfragen beweisen, wie präsent und teilweise auch brisant das Konzept im europäischen Gesundheitskontext aktuell ist. Diese für Österreich fast revolutionäre Systemänderung wird nun wissenschaftlich evaluiert und soll - bei positiven Ergebnissen - als Muster weiterentwickelt werden.
Neben dem Präsidenten der Ärztekammer, einigen Ökonomen und Medizinern aus ganz Österreich wurde Herr a.o. Univ.-Prof. Dr. Harald Stummer von der UMIT – Universität für Gesundheitswissenschaften, medizinische Informatik und Technik in den Evaluierungsbeirat berufen.
"Zusätzlich zur medizinischen Basisversorgung könnte die individuelle Verantwortung für die eigene Gesundheit gestärkt werden und das Modellprojekt so ein Meilenstein für die zukünftige Sozialversicherungslandschaft sein.", kommentiert Prof. Harald Stummer das Konzept.
Nähere Infos: www.sva-gesundheitsversicherung.at
October 3, 2012
Kombination aus Test und Therapie – was kostet der Zusatznutzen?
Ein Übersichtsartikel von Wissenschaftlern der Oncotyrol Area für Health Technology Assessment erklärt gesundheitsökonomische Bewertung am Beispiel Brustkrebs. Mehr Infos gibt's hier.
June 10-12, 2012
UMIT-Scientists Receive Award for Best Short Course at the ESMDM Conference in Oslo, Norway
With an outstanding introduction in techniques of microsimulation and interactive hands-on exercises, Dr. Ursula Rochau and Dr. Beate Jahn from UMIT- Health and Life Sciences University received the Award for the Best Short Course at the Conference of the European Society for Medical Decision Making (ESMDM) in Oslo. Their lesson on “Discrete Event Simulation” gave participants not only an insight into the applicability of Discrete Event Simulation within the scope of decision analysis, but also allowed them to simulate the distribution of resources in the health care system.
From left to right, front row: Dr. Ursula Rochau und Dr. Beate Jahn, Anne Stiggelbout/SMDM President,
second row: Ivar Sønbø Kristiansen, Prof. Uwe Siebert und Elisabeth Fenwick
Fotocredit: ESMDM
More information: www.smdm.org
June 2012
Team of UMIT/Oncotyrol-Scientists participate in the development of Guidelines for Good Research Practices in Modeling
In collaboration with the International Society for Pharmacoeconomics and Outcomes Research (ISPOR) and the Society for Medical Decision Making (SMDM), more than 40 international experts, including two scientists from the Oncotyrol – Center for Personalized Cancer Medicine, put together essential guidelines for good practices in decision modeling, the simulation of benefits, risks and costs of medical interventions and the cost-effectiveness of different treatment strategies.
The aim was to ensure that good research practices on modeling techniques remain useful for all current modeling techniques as well as to foster the use of model-based results to inform health care decisions. Therefore, the ‘ISPOR-SMDM Modeling Good Research Practices Task Force’ focused on advanced techniques in modeling, approaches to evaluate variability in models and recommendations for transparency in the reporting of models and results. ”The paper ‘State-Transition Modeling: A Report of the ISPOR-SMDM Modeling Good Research Practices Task Force-3’ reviews current modeling techniques for state-transition-based modeling for both Markov cohort simulation and individual-level (Monte Carlo) state-transition models. It addresses issues concerning state-transition modeling and discusses the key principles of the implementation of cohort simulation and microsimulation in state-transition modeling“, explains Dr. Beate Jahn, a task force member from Oncotyrol/Austria.
The guidelines have just been published by two renowned international journals - Value in Health and Medical Decision Making. “We are happy that our work is appreciated and I sincerely hope that the new guidelines help to harmonize work standards within the modeling community worldwide and put their scientific work on a higher, more consistent level”, summarizes Task Force Co-Chair and SMDM Vice President-Elect Prof. Uwe Siebert/Oncotyrol Head of Area 4 the intentions for the implementation of the guideline manual.
For more information visit: http://www.ispor.org/TaskForces/GRPModelingTf.asp
May 2012
Top-Forschungscenter besiegeln Zusammenarbeit
Mit einer zukunftsweisenden Kooperation hat die Area 4 „Public Health Decision Modeling, Health Technology Assessment and Health Economics“ des Oncotyrol – Center for Personalized Cancer Medicine die Weichen für eine erfolgreiche Forschungszusammenarbeit gestellt. Mit dem Personalized Health Care Program der Unitersity of Utah werden künftig gemeinsame Forschungsprojekte und Publikationen sowie ein Wissenschaftler- und Studentenaustauschprogramm für Aufsehen in der Fachwelt sorgen.
In den Forschungsfeldern Chronische Myeloische Leukämie (CML), Brustkrebs und Lungenkrebs sowie evidenzbasierte Versorgungsforschung werden die beiden Institute künftig eng zusammenarbeiten. „Wir planen die Einspeisung von Daten aus Patientenregistern von Utah und Österreich in die Computermodelle der Oncotyrol-Forscher, um Versorgungsstrategien für Krebspatienten bewerten zu können und zu testen, ob die entwickelten Modelle auch einem „Real Life Szenario“ standhalten und unverfälschte Ergebnisse liefern“, erläutert die Initiatorin und Leiterin des Pharmacotherapy Outcomes Research Center der University of Utah, College of Pharmacy, Prof. Diana Brixner, RPh, PhD. Beide Institute versprechen sich von der Zusammenarbeit neue Erkenntnisse und einen Schritt nach vorne in ihren jeweiligen Forschungsprojekten. „Der Schulterschluss mit einem der führenden Pharmacotherapy Outcomes Research Center in den USA eröffnet unseren Forschern die einzigartige Möglichkeit, Daten aus CML-Patientenregistern von Utah und Tirol hinsichtlich Übertragbarkeit zu vergleichen und die Ergebnisse gemeinsam mit den amerikanischen Kollegen zu validieren,“ zeigt sich Arealeiter Prof. Uwe Siebert vom Erfolg der Kooperation überzeugt, „So soll auch der Einsatz von patientenspezifischen Informationen in Behandlungsentscheidungen aufgezeigt werden.“
Forschungsruf über den großen Teich
Neben der gemeinsamen wissenschaftlichen Arbeit ist auch ein anhaltender Austausch an Forschern, Professoren und Studenten zwischen der UMIT – Health and Life Sciences University und der University of Utah geplant. „Beide Institute sind international renommiert auf ihrem Fachgebiet und können durch einen regen Wissensaustausch und Fortbildungsveranstaltungen ihren wissenschaftlichen Horizont erweitern“ erklärt Prof. Diana Brixner, RPh, Phd. Die Amerikanerin mit deutschen Wurzeln ist als Expertin für Ergebnisforschung mit „Real-World“ Datensätzen aus der klinischen Praxis international anerkannt. Univ.-Prof. Uwe Siebert. wird von seinen Fachkollegen als Koryphäe auf den Gebieten Decision Modeling und Medizintechnologiebewertung (HTA – Health Technology Assessment) geschätzt. „Dass unsere Institute zusammenarbeiten, war da geradezu eine natürliche Folge“, schmunzelt Diana Brixner, die als Gastprofessorin am Institut für Public Health, Medical Decision Making and HTA der UMIT – Health and Life Sciences University gemeinsam mit Institutskollegen und Visiting Professor Joe Biskupiak in den letzten sechs Monaten den Grundstein für die Kollaboration legte.
Auch Prof. Uwe Siebert. preist die neue Zusammenarbeit in den höchsten Tönen: „Die Kernkompetenz des Personalized Health Care Programs derUniversity of Utah liegt in der Ergebnisforschung, die Stärke der Oncotyrol-Area 4 „Public Health Decision Modeling, Health Technology Assessment and Health Economics“ in der Entwicklung von Evaluierungsinstrumenten und Methoden zur Bewertung neuer präventiver und therapeutischer Verfahren. Gemeinsam können wir Entscheidungsanalyse-Modelle erstellen, auf Herz und Nieren prüfen, verbessern und wertvolle Daten extrahieren, die z.B. in der Brustkrebs-Früherkennung und bei personalisierten Krebstherapien zur Anwendung kommen.“ Auch der Vergleich tatsächlicher Behandlungsergebnisse mit dem vom Computermodell vorhergesagten Ausgang wird genau untersucht.
Projekte, Publikationen, Präsentationen
Ein anhaltender Austausch an Professoren und Studenten sorgen zudem für eine kontinuierliche Vernetzung und Zusammenarbeit. „Neben den sechs Forschungsförderungsanträgen, die wir im Rahmen meines Forschungsaufenthaltes in Tirol getätigt haben, sind auch gemeinsame Veröffentlichungen geplant“, erläutert Diana Brixner, RPh, PhD. Eine Studie zu „Application of Real World Data to Decision Models“ beim europäischen Meeting der Society for Medical Decision Making (ESMDM) im Juni 2012 in Oslo sowie eine wissenschaftliche Abhandlung über “Results of real world data to develop and validate breast cancer decision-analytic models” auf der ISPOR-Europe, International Society for Pharmacoeconomics and Outcomes Research, in Berlin 2012 sind in Arbeit. Weiters untersuchen die Forscher CML-Modelle in einer systematischen Review und bereiten einen CML-Workshop und ein wissenschaftliches Poster über evidenzbasierte Medizin für die ESMDM-Konferenz vor.
Neue Associated Researchers
Auch nach ihrer Rückkehr in die USA brechen Diana Brixner, PhD, RPh und Forschungskollege Joe Biskupiak, PhD, MBA ihre Brücken zu Tirol nicht ab. Als assoziierte Forscher für die UMIT und Oncotyrol – Center for Personalized Cancer Medicine werden sie an den oben genannten Projekten arbeiten und regelmäßig nach Tirol reisen. Auch ihre Alma Mater, die University of Utah, Department of Pharmacotherapy setzt als Scientific Partner für Oncotyrol in der zweiten Forschungsphase ab Juli 2012 neue Impulse.
April 19-20, 2012
1. Jahrestagung des Österreichischen Netzwerks für Evidenzbasierte Medizin
Das ebm-netzwerk.at hat sich das Ziel gesetzt, die Praxis, ärztliche und medizinische Entscheidungen aufgrund gesicherter Wirksamkeitsnachweise (Evidenzen) zu treffen, zu fördern und Know-How über den richtigen Umgang mit Evidenzen vermitteln. Zu diesem Zweck fand die 1. Jahrestagung der österreichischen Fachgruppe in Zusammenarbeit mit der UMIT- The Health and Life Sciences University und Oncotyrol – Center for Personalized Cancer Medicine in Hall in Tirol statt.
March 29, 2012
UMIT-Forscher gewinnen Wissenschaftspreis für Gesundheitsökonomie 2012
Ein Forscherteam des Instituts for Public Health, Medical Decision Making and HTA der Health & Life Sciences Universität UMIT wurde kürzlich von der Deutschen Gesellschaft für Gesundheitsökonomie (DGGÖ) mit dem Wissenschaftspreis für Gesundheitsökonomie 2012 ausgezeichnet.
Mit dem Wissenschaftspreis für Gesundheitsökonomie wird von der DGGÖ der bedeutendste gesundheitsökonomische Aufsatz des vergangenen Jahres gewürdigt. Honoriert wurde hiermit das Team um Dr. Gaby Sroczynski, MPH, das den wissenschaftlichen Artikel "Cost-Effectiveness of Primary HPV Screening for Cervical Cancer in Germany - A Decision Analysis" im European Journal of Cancer im März 2011veröffentlichte. Das Forscherteam des Instituts für Public Health, Medical Decision Making and HTA unter der Leitung von Univ.-Prof. Uwe Siebert hat im Rahmen eines Health Technology Assessments im Auftrag des Deutschen Instituts für Medizinische Information und Dokumentation (DIMDI) / Bundesministerium für Gesundheit eine Kosten-Nutzen-Bewertung für den deutschen Gesundheitskontext durchgeführt, in der das HPV-Testverfahren zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs im Vergleich zum herkömmlich angewandten zytologischen Verfahren in unterschiedlichen Intervallen untersucht wurden.
„Unsere Ergebnisse zeigen, dass die HPV-basierte Früherkennungsuntersuchung auf Gebärmutterhalskrebs gemessen an Langzeiteffektivitätsparametern wie vermiedenen Krebsfällen oder der durchschnittlichen Lebenserwartung der Frauen der aktuell eingesetzten Zytologie überlegen ist“, erklärt Dr. Gaby Sroczynski, die am Institut die Forschungsgruppe Medical Decision Making leitet und die Studie koordinierte. „Das HPV-basierte Screening alle zwei Jahre erzielt bei gleicher Teilnahmerate der Frauen praktisch denselben medizinischen Effekt wie das jährliche zytologische Screening, bringt aber durch die längeren Untersuchungsintervalle finanzielle Vorteile für das Gesundheitssystem“, fasst Dr. Gaby Sroczynski die Ergebnisse zusammen.
Eine Optimierung des Früherkennungsprogramms, zum Beispiel durch verbesserte diagnostische Testverfahren, einen effizienteren und risikoadaptierten Einsatz der Früherkennungsstrategie, optimierte Früherkennungsintervalle und eine Erhöhung der Teilnahmerate sei für die Frauen medizinisch von Nutzen, reduziere das individuelle Risiko unnötiger invasiver Eingriffe und bringe uns einen wichtigen Schritt voran auf dem Weg zu einer intelligenten, schonenden und effizienten Gesundheitsversorgung, resümierte Univ.-Prof. Siebert.
March 28, 2012
Auswirkungen des Klimawandels auf die Gesundheit
Der Klimawandel ist eine große Herausforderung unserer Zeit. Der Klimawandel stellt das Gesundheitssystem vor neue Aufgaben. Wer professionell mit Gesundheit zu tun hat ist herzlich zum UMIT Workshop „Auswirkungen des Klimawandels auf die Gesundheit“ am Mittwoch, den 28. März eingeladen."
Nähere Information entnehmen Sie bitte unserem Flyer
March 22, 2012
UMIT-Wissenschaftler mit renommiertem David Sacket Preis ausgezeichnet
Die kritische Bewertung „Individueller Gesundheitsleistungen“ (IGeL) eines multiuniversitären Forscherteams unter der Federführung des Departments für Public Health und HTA der UMIT – Health and Life Sciences University wird mit dem David-Sackett-Preis 2012 des Deutschen Netzwerks für Evidenzbasierte Medizin e.V. ausgezeichnet. Damit wird der Preis bereits zum zweiten Mal an UMIT-Wissenschaftler vergeben. Die Wissenschaftler von drei Universitäten nahmen im Auftrag des Deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) die Praxis ärztlicher Leistungen unter die Lupe, die nicht im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) enthalten sind und von den Patienten selbst bezahlt werden müssen. Die kritische Bewertung erfolgte in Form eines Health Technology Assessments (HTA), die beteiligten Forscher Dr. Petra Schnell-Inderst, Dipl-Soz. Theresa Hunger, Katharina Hintringer, Dr. Ruth Schwarzer, Dr. Vanadin Seifert-Klauss, Dr. Holger Gothe, Prof. Dr. Jürgen Wasem und Prof. Uwe Siebert haben systematisch die empirischen Daten zu Angebot, Inanspruchnahme, Praxis, Akzeptanz, Arzt-Patienten-Verhältnis und ökonomischer Bedeutung von IGeL im ambulanten Bereich für GKV-Versicherte in Deutschland zusammengetragen und ausgewertet. Für die beiden häufigsten IGeL – das Glaukomscreening und die vaginale Ultraschalluntersuchung zur Früherkennung des Eierstockkrebses – haben die Wissenschaftler zudem untersucht, ob ein Nutzen für Patienten nachgewiesen werden kann. Im Ergebnis konnte keiner der beiden Früherkennungsuntersuchungen ein gesundheitlicher Vorteil zuerkannt werden. Diese Erkenntnis löste rege Diskussionen in der Fachwelt und heftige Medienechos aus.
Auszeichnung durch David-Sackett-Medaille
Bei der Verleihung der Medaille im Rahmen der 13. Jahrestagung des Deutschen Netzwerks für Evidenzbasierte Medizin (DNEbM) e.V. in Hamburg am 16. März zeigte sich das Forscherteam „äußerst stolz, diese renommierte Anerkennung für unsere wissenschaftliche Arbeit zu erhalten“, fasst Departmentleiter Prof. Uwe Siebert die Statements der Preisträger zusammen.
Besonders freut das UMIT-Team, dass diese Auszeichnung bereits zum zweiten Mal an die UMIT geht. Vor drei Jahren haben Frau Prof. Dr. Ammenwerth, Frau Dr. Schnell-Inderst und Herr Prof. Dr. Siebert den David-Sackett-Preis für eine Studie über computerunterstützte Ausstellung von Rezepten erhalten.
Der mit 2.000 Euro dotierte David-Sackett-Preis des DNEbM e. V. wird seit 2008 für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der evidenzbasierten Medizin und Gesundheitsversorgung verliehen. David Sackett gilt als Pionier der EbM, die vom angloamerikanischen Raum ausgehend mittlerweile weltweit praktiziert wird. Der heute in Kanada lebende Mediziner gründete 1967 das erste Institut für klinische Epidemiologie in Kanada an der McMaster Universität und später das Oxford Centre for Evidence-based Medicine. Er ist Initiator und Mitherausgeber des Journals „Evidence-Based Medicine“, Autor von mehr als 60 Lehrbüchern und -artikeln und Begründer der Fortbildungskurse für EbM an der Universität Oxford.
October 5-8, 2011
14th EUROPEAN HEALTH FOROUM
August 30, 2011
UMIT-Wissenschaftler wird Vizepräsident der internationalen Gesellschaft für medizinische Entscheidungsfindung
Große internationale Anerkennung wurde dieser Tage dem Leiter des UMIT-Departments für Public Health und HTA, Univ.-Prof. Uwe Siebert, zuteil: der Wissenschaftler wurde zum Vizepräsidenten der internationalen „Society for Medical Decision Making (SMDM)“ gewählt. Die SMDM vereint unter ihrem Dach die weltweit renommiertesten Wissenschaftler, die sich mit Entscheidungen unter Unsicherheit im Gesundheitswesen auseinandersetzen und versuchen, mit Hilfe von Computermodellen die Komplexität von Gesundheit zu verstehen, verschiedene Entscheidungsszenarien durchzuspielen, Konsequenzen medizinischen Handelns bezüglich Nutzen, Risiken und Kosten abzuwägen und Handelsempfehlungen abzugeben.
Univ.-Prof. Uwe Siebert wurde vor sechs Jahren von der Harvard University an die UMIT nach Hall in Tirol berufen. Die jetzige Wahl zum Vizepräsidenten bestätigt die konsequente Aufbauarbeit des UMIT-Departments für Public Health und HTA zu einer der renommiertesten Forschungseinrichtungen in diesem Bereich in Europa. Das Department ist auch maßgeblich in das Tiroler Krebsforschungsprojektes Oncotyrol eingebunden, wo Siebert mit seinem Team das Nutzen-Risiko-Verhältnis und die Kosteneffektivität personalisierter Krebstherapien erforscht.
Basis für Sieberts Forschungsarbeit sind die Tatsachen, dass in der Medizin immer mehr machbar ist, dass neue medizinische Verfahren, aber auch mit neuen Risiken verbunden sind, und dass das Gesundheitswesen einem hohen ökonomischen und gesellschaftlichen Druck ausgesetzt ist. „Wir wissen inzwischen nur allzu gut, dass nicht alles, was in der Medizin technisch machbar ist, auch dem Patientenwohl dient. Deshalb will ich mit meinem Team hier in Hall internationale Spitzenforschung betreiben, die sich den Herausforderungen eines modernen Gesundheitswesens stellt und zu einer schonenden, intelligenten Medizin mit einer Weiterentwicklung von Früherkennung und Behandlung führt“, beschreibt Siebert seinen wissenschaftlichen Anspruch, für den die jetzige Wahl zum Vizepräsidenten der SMDM eine Bestätigung für die Arbeit der vergangenen Jahre ist. „An der UMIT unterrichten wir in unseren neuen internationalen Programmen bereits die State-of-the-Art-Methoden der Entscheidungsanalyse in Public Health und Medizin. Mein vorrangiges Ziel in der SMDM-Amtsperiode ist nun die Entwicklung eines internationalen webbasierten Fortbildungsprogramms im Rahmen der SMDM, welches Forschern und Studenten weltweit einen besseren Zugang zu den modernen Methoden und Werkzeugen der medizinischen Entscheidungsfindung gewährt.“ so Siebert weiter.
UMIT-Rektorin Univ.-Prof. Dr. Christa Them freut sich, dass die konsequente Arbeit von Siebert und seinem Team einmal mehr internationale Anerkennung findet. „Noch vor einigen Jahren war Siebert einer der wenigen deutschsprachigen Teilnehmer bei Tagungen der damals noch weitgehend nordamerikanisch ausgerichteten SMDM. Seither hat er als Vorstandsmitglied der Gesellschaft und als Program Chair der letztjährigen europäischen SMDM-Tagung in Hall wesentlich dazu beigetragen, dass sich die Gesellschaft für Europa geöffnet hat und das Feld Public Health, Decision Making und Decision-Analytic Modeling in Europa wissenschaftlich und bei den Entscheidungsträgern verankert wurde.“, sagte Them.
June 14, 2011
Oncotyrol-Wissenschaftlerin forscht auch in Harvard
Die Oncotyrol-Wissenschaftlerin Dr. Ursula Rochau ist als Gastwissenschaftlerin an der Harvard Universität in Boston angenommen worden. Die Medizinerin, die auch an der UMIT tätig ist, leitet derzeit in Oncotyrol ein wissenschaftliches Forschungsprojekt. Sie entwickelt ein Computermodell für die patientenorientierte Versorgung der Chronischen Myeloischen Leukäme (CML).
An diesem Projekt hat sie auch bei ihrem ersten fünfwöchigen Aufenthalt in Harvard weitergeforscht. „Darüber hinaus war es eine tolle Möglichkeit, Fortbildungen zu besuchen, Kontakte zu knüpfen und unsere Oncotyrol-Projekte bekannt zu machen“, so die Wissenschaftlerin. Ein langfristiges Austauschprogramm, an dem auch weitere Oncotyrol-Forscher und -Forscherinnen teilnehmen werden, ist geplant.
Frau Rochaus Projekt, an dem die französische Firma Ipsogen SA beteiligt ist, fällt in den Oncotyrol-Forschungsbereich Bereich des Health Technology Assessment (HTA). Dieser Bereich wird von Prof. Uwe Siebert von der UMIT geleitet. HTA ist eine Wissenschaft, die der Beurteilung von neuen oder bereits existierenden medizinischen Verfahren dient. Dabei wird mit Hilfe von Computermodellen ermittelt, ob eine Therapie oder ein Diagnose-Verfahren dem Patienten mehr Vorteile als Risiken bringt. Auch kann verglichen werden, welche Therapien bei ähnlichem Gesundheitsnutzen kosteneffektiv sind. HTA stößt insbesondere bei Gesundheitsbehörden auf großes Interesse.
Die Chronische Myeloische Leukämie ist ein Paradebeispiel für den Erfolg der personalisierten Medizin. Die Krankheit wird von einer zufälligen genetischen Veränderung in weißen Blutkörperchen hervorgerufen. Sie führt dazu, dass ein Enzym, eine Tyrosinkinase, übermäßig aktiv ist. Dadurch fangen weiße Blutkörperchen an, sich unkontrolliert zu vermehren. Ein zielgerichteter Hemmstoff, der Tyrosinkinase-Hemmer Imatinib, blockiert die Tyrosinkinase und kann daher die Krankheit unter Kontrolle bringen.
Oncotyrol beschäftigt sich auch in einem weiteren Forschungsprojekt unter Leitung von Prof. Günther Gastl von der Medizinischen Universität Innsbruck mit dieser Erkrankung. Dabei wird ein österreichweites CML-Register aufgebaut, um Daten über den Verlauf von Erkrankung und Therapie „im realen Leben“, also nicht unter Studienbedingungen, zu erfassen. Für die zweite Phase von Oncotyrol ist geplant, beide Projekte, das CML-Register und das CML-Computermodell zusammenzufassen.
April 4, 2011
Institut für Public Health bildet an der UMIT HTA-Experten für Europa aus
Zum dritten Mal trafen sich vom 6. bis 9. April 2011 über 20 Teilnehmer aus universitären Institutionen mit Gesundheitsbezug, öffentlichen Gesundheitseinrichtungen und der Industrie zum Einführungskurs „Introduction to Health Technology Assessment (HTA)“ an der Tiroler Health & Life Sciences Universität UMIT in Hall in Tirol. Die TeilnehmerInnen aus Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Rumänien, Schweiz und Tschechien beschäftigten sich vier Tage lang mit der systematischen Untersuchung gesundheitspolitischer Fragestellungen aus wirtschaftlichen, sozialen und ethischen Betrachtungswinkeln. Der Leiter des UMIT-Institutes für Public Health und Organisator des Kurses, Univ.- Prof. Uwe Siebert, konnte einmal mehr renommierte Vortragende aus der Praxis gewinnen. So gaben beispielweise Jérome Boehm, Policy Officer der Europäischen Komission Abteilung Gesundheit und Konsumentensicherheit, und Prof. Karl J. Krobot, Leiter der Abteilung für Versorgungsforschung bei MSD Sharp & Dohme GmbH (Merck & Co. Inc) ihr Wissen an die TeilnehmerInnen weiter.
Die Teilnehmer erhielten während des Kurses theoretisches sowie praxisnahes Wissen über aktuelle Methoden in HTA (Health Technology Assessment). Diese Methoden sind wichtige Werkzeuge um sich optimal mit aktuellen Herausforderungen und Fragestellungen im Gesundheitsbereich auseinandersetzen zu können. HTA ist ein Prozess zur systematischen Bewertung medizinischer Technologien, Prozeduren und Hilfsmittel, aber auch Organisationsstrukturen, in denen medizinische Leistungen erbracht werden. Untersucht werden dabei Kriterien wie Wirksamkeit, Sicherheit und Kosten, jeweils unter Berücksichtigung sozialer, rechtlicher, wirtschaftlicher und ethischer Aspekte. Decision Sciences (DS) beschäftigen sich mit der Anwendung von quantitativen Methoden, mit denen man Entscheidungen unter Unsicherheit analysieren kann. Der Zertifikatskurs „Introduction to Health Technology Assessment“ ist Teil des universitären Ausbildungsprogrammes “International Continuing Education Program in HTADS“.
February 10, 2011
Erfolgreiche UMIT-Winterschool für Klinische Epidemiologie
Theoretische Konzepte der Klinischen Epidemiologie und deren Diskussion anhand aktueller Gesundheitsthemen wie Hygiene, Krebs und Herzerkrankungen standen vergangene Woche im Mittelpunkt der ersten internationalen Winterschool für Klinische Epidemiologie an der Tiroler Health & Life Sciences Universität UMIT. Unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Albert Hofman, der an der Harvard University und an der Erasmus Universität Rotterdam forscht und lehrt, und Univ.-Prof. Uwe Siebert, dem Leiter des UMIT-Departments für Public Health, Informationssysteme und HTA, nutzten 40 Teilnehmer aus Europa und Übersee die Möglichkeit, ihr Wissen in Epidemiologie zu erweitern.
Im Rahmen der Winter School wurden die wichtigsten Elemente, Methoden und Studiendesigns der Klinischen Epidemiologie vorgestellt und die theoretischen Konzepte mit praktischen Anwendungsmöglichkeiten verbunden. Die Klinische Epidemiologie liefert wichtige Informationen für Kliniker und Entscheidungsträger im Gesundheitswesen bei der Identifizierung von Risikofaktoren und leistet einen Beitrag, optimale präventive, diagnostische und therapeutische Strategien für Individuen und Populationen zu finden.
Die Winterschool in Klinischer Epidemiologie ist Teil des in Europa einzigartigen „International Continuing Education Program in HTA & Decision Science (HTADS)“, das in den vergangenen Jahren vom UMIT-Institut für Public Health, Medical Decision Making und Health Technology Assessment unter der Leitung von Uwe Siebert entwickelt wurde.
Insgesamt besteht das HTADS-Programm mittlerweile aus fünf separat belegbaren Zertifikatskursen, dem internationalen Master-Studium in HTA, Evidence-based Health Care and Decision Science und dem internationalen englischsprachigen Doktoratsprogramm in HTA.
Die nächsten Zertifikatskurse im Rahmen des HTADS-Programmes sind „Introduction to Health Technology Assessment“ (6. bis 9. April) und „Modeling Approaches for HTA: a Practical Hands-On Workshop“ (6. bis 8. Juni). Im September 2011 wird gemeinsam mit Experten der Harvard University der dreitägige Zertifikatskurs „Scientific Writing for the Life Sciences“ angeboten. Die Winter School für klinische Epidemiologie findet wieder im Jänner 2012 an der UMIT statt.
February 7, 2011
Austrian Accreditation Council approves UMIT’s International Doctoral Program in Health Technology Assessment
After a thorough quality examination, the Austrian Accreditation Council [ÖAR] gave a green light for the start of the international doctoral program in HTA at UMIT [the Health & Life Sciences University in Tyrol]
The international doctoral program in Health Technology Assessment, offered in English, is the final and essential program in the International Continuing Education Program in HTA & Decision Science (HTADS). This program was developed recently by the UMIT Institute of Public Health, Medical Decision Making und Health Technology Assessment under the direction of Professor Siebert. In total, the HTADS program now consists of five different certificate courses related to HTA and decision science, the international Master of Science Program in HTA, Evidence-based Health Care and Decision Science and the international doctoral program in HTA. UMIT, therefore, has developed an internationally distinguished and high-quality platform for university education and training within the health sciences that will be indispensable for healthcare decision-makers in the future.
Health Technology Assessment (HTA) and Decision Science (DS) support healthcare decision-makers.
For Uwe Siebert, the next logical step was to develop the international doctoral program in HTA. Siebert, who teaches Health Technology Assessment and Decision Science at the Harvard University, points out that “in recent years HTA and Decision Science have become increasingly important for healthcare decision-makers, healthcare researchers, and pharmaceutical industry. Therefore, we decided to design a high-quality, comprehensive and international university program for this sector.”
Health Technology Assessment [HTA] is a process designed to systematically appraise medical technologies, procedures and resources and includes the organisational structures through which medical services are delivered. It examines criteria such as effectiveness and safety and costs, while taking into account relevant social, legal, economic and ethical aspects of technology into consideration. Decision Sciences are concerned with the application of quantitative methods that enable decisions made under conditions of uncertainty to be analysed systematically.
UMIT's research and teaching meets current challenges in the healthcare sector
As a modern private university, UMIT in Hall in Tirol concentrates on new professional and research fields. It thus specialises in the current challenges being faced in healthcare and technology. The main subject areas UMIT focuses on are health sciences, public health, biomedical IT, mechatronics, psychology, physiotherapy, dietetics, nursing science and gerontology. Although UMIT is a “young” university, over the past few years it has already acquired a superb reputation as a research institution through its involvement in national and international research projects. UMIT is owned by the province of Tyrol and, with about 1,300 students, it is Austria’s largest private university.
You can obtain further information about the university’s courses in the fields of Health Technology Assessment (HTA), Evidence-Based Health Care (EBHC) and Decision Science (DS) at our website www.umit.at/htads, via e-mail htads@umit.at or by phone +43 (0)50 8648-67837.
January 24, 2011
5 Jahre Public-Health-Standort Hall in Tirol
Mit konsequenter Aufbauarbeit in fünf Jahren zu einer TOP-Wissenschaftsadresse
Das Institut für Public Health, Medical Decision Making und Health Technology Assessment hat im Wintersemester 2005/06 unter der Leitung von Univ.-Prof. Uwe Siebert an der UMIT die Forschungs- und Lehrtätigkeit aufgenommen. Im Rahmen eines Pressegespräches zogen heute UMIT-Rektorin Univ.-Prof. Dr. Christa Them und der Leiter des Institutes Univ.-Prof. Uwe Siebert am Campus der Tiroler Health & Life Sciences Universität UMIT in Hall Bilanz über die vergangenen fünf Jahre.
Ansprechpartner für Entscheidungsträger aus Wissenschaft, Industrie und Politik
„Wir waren sehr stolz darauf, dass es uns 2005 gelungen ist, für den Aufbau eines Public-Health Institutes Uwe Siebert von der Harvard University zu gewinnen. Heute können wir behaupten, dass die damalige Berufung ein Glücksgriff war. Siebert hat mit seinem Team in den vergangenen Jahren konsequent daran gearbeitet Methoden in Public Health, der systematischen Entscheidungsanalyse und Health Technology Assessment in Europa zu etablieren und wissenschaftlichen Nachwuchs in diesem Bereich zu fördern und auszubilden. Es ist ihm in den letzten Jahren gelungen, die UMIT und damit auch Hall in Tirol zu einer Top-Wissenschaftsadresse zu machen.“, sagte Them. Das Institut gehöre heute zu den zwei führenden europäischen Instituten für dieses Forschungsspektrum und sei inzwischen als eines der führenden Public-Health-Institute Europas Ansprechpartner für Entscheidungsträger aus Wissenschaft, Industrie und Politik.
Siebert bezeichnete die Entscheidung vor fünf Jahren von Harvard nach Hall zu gehen als Entscheidung, die er nicht ohne Risiko aber auch nicht ohne Faszination getroffen habe. „Damals haben der Drang moderne Aspekte der Gesundheitsforschung in Europa zu etablieren, die infrastrukturellen Rahmenbedingungen an der UMIT, und der konzeptionelle Freiraum, der mir zugestanden wurde, den Ausschlag für den Schritt nach Tirol gegeben. Heute bin ich froh darüber“, sagte Siebert.
„Nicht alles, was in der Medizin technisch machbar ist, dient auch dem Patientenwohl“
Basis für Sieberts Forschungsarbeit sind die Tatsachen, dass in der Medizin immer mehr machbar ist, dass neue medizinische Verfahren aber auch mit neuen Risiken verbunden sind und dass das Gesundheitswesen einem hohen ökonomischen und gesellschaftlichen Druck ausgesetzt ist. „Wir wissen inzwischen nur allzu gut, dass nicht alles, was in der Medizin technisch machbar ist, auch dem Patientenwohl dient. Deshalb will ich mit meinem Team hier in Hall internationale Spitzenforschung betreiben, die sich den Herausforderungen eines modernen Gesundheitswesens stellt und zu einer schonenden, intelligenten Medizin mit einer Weiterentwicklung von Früherkennung und Behandlung führt“, beschreibt Siebet seinen wissenschaftlichen Anspruch. Diese Forschungsanstrengungen hätten schon jetzt zur Verbesserung der Versorgung der Bevölkerung beigetragen. So habe zum Beispiel die internationale FAME-Studie, die unter Mitwirkung der Haller Wissenschaftler durchgeführt und im renommierten New England Journal of Medicine veröffentlicht wurde, an vielen Kliniken weltweit zu einer Änderung der bis dahin gängigen Behandlungspraxis in der Kardiologie geführt.
HTA als „Advokat für Patienten und Ärzte“
Ein ganz spezieller Forschungsbereich des Institutes ist das Health Technology Assessment – kurz HTA. Dabei handelt es sich um eine wissenschaftliche Methode, die als „Advokat für Patienten und Ärzte“ das Nutzen-Risiko-Verhältnis und andere Aspekte einer medizinischen Maßnahme umfassend ermittelt, unter anderem mit Hilfe von Entscheidungsmodellen. „In diesem Bereich entwickeln wir derzeit in Zusammenarbeit mit der Nationalen HTA Strategie Österreich eine Guideline für den Einsatz solcher Modelle in Österreich. In immer mehr Ländern Europas werden diese Modelle bereits routinemäßig zur evidenzbasierten Entscheidungsunterstützung eingesetzt“, sagt Siebert.
Ein Beispiel für eine politische Beratungsleistung, die das Institut für Public Health, Medical Decision Making und Health Technology Assessment erbracht hat, ist das im vergangenen Herbst veröffentlichte Impfstoffgutachten für das deutsche Bundesministerium für Gesundheit. Dabei wurde zusammen mit führenden Institutionen auf dem Gebiet der Ökonomie und der Strukturforschung im Gesundheitswesen aus Großbritannien und Deutschland die Frage erörtert, wie die Wirtschaftlichkeit der Impfstoffversorgung gesteigert werden kann.
Internationales universitäres Ausbildungsprogramm findet europaweit Beachtung
Neben der Forschung widmet sich das Institut aber auch intensiv der universitären Lehre und der Ausbildung der Fachkräfte von morgen. „Neben dem Magister-Studium Gesundheitswissenschaften, das wir kontinuierlich weiterentwickelt und den aktuellen Erfordernissen an einen modernen Studiengang angepasst haben, haben wir das in Europa einzigartige „International Continuing Education Program in HTA & Decision Science (HTADS)“ konzipiert. Dieses Programm bietet internationalen Absolventen erstmals die Chance, sich im Rahmen eines englischsprachigen Studienganges in den für das Gesundheitswesen immer wichtiger werdenden Disziplinen der Entscheidungsfindung und Technologiebewertung von weltweit renommierten Dozenten unterrichten zu lassen. Insgesamt besteht das HTADS-Programm mittlerweile aus fünf separat belegbaren Zertifikatskursen, dem Master of Science in HTA, Evidence-based Health Care and Decision Science und dem internationalen englischsprachigen Doktoratsprogramm in HTA“, berichtet Siebert über fünf Jahre Entwicklungsarbeit in der universitären Lehre.
Besonders stolz ist Siebert dabei auf den Umstand, „dass unsere Arbeit an der methodischen Forschungsfront von Public Health und Entscheidungswissenschaften und unsere didaktischen Konzepte in diesen Fächern dazu geführt haben, dass wir inzwischen auch von Universitäten und Gesundheitsbehörden aus Ländern wie Deutschland, USA, Kanada und Brasilien eingeladen werden, dort Studierende und Mitarbeiter weiterzubilden“. Auch seien die Erfolge in der Vermittlung von Wissen in jüngster Zeit wiederholt mit Teaching Awards wissenschaftlicher Fachgesellschaften prämiert worden.
Für die Zukunft gelte es jetzt, das was in den vergangenen fünf Jahren aufgebaut wurde weiterzuentwickeln. „Wir wollen der Public-Health-Landschaft in Österreich und international weitere richtungweisende Impulse geben, die das nationale und internationale Gesundheitswesen prägen und die Versorgungsrealität der Bevölkerung verbessern. Meine Vision ist es, unser eigenes Knowhow und die Expertise internationaler Spezialisten hier in Hall zu bündeln, an meine Studenten, Mitarbeiter und Gastwissenschaftler weiterzugeben und den Brückenschlag von den theoretischen Erkenntnissen aus unserer Public Health Forschung über die praxisorientierte Versorgungsforschung hin zur Verbesserung der Gesundheit in der Bevölkerung zu machen , schloss Siebert.
October 15, 2010 (Münster)
Auszeichnung für Prof. Dr. theol. Michael Fischer mit dem Lorenz-Werthmann-Preis, dem höchsten Wissenschaftspreis des Deutschen Caritasverbandes
Trier/ Münster. Der münstersche Theologe Professor Dr. Michael Fischer ist mit dem Lorenz-Werthmann-Preis, dem bedeutendsten Wissenschaftspreis des Deutschen Caritasverbandes (DCV), ausgezeichnet worden. Er erhielt den Preis am Mittwoch bei der Delegiertenversammlung des DCV in Trier von Caritas-Präsident Prälat Dr. Peter Neher. Fischer ist Leiter Qualitätsmanagement und Leitbildkoordination der St. Franziskus-Stiftung Münster, der zweitgrößten konfessionellen Krankenhausgruppe Deutschlands, und Professor an der privaten „Universität für Gesundheitswissenschaften, Medizinische Informatik und Technik“ (UMIT) in Hall/ Tirol. In seiner Habilitationsschrift hat er sich mit dem Thema „Das konfessionelle Krankenhaus. Begründung und Gestaltung aus theologischer und unternehmerischer Perspektive“ beschäftigt. Die Arbeit stellt eine grundsätzliche Reflexion über Sinn und Zweck von Hospitälern in kirchlicher Trägerschaft dar.
Die konfessionellen Krankenhäuser befinden sich derzeit in einem turbulenten Transformationsprozess. Dabei stehen sie nicht nur unter finanziellem Druck, sondern auch unter massiven ethischen und theologischen Begründungszwängen: Schon seit längerer Zeit taucht regelmäßig die Frage auf, ob die Kirchen nicht ihre Krankenhäuser abgeben und das Spielfeld anderen überlassen sollten. Fischers Buch thematisiert die Rolle und den spezifischen Auftrag konfessioneller Hospitäler in der Versorgung kranker Menschen. Es unternimmt eine Begründung und Ausgestaltung ihres Grundauftrages des heilenden Dienstes in theologisch-ethischer und unternehmerischer Perspektive.
Der mit 5000 Euro dotierte Lorenz-Werthmann-Preis ist der bedeutendste Wissenschaftspreis im Raum der Caritas. Der Deutsche Caritasverband hat ihn zu seinem 100-jährigen Jubiläum 1997 gestiftet. Der Name geht auf seinen Gründer, Prälat Lorenz Werthmann, zurück. Mit dem Preis werden Dissertationen, Habilitationen und Arbeiten mit einem vergleichbaren wissenschaftlichen Niveau ausgezeichnet, die sich mit Arbeit und Aufgabenstellung der freien Wohlfahrtspflege befassen. Der Preis wird alle zwei Jahre vergeben. Die Auswahl der Preisträger erfolgt durch eine unabhängige Jury.
Michael Fischer, Das konfessionelle Krankenhaus. Begründung und Gestaltung aus theologischer und unternehmerischer Perspektive, Münster: Lit-Verlag, 2. Aufl. 2010, (Reihe LLG: Leiten. Lenken. Gestalten – Theologie und Ökonomie, hg. v. Alfred Jäger und Jürgen Gohde, Bd. 27), 493 S., ISBN 978-3-8258-1549-3, 49,90 Euro.
September 24, 2010
UMIT-Symposium setzt sich mit dem Themenkomplex Gefährdung des Kindeswohls auseinander
Die Gefährdung von Kindern frühzeitig zu erkennen ist eine große Herausforderung unserer Zeit. Wer professionell mit Kindern zu tun hat ist unsicher, wann und wie er bei gefährdeten, verletzten Kindern Alarm schlagen soll.
"Professionelle und zeitadäquate Abklärung von problematischen Familienverhältnissen im Sinne des Kindeswohls"
Datum & Ort:
Freitag, 24. September 2010: 9.00 bis 14.00 Uhr
Hörsaal 002 UMIT – Private Universität für Gesundheitswissenschaften, Medizinische Informatik und Technik GmbH
Eduard Wallnöfer-Zentrum 1
A-6060 Hall in Tirol
May 11, 2010
UMIT-Studie: Neue Strategie zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs in Deutschland
Verbesserte Effektivität und Effizienz, Verringerung von unnötigen Risiken
Hall in Tirol (OTS) - Im Rahmen eines Health Technology Assessments, welches vom Deutschen Institut für Medizinische Information und Dokumentation (DIMDI) / Bundesministerium für Gesundheit in Auftrag gegeben wurde, hat das Institut für Public Health, Medical Decision Making und Health Technology Assessment der Health & Life Sciences Universität UMIT unter der Leitung von Univ.-Prof. Uwe Siebert eine medizinische Entscheidungsanalyse und Kosten-Nutzen-Bewertung des Einsatzes des HPV-Testverfahrens zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs im Vergleich zum herkömmlich angewandten zytologischen Verfahren nach Papanicolaou für den deutschen Gesundheitskontext durchgeführt.
In Zusammenarbeit mit deutschen Klinikern und Tumorregistern sowie einem internationalen Expertenpanel ist es ihnen gelungen, ein Computersimulationsmodell für den natürlichen Erkrankungsverlauf und die Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs zu entwickeln und zur Untersuchung und Bewertung unterschiedlicher Vorgehensweisen in der Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs einzusetzen.
"Die Ergebnisse unserer Kosten-Nutzen-Bewertung zeigen, dass die HPV-basierte Früherkennungsuntersuchung auf Gebärmutterhalskrebs gemessen an relevanten Langzeitendpunkten wie vermiedenen Krebsfälle und Lebenserwartung der aktuell eingesetzten Zytologie überlegen ist und kosteneffektiv eingesetzt werden kann, wenn sie in mindestens zweijährigen Untersuchungsintervallen durchgeführt wird", erklärt Dr. Gaby Sroczynski M.P.H., die am Institut die Forschungsgruppe Medical Decision Making leitet und die Studie koordinierte. In der Modellrechnung erzielte ein HPV-basiertes Screening alle zwei Jahre bei gleicher Teilnahmerate der Frauen praktisch denselben Effekt wie das jährliche zytologische Screening.
Das derzeitig praktizierte Screening zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs weise in verschiedenen Bereichen Mängel auf, so Sroczynski. Diese führen dazu, dass die Wirksamkeit der Früherkennung suboptimal sei, dass vermeidbare Risiken nicht ausreichend ausgeschlossen würden und dass es zu unnötig hohen Ressourcenverbräuchen und Kosten komme. Derzeit wird in Deutschland ein jährliches Screeningintervall empfohlen (in den meisten anderen Ländern ein zwei- bis fünfjähriges Intervall). Die Testsensitivität und die Teilnahmerate an der Früherkennungsuntersuchung sind sehr niedrig.
"Das wichtigste Ergebnis unserer Studie ist, dass heute intelligentere und schonendere Früherkennungsstrategien das Risiko unnötiger invasiver Eingriffe reduzieren können ohne dabei an Wirksamkeit zu verlieren und ohne erhöhte Kosten zu verursachen. Wichtig ist nun, bei den Frauen Verständnis und Akzeptanz für die neue Strategie zu fördern", so Univ.-Prof. Uwe Siebert, der Leiter dieser Studie.
Die Studienergebnisse wurden bereits auf internationalen und deutschen wissenschaftlichen Tagungen vorgestellt und mit einem Wissenschaftspreis der Deutschen Gesellschaft für Gesundheitsökonomie (DGGÖ) ausgezeichnet.
Das Institut für Public Health, Medical Decision Making und Health Technology Assessment der Tiroler Health & Life Sciences Universität UMIT besteht seit 2005. Die Forschungsschwerpunkte des Instituts liegen in den Public-Health-Bereichen Früherkennung und Evaluation von populationsbezogenen Gesundheitsmaßnahmen. Im Bereich Public Health Decision Making, Health Technology Assessment (HTA), und gesundheitsökonomische Evaluation der Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs ist das Forscherteam bereits seit Jahren im deutschsprachigen Raum führend und kooperiert dabei mit anderen Institutionen aus den Bereichen Zytologie, Gynäkologie, Epidemiologie und Cochrane Zentren.
June 17, 2009
ONCOTYROL Bereichsleiter Prof. Uwe Siebert bei Expertengespräch zum Thema 'personalisierte Medizin' in Wien
Anlässlich einer Podiumsdiskussion der Plattform Gesundheitswirtschaft Österreich zum Thema 'Die Zukunft: Medizin wird persönlich' meinte Prof. Uwe Siebert, Leiter des Bereichs Public Health Decision Modelling, Health Technology Assessment (HTA) and Health Economics in ONCOTYROL, zu den Auswirkungen der personalisierten Medizin auf die Kostenentwicklung im Gesundheitswesen:
'Es wird weniger Geld für sinnlose Behandlungen ausgegeben werden, und mehr für Therapien, die ein gut austariertes Wirkung-Nebenwirkung-Profil haben. Medizin wird allerdings nicht gemacht, um Geld einzusparen, sondern um Patienten zu heilen.'
In der gezielten Behandlung liege die große Chance der personalisierten Medizin, so Siebert. Es gehe darum, mit weniger Aufwand mehr zu erreichen - intelligenter zu handeln. Beim Vergleich der Innovationskultur zwischen Europa und den USA, wo Siebert auch an der Harvard University lehrt, sieht er auf der anderen Seite des Atlantiks ein größeres Vertrauen und mehr Mut zu technischem Fortschritt. Neben innovativen Medikamenten und Geräten zählt er auch die Optimierung von Vorsorgemaßnahmen und Screening für die personalisierte Medizin zu den Innovationsfaktoren im Gesundheitswesen.
Gerade in ONCOTYROL finde die Forschung konzentriert mit allen Playern an einem Thema statt - ein Beispiel, das auch in den USA Beachtung finde.
Chair: Department of Public Health, Information Systems and Health Technology Assessment
Director: Institute of Public Health, Medical Decision Making and HTA
Adjunct Professor of Health Policy and Management (Harvard University)Head Oncotyrol Area 4: Public Health Decision Modelling, Health Technology Assessment and Health Economics
January 15, 2009
Neue Herzstudie unter UMIT-Mitwirkung: FAME-Studie im New England Journal of Medicine veröffentlicht
Druckdrahtmessung reduziert Risiko für Tod oder Herzinfarkt nach Stentimplantation bei Patienten mit koronarer Herzerkrankung
Die internationale multizentrische FAME Studie, deren Daten am Institut für Public Health der Tiroler Health & Life Sciences Universität UMIT ausgewertet wurden, vergleicht zwei Behandlungsstrategien mit beschichteten Gefäßstützen ("Stents") bei Patienten mit koronarer Mehrgefäßerkrankung.
In der einen Behandlungsgruppe wurden die Patienten entsprechend der angiographischen, also röntgenologischen Beurteilung der Gefäßverengungen mit Stents behandelt -- dies entspricht dem derzeit allgemeinen üblichen Vorgehen. In der anderen Gruppe wurde zusätzlich zur angiographischen Beurteilung eine sogenannte Druckdrahtmessung durchgeführt, mittels der gezielt die Engstellen mit eingeschränktem Blutfluss identifiziert werden können. In dieser Gruppe wurde ein Stent nur bei eingeschränktem Blutfluss eingesetzt.
Bei der Druckdrahtmessung wird während einer Herzkatheteruntersuchung ein sehr dünner und flexibler Draht ins Herzkranzgefäß eingeführt, um die sogenannte fraktionale Flussreserve (FFR) zu bestimmen. Dadurch kann die durch eine Gefäßverengung hervorgerufene Einschränkung der Herzmuskeldurchblutung direkt während einer Herzkatheteruntersuchung bestimmt werden. Gleichzeitig kann der Druckdraht für die Implantation von Gefäßstützen verwendet werden.
In die FAME-Studie wurden 1005 Patienten aus 20 Kliniken in Europa und den USA eingeschlossen und ein Jahr nachbeobachtet. Als primärer Endpunkt zur Beurteilung des Interventionserfolgs wurde in der Studie vorab das Auftreten eines schwerwiegenden kardialen Ereignisses definiert. Dies beinhaltete Tod, Herzinfarkt und erneute koronare Eingriffe.
In der rein angiographisch beurteilten Gruppe wurden durchschnittlich pro Patient 2,7 Stents eingesetzt, in der FFR-Gruppe nur 1,9 Stents. Ein schwerwiegendes Ereignis trat in der Angiographie-Gruppe bei 18,3% der Patienten auf, in der FFR-Gruppe nur bei 13,2% (p=0,02). Die Kosten der Behandlung waren trotz Verwendung des Messdrahtes in der FFR-Gruppe signifikant günstiger im Vergleich zur Angiographie-Gruppe.
"Dies bedeutet, dass pro 20 mit der FFR-Methode behandelte Patienten ein Todesfall, Herzinfarkt oder erneuter Eingriff innerhalb eines Jahres verhindert werden kann," erklärt Univ.-Prof. Uwe Siebert, Vorstand des Instituts für Public Health an der Tiroler Health & Life Sciences Universität UMIT und Leiter der Datenauswertung der Multicenter-Studie.
"Das Besondere ist, dass die neue Methode durch eine intelligentere und verbesserte Strategie für den Einsatz von Stents gleichzeitig für den Patienten schonender ist, einen besseren Behandlungserfolg erwarten lässt, keine Lebensqualitätsnachteile hat und dabei noch Kosten spart."
Univ.-Prof. Uwe Siebert ist Vorstand des Instituts für Public Health, Medical Decision Making und Health Technology Assessment an der Tiroler Health & Life Sciences Universität UMIT in Hall in Tirol und Direktor des kardiologischen Forschungsprogramms am Massachusetts General Hospital der Harvard Medical School in Boston, USA. Das Datenmanagement und die statistische Auswertung der FAME Multicenter-Studie wurden unter seiner Leitung an der UMIT durchgeführt.
Das UMIT-Institut für Public Health, Medical Decision Making und Health Technology Assessment besteht seit 2005. Die Forschungsschwerpunkte des Instituts liegen in den Public-Health-Bereichen Vorsorge und Evaluation von populationsbezogenen Gesundheitsmaßnahmen. Darunter fallen Prävention (z.B. Impfprogramme), Vorsorgeuntersuchungen (z.B. Krebserkrankungen, Hepatitis C), Diagnoseverfahren (z.B. koronare Herzkrankheit) sowie Disease Management Programme (z.B. Herzinsuffizienz).
October 23, 2008
UMIT launches Continuing Education Program in Health Technology Assessment and Decision Sciences
In recent years, Health Technology Assessment (HTA) and Decision Sciences (DS) have become increasingly important to health care policymakers. In order to keep pace with this development, the UMIT - HTADS Continuing Education Program was designed to provide excellent quality education and comprehensive training in the key issues of these disciplines for anyone involved in the health sector.
The faculty of this program is drawn from leading international experts from universities, industry, and HTA agencies and representatives from other relevant areas who committed to provide independent teaching of state-of-the-art principles.
The International HTADS Program, developed by the Department of Public Health, Medical Decision Making & Health Technology Assessment at UMIT starts with a four-day introductory course focusing on Health Technology Assessment, Health-Economic Evaluation, Outcomes Research, and Decision-Analytic Modeling.
This 4-day certificate course 'Introduction to Health Technology Assessment' will be held from 25 to 28 February, 2009 at UMIT. 'This course covers the key elements and methods of HTA and combines lectures, discussions and case study group work with hands-on computer lab session' explained Prof. Uwe Siebert who teaches HTA and Decision Sciences at UMIT, Harvard University and several international scientific congresses. 'Our mission is to increase the understanding of the scientific concepts in the evaluation of medical and public health interventions, and thereby, provide methodological guidance for improved decisions in health care'.
'Our HTA course has been developed for a broad audience which includes members of healthcare & health policy organizations, national HTA agencies, health insurances/sickness funds, pharmaceutical & medical device industry, academia and research institutions, as well as contract research and consultancy organizations' explained Dr. Geiger-Gritsch who coordinates this course.
For more detailed information regarding the HTADS Program and the introductory course please refer to www.umit.at/htads
October, 14 2008
IQWiG publishes version 1.1 of the Cost-Benefit Assessment Methods
German legislature has expanded IQWiG's responsibilities with the latest Health Care Reform of April 2007 (Statutory Health Insurance - Act to Promote Competition). So far the assessment of drugs has been limited to their clinical benefit. From 2008 onwards, the Institute is also to place the cost of medical therapies in relation to the benefit determined beforehand.
With the support of a group of international health economists including a member of UMIT (Prof. Uwe Siebert) and its Scientific Advisory Board, the Institute has therefore developed a scientific methodology on how to assess the relations between the costs and benefits of health care interventions.
May 16, 2008
Hepatitis C epidemic in Europe twice as deadly as HIV/Aids - New report suggests true public health scope of the disease underestimated
Im Rahmen einer Gemeinschaftsstudie, dem Paneuropäischen Hepatitis C Projekt, haben das Institut für Public Health, Medical Decision Making und Health Technology Assessment der Tiroler Health & Life Sciences Universität UMIT unter der Leitung von Univ.-Prof Uwe Siebert und die Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Stefan Zeuzem versucht, erstmals ein umfassendes Bild über die Auswirkungen der Hepatitis C Virus-Infektion in Europa zu zeichnen. Die Ergebnisse der Studie müssten bei den Gesundheitspolitikern sämtliche Alarmglocken läuten lassen.
Aus der Studie geht hervor, dass das Hepatitis C Virus (HCV) in Europa jährlich doppelt so viele Menschenleben und ähnlich viele „gesunde“ Lebensjahre kostet wie HIV/AIDS. Weiters stellten die Wissenschaftler fest, dass ein Gutteil der Lebertransplantationen auf das Virus zurückzuführen sind, das somit wesentlich zur bereits bestehenden Knappheit an Spenderorganen beiträgt. Noch dazu ist davon auszugehen, dass die virusbedingte Krankheitslast und der Bedarf an Spenderorganen in den nächsten zehn bis zwanzig Jahren weiter ansteigen wird, da viele der vor den 1990er Jahren durch kontaminierte Blutprodukte infizierte Patienten das fortgeschrittenen Krankheitsstadium mit Leberzirrhose und Leberkrebs noch nicht erreicht haben.
„Die durch das Virus verursachte Krankheitslast ist erheblich. Vor allem das Studienergebnis, dass 95% des Verlusts an ‚gesunden’ Lebensjahren auf fortgeschrittene Krankheitsstadien zurückzuführen ist, unterstreicht die Dringlichkeit einer rechtzeitigen antiviraler Behandlung, durch die das Fortschreiten der Erkrankung verhindert werden kann.“ erklärt Univ.-Prof. Uwe Siebert von der UMIT.
Ein von der Studie aufgezeigtes fundamentales Problem ist der Mangel an belastbaren Hepatitis C Daten und das Fehlen nationaler Aktionspläne in Europa. Aus Sicht der Studienautoren ist dies ein deutlicher Hinweis dafür, dass das Problem in vielen europäischen Ländern noch immer nicht ausreichend wahrgenommen und angegangen wird. Und genau hier wollen die Studienautoren ansetzten: „Da es für Hepatitis C eine wirksame Behandlung gibt, ist es notwendig, öffentliches Bewusstsein für die Virusinfektion zu schaffen und koordinierte Aktionspläne, die eine frühzeitige Erkennung und damit auch Behandlung der Krankheit sicherstellen, zu implementieren. Darüber hinaus ist es notwendig mehr und bessere epidemiologische Daten über die Krankheit zu generieren.“, sagt Univ.-Prof. Uwe Siebert.
Das Hepatitis C Virus ist eine der Hauptursachen für chronische Lebererkrankungen mit lebensbedrohlichen Folgen wie Leberzirrhose und Leberkrebs. Weltweit sind ca. 170 Millionen Menschen mit dem erstmals 1989 nachgewiesenen Virus infiziert. Allein in Österreich schätzt man bis zu 80.000 infizierte Personen. Problematisch ist, dass viele der Infizierten nicht wissen, dass sie das Virus in sich tragen, da die Erkrankung über Jahrzehnte symptomlos fortschreiten kann. Wird der Virus rechtzeitig erkannt, besteht mittels antiviraler Therapie eine 60-prozentige Heilungschance. Im fortgeschrittenen Stadium ist eine Lebertransplantation die einzige Behandlungsmöglichkeit.
Das Institut für Public Health, Medical Decision Making und Health Technology Assessment der Tiroler Health & Life Sciences Universität UMIT besteht seit 2005. Die Forschungsschwerpunkte des Instituts liegen in den Public-Health-Bereichen Vorsorge und Evaluation von populationsbezogenen Gesundheitsmaßnahmen. Darunter fallen Prävention (z.B. Impfprogramme), Vorsorgeuntersuchungen (z.B. Krebserkrankungen, Hepatitis C) sowie Disease Management Programme (z.B. Herzinsuffizienz). Dabei steht ein interdisziplinäres Arbeiten im Team im Mittelpunkt. „Wir haben es in kurzer Zeit geschafft, neben international renommierten Assistenzprofessoren zusätzlich hochtalentierte Nachwuchswissenschafter aus den Bakkalaureats-, Magister-, und Doktoratsstudiengängen der UMIT zu rekrutieren und in ein interdisziplinäres Public Health Team am Institut einzubinden“ erklärt Prof. Siebert, „Die UMIT ist dafür durch ihre zentraleuropäische Lage und die interdisziplinäre Ausrichtung ein idealer Standort.“
Eine wichtige Säule des Instituts ist das Infections Disease Research Center, welches von Assist.-Prof. Dr. Nikolai Mühlberger, M.P.H., koordiniert wird. Das Forscherteam ist bereits seit Jahren weltweit führend im Bereich Health Technology Assessment (HTA) für Hepatitis C. Die am Institut entwickelten Evaluationsmodelle wurden bereits von HTA-Institutionen und Regierungen aus Österreich, Deutschland und Kanada eingesetzt. „Im Rahmen des PanEuropean Hepatitis C Project konnten wir nun erstmals umfassende Public Health Analysen für 22 europäische Länder durchführen“, so Assist.-Prof. Dr. Mühlberger. Die aktuelle Studie zur HCV-bedingten Krankheitslast in Europa, deren Ergebnisse bereits vor Mitgliedern des europäischen Parlaments in Straßburg und Brüssel vorgestellt wurden, trägt dazu bei, den internationalen Ruf des Instituts und des Forschungsstandorts Tirol im Bereich Public Health zu festigen. Besondere Aktualität erhält die Studie durch den am 19. Mai stattfindenden Welt Hepatitis Tag.
January 1, 2007
Cost-effectiveness of using N-terminal pro-brain natriuretic peptide to guide the diagnostic assessment and management of dyspneic patients in the emergency department
As published in Biotech Business Week, January 1, 2007
New research, "Cost-effectiveness of using N-terminal pro-brain natriuretic peptide to guide the diagnostic assessment and management of dyspneic patients in the emergency department," is the subject of a report. According to a study from the United States, "The cost-effectiveness of N-terminal pro-brain natriuretic peptide (NT-pro-BNP) in dyspneic patients in emergency departments (EDs) is unknown. The objective of this study was to assess the cost-effectiveness of NT-pro-BNP testing for the evaluation and initial management of patients with dyspnea in the ED setting."
"A decision model was developed to evaluate the cost-effectiveness of diagnostic assessment and patient management guided by NT-pro-BNP, compared with standard clinical assessment. The model includes the diagnostic accuracy of the 2 strategies for congestive heart failure and resulting events at 60-day follow-up. Clinical data were obtained from a prospective blinded study of 599 patients presenting to the ED with dyspnea. Costs were based on the Massachusetts General Hospital cost accounting database. The model predicted serious adverse events during follow-up (i.e., urgent care visits, repeat ED presentations, rehospitalizations) and direct medical costs for echocardiograms and hospitalizations. NT-pro-BNPguided assessment was associated with a 1.6% relative reduction of serious adverse event risk and a 9.4% reduction in costs, translating into savings of $474 per patient, compared with standard clinical assessment. In a sensitivity analysis considering mortality, NT-pro-BNP testing was associated with a 1.0% relative reduction in post-discharge mortality. The optimal use of NT-pro-BNP guidance could reduce the use of echocardiography by up to 58%, prevent 13% of initial hospitalizations, and reduce hospital days by 12%," wrote U. Siebert and colleagues, Massachusetts General Hospital, and Department of Radiology.
The researchers concluded: "On the basis of this model, the use of NT-pro-BNP in the diagnostic assessment and subsequent management of patients with dyspnea in the ED setting could lead to improved patient care while providing substantial cost savings to the health care system."
Siebert and colleagues published the results of their research in American Journal of Cardiology (Cost-effectiveness of using N-terminal pro-brain natriuretic peptide to guide the diagnostic assessment and management of dyspneic patients in the emergency department. American Journal of Cardiology 2006;98(6):800-5.)
May 12-13, 2006 at UMIT, Hall i.T., Austria
Association of Schools of Public Health in the European Region (ASPHER)
Dean's and Director's Retreat
Chairs: Prof. Uwe Siebert, Prof. Walter Kofler
Deans and Directors Retreat 2006
