Psychologie und Sportmedizin

Forschung

Wir sind laufend bemüht, unsere Arbeit zu evaluieren und nicht nur von den Abläufen her effektiv zu gestalten, sondern vor allem inhaltlich auf die Problematik des Kinders möglichst effektiv einzugehen. Dabei sind vor allem die objektiven Messungen der Erfolge aber auch subjektive Verbesserungen der Gesamtsituation entscheidend.

Die, für die individuelle Förderung und Evaluierung erhobenen Daten, werden im Rahmen der Forschungsprojekte anonym weiter ausgewertet. Dabei wird das Alter betrachtet, in welchem die Kinder/Jugendlichen durchschnittlich zur Förderung kommen, welche Schwierigkeiten dabei gezeigt werden als auch welche Förderziele gesetzt werden.  

Der bereits erwähnte Faktor der Qualität unseres Angebots wird in diesem Rahmen laufend überprüft, die Gruppenangebote, bzw. Intensivkurse in den Ferien werden regelmäßig evaluiert und nachgebessert.

Mit folgenden Forschungsthemen setzen wir uns derzeit auch über die Grenzen des Zentrums für Lernen und Lernstörungen auseinander.

Dissertationsvorhaben von Verena Dresen MSc.: Der Einfluss von Sprache auf die mathematische Entwicklung

Schon bevor Kinder ihre ersten Worte sprechen, sind sie in der Lage, kleinere und größere Mengen zu unterscheiden. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass die frühe numerische Entwicklung gegebenenfalls unabhängig von der Sprache sein kann, da sie lange bevor die ersten Sprachkenntnisse sichtbar werden, zu beginnen scheint. Im Erwachsenenalter zeigt sich jedoch, dass numerische Fähigkeiten (vgl. Triple-Code-Modell von Dehaene, 1992) mehr oder weniger sprachabhängig sein können. Die Dissertation untersucht Zusammenhang und Einfluss von Sprache auf die numerischen Fähigkeiten in unterschiedlichen Operationalisierungen und über verschiedene Altersgruppen hinweg.

 

Dissertationsvorhaben von Isabella Kreilinger MSc.: Mathematische Vorstellungen als mathematische Vorläuferfertigkeiten.

Folgende Dissertation beschäftigt sich mit der Verwendung von Finger- und Würfelbildern als mathematische Vorläuferfertigkeiten, dabei wird außerdem der Faktor der Vorstellung solcher auch als eine Art einer mathematischen Vorläuferfertigkeit gesehen. Konkret wird die Entwicklung solcher Vorläuferfertigkeiten als auch deren Einfluss auf die spätere Mathematikleistung untersucht. Es zeigt sich, dass die Förderung der Verwendung von Finger- als auch Würfelbilder sowie die mentale Vorstellung relevant für die weitere mathematische Entwicklung darstellen.

 

Dissertationsvorhaben Christina Kraut MSc.: Der Abruf arithmetischer Fakten bei mehrsprachigem Unterricht in der Volksschule

Die Dissertation befasst sich mit dem Erlernen von arithmetischen Fakten, in diesem Falle mit dem kleinen Ein-Mal-Eins bei Kindern im mehrsprachigen Unterricht in Süd- und Nordtirol. Um mehr über die Einflüsse der Sprache auf diesen Erwerb zu erfahren, werden eine deutschsprachige, eine italienischsprachige und eine bilinguale Gruppe mit unterschiedlichen Aufgaben getestet. Einen Aspekt, den die bisherige Forschung dabei nun fast gänzlich außer Acht gelassen hat, ist die persönlich unterschiedliche Ausprägung der Bilingualität und welchen Einfluss diese bei einer mehrsprachigen Beschulung auf den Lernprozess haben kann.  

 

Titel: Belastungen von Eltern und Lehrkräften durch das Homeschooling und welche positiven Entwicklung können wir beobachten.

Autorinnen: Univ. Ass. Verena Dresen und Univ. Doz. Dr. Silvia Pixner

Die Corona-Pandemie hat Eltern und Lehrkräfte vor enorme Herausforderungen gestellt.

Vor allem die technischen Herausforderungen auf beiden Seiten, aber auch eine komplette Umstellung in der didaktischen Organisation und vor allem die soziale Isolation, bei den Lehrern, Eltern aber auch Schülern, hat die Situation nicht einfach gemacht.

Aufbauend auf bestehende Untersuchungen sollte diese neue Studie beide Sichtweisen, d. h. von Lehrerinnen/Lehrern sowie Eltern erfassen. Der Fokus soll auf der einen Seite auf die Belastungen durch Homeschooling gelegt werden und auf der anderen Seite möchten wir aber auch aus der Krise lernen und analysieren, welche Vorgangsweisen bzw. hilfreiche Strategien man weiterhin in den schulischen Alltag inkludieren könnte, um dadurch die Schülerinnen/Schüler und auch die Lehrkräfte zu stärken.

 

 

Titel: Schriftliche Divisionen in der Sekundarstufe.

Autorin: Univ. Doz. Dr. Silvia Pixner

Die zentralen arithmetischen Rechenkompetenzen, die SchülerInnen in der Grundstufe erwerben sollten, sind die vier Grundrechenarten (Addieren, Subtrahieren, Multiplizieren und Dividieren). Von den vier Grundrechenarten gilt die Division als die schwierigste und fehleranfälligste Rechenart. Die vorliegende Studie befasst sich mit der konkreten Fehleranalyse beim Dividieren um die Schwierigkeiten der Kinder/Jugendlichen besser verstehen zu können. Darauf aufbauend werden spezifischen arithmetischen Prädiktoren (Zehnerübergang beim Addieren und Subtrahieren, Kenntnis der Malreihen, Verständnis für die Verbindung zwischen Multiplikation und Division, Stellenwertverständnis) erhoben und mit der quantitativen und qualitativen Fehleranalyse in Verbindung gebracht.

 

 

Titel: Förderung der numerischen Vorstellung

Autorin: Univ. Doz. Dr. Silvia Pixner

 

Numerische Vorstellung stellt eine wesentliche Kompetenz beim Erwerb numerische Informationen dar und ermöglicht bzw. erleichtert den Erwerb von effektiven Rechenstrategien, wie bereits unsere Studien auch andeuten. Nicht nur aus den Studien, sondern aus der Arbeit mit den Kindern in unserem Zentrum für Lernen und Lernstörungen ist uns klar geworden, dass der Förderung der numerischen Vorstellung kaum oder sehr wenig Beachtung geschenkt wird, obwohl sie so eine Schlüsselrolle spielt.  Daher wollen wir diesem Bereich in den Fokus unserer Forschung legen.