Veronika1

Veronika Mayerhofer

Veronika Mayerhofer, geboren 1992

Gewinnerin des Award Mental Excellence am Tag der Sportpsychologie (zu deutsch: Nachwuchspreis für Sportpsychologie und Mentalcoaching 2020)

  • Master Psychologie Universität UMIT TIROL Abschluss 2019
  • Bachelor in Psychologie an der University of Utah in Salt Lake City, im Zuge eines student-athlete Scholarships, 2014-2016. Im Langlauf wurde ich 2015 NCAA-Champion.
  • Bachelor BWL am IfM Salzburg 2011-2014
  • Matura, Skigymnasium Saalfelden 2010

Sportliche Karriere:

  • 2010- 2014 professionelle Langläuferin im ÖSV mit Teilnahme an Weltmeisterschaften und den olympischen Spielen in Sochi, 2014
  • Während des Masterstudiums an der Universität UMIT TIROL bestritt sie erfolgreich noch einige Skitourenrennen, so genannte "Grande Course Rennen", z.B. Patrouille des Glacier, Elbrus Expedition Race, bei denen man im Team (2-3 Damen) 3-4.000 Höhenmeter und 40-60km in d Schweiz, Russland, Frankreich, Italien über den Gletscher läuft.
  • Im Sommer lief sie immer wieder einige Trails und Ultratrail Rennen, z.B. Walser Ultratrail 60km

Seit April 2019 hat sie an keinen Wettkampf mehr teilgenommen und es fühlt sich für sie gut an. Ihr Fokus liegt nun im Aufbau ihrer Selbständigkeit, betreut international LeistungssportlerInnen, HobbysportlerInnen und Anfänger in verschiedenen Sportarten, gibt leidenschaftlich ihr Erfahrung weiter, und arbeite mit wissenschaftlich fundierten Methoden, die sie in ihrer zusätzlichen Ausbildung zur Sportpsychologin am Mental Excellence gelernt hat. Des Weiteren bietet sie auch psychologische Beratung an und befinde sich in der Ausbildung zur Psychotherapeutin mit Schwerpunkt im Psychodrama. 

 

 

Interview mit Veronika MAYERHOFER, am 1. April 2020

Wie oft und wie viele Stunden pro Woche machst du jetzt noch Sport? 

Ich zähle schon lange keine Stunden mehr und trage nicht einmal eine Uhr beim Sporteln. Ich mache alles nach Gefühl, nach Lust und Laune bzw. je nachdem wie viel Zeit über ist. Im Winter gehe ich am Liebsten Skitouren, ab und zu Langlaufen, im Sommer laufen, wandern, klettern, aber auch mal Yoga oder Tanzen, auf was ich eben gerade Bock habe.

 

Wie betreibst du aktuell Sport in der Corona-Krise und Quarantäne Situation?

Im Garten;) ..bei der Gartenarbeit kann man sich auch gut auspowern oder eine Runde laufen und ein paar Rumpfübungen meinem Körper bzw. meiner Haltung zu Liebe.

 

Wie motivierst du dich für den Sport? Hattest du seit deinem Psychologie-Studium andere Strategien?

Ich muss mich zurzeit nicht aktiv für den Sport motivieren, da ich ja nur Sport betreibe, wenn ich Lust drauf habe. Ich nenne es nicht einmal Sport sondern Natur-Genießen. Früher war es, im Gegensatz zu heute mein Job. Damals musste ich einen Trainingsplan, gefüllt mit vielen harten Einheiten einhalten, was mich oft viel Überwindung gekostet hat. Meine Motivation holte ich mir mit Hilfe von mentalen Strategien.

Heute motiviert mich das Planen einer neuen Tour, die Freude auf ein Erlebnis in der Natur, mich mit Freunden zu verabreden, gute Musik oder ein spannendes Podcast zu hören, um in das Sportgewand zu schlüpfen.

Heute bewege ich mich achtsamer in der Natur, erlebe die Natur mit all meinen Sinnen, nehme mir Zeit zu genießen und meinen Körper zu spüren. Am liebsten spüre ich den Wind auf meiner Haut, das entspannt mich total. Bewegung in der frischen Luft ist für mich einfach die beste Art körperlich sowie mental Energie zu tanken.

Ausdauersport hilft mir auch wenn es ich Inspiration und Kreativität suche, die besten Ideen hatte ich bis jetzt immer noch beim Langlaufen. 

Wenn ich nicht das Gefühl habe, dass ich mich bewegen muss und mir aktiv vorsage, dass ich auch daheimbleiben könnte, verschwindet der Druck automatisch und die Motivation und Lust auf Bewegung kommt plötzlich von selbst. 

 

Warum wolltest du Psychologie studieren?

Als ich in Amerika zu studieren begann, wählte ich wahrscheinlich nicht zufällig das Fach Sportpsychologie, das mich sofort faszinierte. Meine eigene Erfahrung im Leistungssport bestärkte mich Psychologie zu studieren: Ich spürte einfach selbst, dass die mentale Stärke und das psychische Wohlbefinden immer ausschlaggebend für meinen Erfolg waren. Ich wollte einfach Antwort zum Warum und zu all den anderen Fragen, die in meinem Kopf schwirrten bekommen. 

 

Wie bereichert dich dein Wissen über die Psychologie?

Es bereichert mich indem ich Menschen und vor allem mich selbst besser verstehen kann. Es gibt immer Gründen für unser Handeln. Mich fasziniert der enorme Einfluss von unseren Gedanken auf unsere Emotionen und schlussendlich auf unsere Handlungen, im positiven wie im negativen Sinne. Es ist spannend an mir selbst zu arbeiten, mich selbst besser kennen zu lernen und immer überzeugter meine Bedürfnisse zu spüren und zu leben. In der Psychologie gibt es immer neues Wissen und Techniken, die mich begeistern.

 

Du bietest Online-Beratungen an. Wer kann sich an dich wenden? 

Zurzeit kann ich glücklicherweise meine Arbeit online durchführen, besser und einfacher als erwartet. Es kann sich jede und jeder gerne an mich wenden, da nicht nur Sportler von mentaler Stärke profitieren können. Besonders in unserer momentanen Situation können das Anwenden von mentalen Strategien von großem Vorteil sein!

Ich betreue internationale LeistungssportlerInnen, HobbysportlerInnen aber auch Anfänger in verschiedenen Sportarten. Verständlicherweise geht es zurzeit in meiner Betreuung auch bei SportlerInnen um den Umgang mit der Quarantäne und der globalen Krise. Zuerst geht es darum die Situation anzunehmen, mit Strategien diese Zeit gut zu überstehen oder eventuell sogar zu nützen, um danach wieder voller Motivation durchzustarten. Man muss sich nicht von Unruhe, Sorgen, Druck und Schlafproblemen die Energie nehmen lassen.

Ich biete auch psychologische Beratung an und diskutiere gerne über Fragen, wer bin ich, wer will ich eigentlich sein und was erwarte ich vom Leben. 

 

Wie läuft so eine Online-Beratung ab?

Ganz einfach und bequem, es wird ein Zeitpunkt ausgemacht, ich hoffe auf eine gute Internetverbindung und dann geht’s schon los. Mich erreicht man unter m.veri@gmx.at oder über meine Homepage: www.veronika-mayerhofer.com. Mein Gegenüber hat entweder ein spezifisches Anliegen bzw. Ziel oder ich schlage auch gerne Themen vor. Die Beratung läuft ganz individuell, wird an die jeweiligen Bedürfnisse angepasst und Schweigepflicht hat oberste Priorität.

 

Dich hat das mentale Training auch schon unterstützt. In welcher Situation und warum war es besonders hilfreich?

Ja, ich habe in meiner aktiven Zeit bereits davon profitieren können, jedoch hätte ich viel früher damit beginnen sollen. Damals war es noch nicht so verbreitet, heute reden die meisten Profis und HobbysportlerInnen öffentlich darüber und es hilft auch besonders jenen, die mit dem Sport beginnen und ihre Gesundheit verbessern möchten.

Ich erstellte damals mit meinem Mentaltrainer meine eigene Wettkampfblase, gefüllt mit Dingen, die meinen Fokus, mein Selbstvertrauen, meine Motivation und Bereitschaft an meine Grenzen zu gehen stärkten.

Heute helfen mir mentale Strategien besonders, wenn ich zum Beispiel eine Präsentation vor vielen Leuten halte, oder für das Durchhalten beim Schreiben meiner Masterthesis. Aber auch beim Sport, ich liebe es mich beim Laufen in den Flow zu bringen. Schlussendlich kann ich dadurch Situationen besser reflektieren und daraus lernen. 

 

 

Vielen Dank für das Interview!