Caritas: Studie will Wege aus Pflegekrise zeigen

Bereitschaft zur Erhöhung der wöchentlichen Arbeitszeit von Teilzeitbeschäftigten in der mobilen und stationären Langzeitpflege in Österreich

 

Am Mittwoch, dem 10. September 2025, um 10.00 Uhr stellte Univ.-Prof. Dr. Gerhard Müller im Rahmen einer Pressekonferenz im Caritas Senioren- und Pflegehaus St. Magdalena, Wien, die Ergebnisse einer Onlinebefragung von 409 Teilzeit-Pflegepersonen der Caritas Austria vor. Die Studie wurde in Zusammenarbeit mit der UMIT TIROL, Department für Pflegewissenschaft und Gerontologie, durchgeführt.

Die Kurzfassung zu den Ergebnissen der Befragungsstudie finden Sie HIER

Die Ergebnisse geben Aufschluss darüber, welche konkreten Rahmenbedingungen verändert werden müssen, damit in Teilzeit beschäftigte Pflegepersonen bereit sind, ihre wöchentliche Arbeitszeit zu erhöhen. So kann dem bereits heute bestehenden Mangel an Pflegepersonen im Akut- und Langzeitsektor begegnet werden, wobei hierzu konkrete Potentialberechnungen mit Hilfe der Studienergebnisse ebenfalls durchgeführt wurden.

„Der Personalmangel in der Pflege ist lösbar“, so die Caritas am Mittwoch in einer Aussendung. Eine neue, erstmals in Österreich durchgeführte Studie zeige: 34 Prozent der Teilzeitkräfte würden mehr Stunden arbeiten, im Schnitt fünf Stunden pro Woche.

„Das entspricht dem Potenzial von rund 4.000 zusätzlichen Pflege- und Betreuungspersonen. Damit ließe sich der Mehrbedarf an Pflege- und Betreuungspersonal decken. Voraussetzung sind bessere Rahmenbedingungen. Sie sind der Weg aus der Pflegekrise“, so die Caritas.

„Die Pflege- und Betreuungskräfte sind da! Sie brauchen nur die richtigen Arbeitsbedingungen“, wird Caritas-Präsidentin Nora Tödtling-Musenbichler zitiert. „Wir reden seit Jahren über fehlende Pflegekräfte. Unsere Studie zeigt: Die Menschen sind da. Viele wollen mehr arbeiten. Aber sie können nicht, weil die richtigen Rahmenbedingungen fehlen. Die richtigen Rahmenbedingungen sind der Weg aus der Pflegekrise: Ohne langwierige Ausbildung oder teures Recruiting können wir hier schnell und machbar das Potenzial von fast 4.000 Fachkräften heben.“

Die Caritas zitiert auch Gerhard Müller vom Institut für Pflegewissenschaft (UMIT TIROL): „Unsere Analyse zeigt: Heute arbeiten rund 75.000 Menschen in Österreich in Teilzeit in der Pflege und Betreuung. Ein Drittel von ihnen würde gerne aufstocken, aber nur wenn die Bedingungen passen. Österreich hat die Chance, dem Pflegenotstand entgegenzuwirken. Diese Chance darf nicht ungenutzt bleiben.“

Den gesamten Beitrag finden Sie HIER

 

Bild (Caritas): Vorstellung der relevanten Studienergebnisse im Rahmen der Pressekonferenz 

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